Mit Software-Werkzeugen Strom, Mobilität und Wärme verbinden

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Um moderne Werkzeuge für die Sektorkopplung in Gebäuden und Quartieren dreht sich das Projekt „[email protected]ülich“ am neuen Standort der Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geothermie IEG im Brainergy Park Jülich. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit rund 7,5 Millionen Euro gefördert. Ziel ist ein für alle Nutzer offenes, alle Sektoren integrierendes Planungs- und Simulationswerkzeug für intelligente, ganzheitliche Quartierskonzepte.

Laut Fraunhofer IEG bietet der Austausch von Energie zwischen Sektoren viele Chancen für einen nachhaltigen, CO2-neutralen Umbau des Energiesystems. Es gebe viele erfolgreiche Beispiele dafür, mit erneuerbarem Strom Sektoren zu versorgen, die zurzeit vor allem fossile Energieträger einsetzen – beispielsweise die Wärmeerzeugung in Quartieren. Lokal angepasst sollen diese Beispiele nun als intelligente, ganzheitliche Quartierskonzepte flächendeckend Anwendung finden. Allerdings, so die Wissenschaftler weiter, führt die Verknüpfung der Sektoren zu einem komplexen System mit starken Wechselwirkungen und Rückkopplungen. Das Software-Werkzeug, das „[email protected]ülich“ zum Ziel hat, soll ein solches System planen und simulieren können. Das soll eine Basis für solche Konzepte und sowie deren teilweise oder ganz automatisierten Planungs- und Betriebsführungsprozesse schaffen und beispielsweise Investitionsentscheidungen für Versorgungssysteme erleichtern, die jahrzehntelang ihren Dienst tun sollen.

„Mit ‚[email protected]ülich‘ bündeln wir einerseits Beispiele, Konzepte, Methoden und Daten“, so Mario Ragwitz, Leiter des Fraunhofer IEG und Koordinator des Projekts. „Andererseits entwickeln wir die Werkzeuge für die Fachplaner und Architekten, um das gesammelte Wissen schnell und einfach in maßgeschneiderte Lösungen für die Projekte vor Ort fließen zu lassen.“ Aktuell gibt es laut Fraunhofer IEG noch kein Planungswerkzeug, das sowohl die technologische Vielfalt als auch die unterschiedlichen Planungstiefen abbilden kann. Außerdem fehle bei den bestehenden Modellen die gebäudescharfe und sektorübergreifende Betrachtung.

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