VDMA schließt sich Forderung nach Wiederbelebung der europäischen Solarindustrie an

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Der Corona-Virus macht das Ausmaß der Abhängigkeit der Photovoltaik-Industrie von China derzeit deutlich. Die Auswirkungen werden davon abhängen, wie lange durch den Erreger die Volkswirtschaft in China lahmgelegt sein wird, doch schon jetzt klagen Modulhersteller in Europa über Lieferengpässe bei Solarzellen und Solarglas. Auch Projektierer müssen voraussichtlich mit Verzögerungen bei der Lieferung ihrer bestellten Solarmodule rechnen, was sich auf Projektpläne auswirken dürfte. Kurzfristige Preissteigerungen zeichnen sich bereits ab.

Im Zuge ihres „Green Deals“ will die EU-Kommission die Erneuerbaren in Europa stark ausbauen. Anfang März wird sie dafür auch eine Industriestrategie vorlegen, die langfristig die industrielle Wettbewerbsfähigkeit, Wachstum und Innovation in Europa sichern soll. In einem gemeinsamen Brief fordern unter anderem Solarpower Europe, das Fraunhofer ISE, die Europäische Vereinigung der Forschungsinstitute (Eurec), 10 weitere Forschungsinstitute sowie 17 nationale Photovoltaik-Verbände von der EU-Kommission auf, eine umfassende Industriestrategie zur Wiederbelebung der Solarindustrie in Europa vorzulegen. Die Erneuerbaren müssten das „Herz des europäischen Green Deals“ sein.

Der Verband der Deutschen Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) hat nun auch diesen Brief gezeichnet. „Um die Energieversorgungssicherheit Europas zu gewährleisten und die Energieautarkie zu sichern, müssen wir die industriellen Kapazitäten der europäischen Photovoltaik-Hersteller stärken. Eine Industriestrategie für die Photovoltaik ist daher von entscheidender strategischer Bedeutung für ein grünes Europa“, erklärte Jutta Trube, Leiterin der Fachabteilung Photovoltaik-Produktionsmittel beim VDMA.

Peter Fath, Geschäftsführer der RCT Solutions GmbH und Vorsitzender von VDMA Photovoltaik Produktionsmittel, verwies auf die im vergangenen Jahr gemeinsam mit dem Fraunhofer ISE veröffentlichte Studie, die zeigt, dass Photovoltaik-Produktionen in Europa und Deutschland wettbewerbsfähig möglich ist, wenn sie eine gewissen Größe aufweisen. „Um die Photovoltaik-Produktion in Europa weiter zu fördern, muss eine umfassende und EU-weite Industriestrategie für die Solarindustrie umgesetzt werden“, so Fath.

Solarpower Europe sieht in der anstehenden Industriestrategie eine „einzigartige Chance für die Solarindustrie“ in Europa. „Mit einer neuen Industriestrategie für die Solarindustrie kann die EU eine weltweite Führungsrolle bei den bestehenden und der nächsten Generation von Solartechnologien, der Fertigung und den Dienstleistungen übernehmen. Eine kürzlich durchgeführte Studie des JRC ergab, dass die europäische Fertigungskette ihre Wettbewerbsfähigkeit mit einem jährlichen Gigawatt-Produktionsvolumen steigern könnte“, sagte Walburga Hemetsberger, CEO von Solarpower Europe. Zugleich würden mit dem Wiederaufbau der Produktion weitere High-Tech-Jobs in Europa entstehen und auch die Forschungsinstitute würden davon profitieren.