Photovoltaik-Anlage nicht Schuld am Einsturz des Daches eines niederländischen Fußballstadions

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von pv magazine International

Als Mitte August 2019 das Dach des Fußballstadions von AZ Alkmaar einstürzte, hieß es in den meisten niederländischen Medienberichten, dass die Solarmodule die mögliche Unfallursache waren. Zum Glück gab es keine Verletzten bei dem Zwischenfall, da der Veranstaltungsort zu diesem Zeitpunkt leer war.

Der Generaldirektor des Fußballteams, Robert Eenhoorn, kündigte als Reaktion auf den Vorfall eine sofortige Untersuchung an. Nun, acht Monate später, hat das niederländische Ingenieurbüro Royal Haskoning DHV endlich die Ergebnisse der Untersuchung vorgelegt. Dabei stellen die Gutachter unmissverständlich fest, dass die Photovoltaik-Anlage nicht die Ursache für den Einsturz des Daches war.

In seinem Bericht erklärte Royal Haskoning DHV, dass der teilweise Einsturz des Daches des Stadions durch das Versagen einer Verbindung im oberen Schienenträger verursacht wurde. Der Einsturz sei dabei durch starke Windlasten während eines Sturms verursacht worden. Die Firma erklärte, dass die Schweißung im oberen Laufschienenträger der Hauptgrund gewesen sei. „Diese Schweißnähte wurden zu dünn ausgeführt, was zu einer geschätzten Kapazitätsverringerung von 50 Prozent führte“, heißt es im Bericht. Dort werden anfängliche Behauptungen zurückgewiesen, dass die auf dem Dach installierten Solarmodule ein möglicher Faktor gewesen sein könnten. „Die Konstruktion des oberen Schienenträgers war falsch ausgeführt. Andere mögliche technische Ursachen spielten keine wesentliche Rolle.“

Thorsten Kray, Leiter der Abteilung Photovoltaik-Windlasten am deutschen Institut für Industrieaerodynamik GmbH, erklärte auf Anfrage von pv magazine bereits im August, dass die Ursache des Dacheinsturzes auf fehlerhafte Konstruktionsberechnungen zurückzuführen sei. „Ich habe einen kurzen Blick auf die Nachrichtenlage geworfen“, sagte Kray damals. „Und ich glaube absolut nicht, dass die Solarmodule die Ursache für das windbedingte Versagen sind. Wenn die statischen Konstruktionsberechnungen ordnungsgemäß durchgeführt wurden, [und] unter Berücksichtigung der Eigenlast der Solarmodule, können Photovoltaik-Module nicht als die Ursache angesehen werden. Kray erwähnte in diesem Zusammenhang zahlreiche wissenschaftliche Publikationen über bündig montierte Solarmodule. Diese zeigten, dass dachparallele Photovoltaik-Anlagen die statische Windlast auf Dächern nicht erhöhen.

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