Deutschlands CO2-Emissionen sinken zu langsam

Auspuff und Abgase

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Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union sind verpflichtet, alle zwei Jahre eine Schätzung vorzunehmen, wie sich ihre jeweiligen Treibhausgasemissionen in den kommenden 20 Jahren voraussichtlich entwickeln. Diesen Projektionsbericht 2019 hat das Bundesumweltministerium jetzt vorgelegt – und er fällt schlechter aus als 2017. Dem aktuellen Bericht zufolge werden in Deutschland die gesamten Treibhausgasemissionen bis 2020 im Vergleich zu 1990 um 33,2 Prozent sinken – bis 2030 sollen es 41,7 Prozent sein und bis 2035 etwa 44,3 Prozent. 2017 war der Bericht für die Jahre 2020, 2030 und 2035 noch von Emissionssenkungen um 34,7 Prozent, 41,2 Prozent und 46,5 Prozent ausgegangen.

Der Projektionsbericht zeigt nicht nur, dass die Emissionen zu langsam sinken. Im Verkehrssektor beispielsweise geht der Bericht bis 2020 von einem Anstieg des CO2-Ausstoßes aus. Erst 2035 sollen demnach die Treibhausgasemissionen des Sektors unter dem Wert von 1990 liegen. Schon im jüngsten Klimaschutzbericht hatte ein Gutachterkonsortium darauf aufmerksam gemacht, dass die Maßnahmen im Verkehrssektor nicht greifen.

Zudem weisen die Autoren des Projektionsberichts darauf hin, dass die vorgelegten Emissionstrends unter anderem die Entwicklungen im internationalen Flugverkehr ausklammern. Dabei führe insbesondere die sehr dynamische Entwicklung im internationalen Luftverkehr zu einem Anstieg der entsprechenden Treibhausgasemissionen von 2005 bis 2020 um fast sieben Millionen Tonnen CO2 beziehungsweise um 23 Prozent. Bis 2030 ist demnach im Vergleich zu 2005 mit einem Anstieg der Emissionen um elf Millionen Tonnen CO2 beziehungsweise 37 Prozent zu rechnen.

Erst in dieser Woche hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Petersberger Klimadialog das Ziel bekräftigt, dass Deutschland bis 2050 klimaneutral sein soll. Unter dem Motto „Fulfilling the Promise of Paris“ trafen sich dazu internationale Vertreter in Berlin zum Austausch über die weltweiten Klimaziele. Beim Klimaschutz, so Merkel, sei es „richtig, sich auf langfristige Wege zu machen. Die Frage heißt nicht, was kostet uns das, sondern wieviel mehr kostet das, wenn wir nichts tun.“ Im September 2019 will Merkel auch am Klimagipfel in New York teilnehmen.