pv magazine Marktübersicht Heim-Batteriespeicher

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An unserer diesjährigen Neuauflage der Marktübersicht Heimspeicher für Photovoltaik-Anlagen haben sich 41 Unternehmen beteiligt. Sie haben Einträge für 394 Systeme gemacht. Darunter sind 50 Produktfamilien, die sowohl die Batterie als auch einen Batteriewechselrichter beziehungsweise einen Hybridwechselrichter enthalten, die im Trend liegen. In unserer Übersicht nutzen nun 130 Einträge solche Komponenten, mit denen man nicht nur Batteriestrom, sondern auch Solarstrom wandeln und in das Hausnetz einspeisen kann.

Die Solarleistung der gelisteten Geräte liegt meist unter der Zehn-Kilowatt-Marke. Bei vielen Hybridgeräten liegt die AC-Leistung dabei noch unter der Solarleistung. Wenn die Sonne voll scheint, bekommt man die Leistung dann nicht auf der AC-Seite zur Verfügung gestellt, kann den Erzeugungspeak aber in der Batterie zwischenspeichern, die am DC-Kreis des Wechselrichters angeschlossen ist. Eine Ausnahme ist ein integriertes Speichersystem, das nun auf den Markt kommt und das eine Solarleistung von zwölf Kilowatt hat. Damit will der Hersteller ein System bereitstellen, das für die Notstromversorgung der Wärmepumpe und für das Laden des Elektroautos geeignet ist.

pv magazine Online Produktdatenbank Heimspeicher

Hier geht es zur Online Datenbank. Sie finden diese auch unter dem Menupunkt Marktübersichten/Speicher.

Die „5er-Regel“ für eine hohe Effizienz

Effizienz war im letzten Jahr eines der viel diskutierten Themen. 19 der 41 Unternehmen in unserer Marktübersicht haben nun Wirkungsgradangaben gemacht, die sich am Speicher-Effizienzleitfaden von BSW-Solar und BVES orientieren. Damit scheint sich dieser jetzt doch langsam durchzusetzen. In 2018 hat nur eine Handvoll Unternehmen solche Werte veröffentlicht.

Es ist allerdings auch bei diesen Angaben schwer, aus den Zahlen direkt auf die Effizienz der Systeme zu schließen. Es gibt jedoch einige Anhaltspunkte. Einer ist der Leerlaufverbrauch. Er liegt laut der Firmenangaben zwischen 1,8 und 98 Watt. Man sollte bedenken, dass insbesondere automatische Umschalteinrichtungen für den USV-Betrieb diesen Verbrauch steigern. Die Systeme sind also nicht gut vergleichbar, da sie unterschiedliche Funktionalitäten haben.

Wer eine besonders hohe Effizienz wünscht, kann sich an der Faustregel der HTW Berlin orientieren. Nach der „5er-Regel“ sind das Systeme, die erstens einen Wirkungsgrad bei 1.000 Watt Entladeleistung von über 95 Prozent haben, zweitens eine Batterieeffizienz von 95 Prozent erreichen und drittens eine AC- und DC-Leistungsaufnahme im Stand-by unter fünf Watt haben. Viertens sollten deren stationäre Regelungsabweichungen unter fünf Watt liegen und fünftens die Einschwingzeit weniger als zwei Sekunden betragen.

In unserer Online-Übersicht finden sich die Werte bei den Herstellern, die die Daten nach Effizienzleitfaden angegeben haben. Wir haben den Wert statt bei 1.000Watt bei 400 Watt abgefragt, der für kleinere Haushalte relevanter ist. Wenn dieser über 90 Prozent liegt, ist das auch schon ein gutes Ergebnis. Derzeit erfüllt allerdings noch kein System alle Effizienzziele der HTW Berlin. Diese setzen also eher einen Meilenstein, der in Zukunft irgendwann einmal erreicht werden könnte.

Die Speicher Trends in der Printausgabe

Layoutete Übersichtstabelle in der Printausgabe. Rot markiert sind die in den letzten 12 Monaten neu vorgestellten Geräte.

Tabelle: pv magazine

In der Printausgabe, die zur Intersolar/ees/The smarter E erschienen ist, finden Sie eine genauere Beschreibung der neuen Produkte, mehr Details zur Marktübersicht und eine Übersichtstabelle, anhand derer sich die Einträge in der Marktübersicht leichter vergleichen lassen als in der Online-Datenbank.

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Preise stagnieren

Wir haben auch wieder die „Speicherstromkosten“ in zwei Kategorien berechnet. Diese Speicherstromkosten geben in der Kategorie 1 an, wie viel die Speicherung im Eigenverbrauchsbetrieb im besten Fall pro Kilowattstunde kostet, wenn man sich nur auf den Energieumsatz verlassen will, der innerhalb der garantierten Lebensdauer bei optimalem Betrieb möglich ist. Die garantierte Lebensdauer liegt bei den meisten Anbietern bei zehn Jahren liegt. Dabei wurde berücksichtigt, welche Kapazität am Ende der Garantiezeit zugesichert wird. Diese „garantierten“ Speicherstromkosten liegen zwischen 24 Cent pro Kilowattstunde und 1,55 Euro pro Kilowattstunde.

Die meisten Speichersysteme dürften länger betrieben werden können als die Hersteller garantieren. Die Speicherstromkosten in Kategorie 2 sind daher bezogen auf die angegebene Zyklenzahl-Lebensdauer, auch wenn sich im reinen Eigenverbrauchsbetrieb in der Regel nur ein Zyklus pro Tag nutzen lässt und damit die maximalen Zyklenzahlen kaum ausgeschöpft werden können. In dieser Kategorie liegen die Speicherstromkosten im optimalen Betriebsfall zwischen 7 und 55 Cent pro Kilowattstunde ein- und wieder ausgespeicherten Stroms. Für den reinen Eigenverbrauchbetrieb ist das nur ein theoretischer Wert. Die realen Kosten dürften zwischen denen der Kategorie 1 und 2 liegen. Wenn zusätzliche Geschäftsmodelle wie Regelleistungsvermarktung dazu kommen, sieht die Kostenabschätzung im Übrigen anders aus.

Viele Batterien liegen im Bereich 500 bis 1000 Euro pro Kilowattstunde, wobei die absolute Batteriegroße kaum eine Rolle spielt. Bei den kleineren Batterien gibt es etliche, die zwischen 1000 und 1500 Euro liegen, wenn man die Wechselrichterkosten mit pauschalen Annahmen herausrechnet.

Die zugrundeliegenden Preisangaben stammen teilweise von Herstellern, die sie in der Online-Datenbank angeben, teilweise sind sie von pv magazine recherchiert. Der Lieferumfang der Systeme, auf die sich die Preise beziehen, kann sich unterscheiden. Das sollte am Ende aber nicht mehr als eine Abweichung von drei bis fünf Cent pro Kilowattstunde Speicherstrom ausmachen.

Der Vergleich der Werte von 2019 zu 2018 zeigt, dass sich im vergangenen Jahr preislich nicht viel bewegt hat. Das widerspricht zwar manchen Ergebnissen von Marktforschungsinstituten, entspricht aber der Einschätzung aus dem letzten Jahr, wonach der Nachfrageboom bei der Elektromobilität bei begrenzter Batteriezellenproduktion erst einmal zu stagnierenden Preisen führen würde.