1. Photovoltaik-Sonderausschreibung: Höchster Zuschlagswert bei 8,40 Cent pro Kilowattstunde

Teilen

Es hat fast einen Monat gedauert, doch jetzt hat die Bundesnetzagentur die Ergebnisse für die erste Sonderausschreibung für Photovoltaik-Anlagen ab 750 Kilowatt veröffentlicht. Insgesamt seien 121 Gebote mit 505,185 Megawatt bezuschlagt worden.

Die Zuschlagswerte sind gegenüber den letzten Ausschreibungsrunden deutlich angestiegen – zumindest am oberen Ende. Die ermittelten Preise liegen zwischen 3,90 und 8,40 Cent pro Kilowattstunde, wie die Bundesnetzagentur veröffentlichte. Der von der Bundesnetzagentur vorgegebene Höchstwert lag bei 8,91 Cent pro Kilowattstunde. Bei der Ausschreibungsrunde mit Stichtag 1. Februar bewegten sie sich 4,11 und 5,18 Cent pro Kilowattstunde. Den durchschnittlichen, mengengewichteten Zuschlagswert für die Sonderausschreibung gab die Bundesnetzagentur mit 6,59 Cent pro Kilowattstunde an – in der Vorrunde lag er bei 4,80 Cent pro Kilowattstunde.

Insgesamt sind bei der Bonner Behörde für die Ausschreibung mit einem Volumen von 500 Megawatt 163 Gebote für Photovoltaik-Projekte mit knapp 870 Megawatt Gesamtleistung eingegangen. Damit war die Runde deutlich überzeichnet. Allerdings musste die Bundesnetzagentur 17 Gebote mit 192 Megawatt aufgrund von Formfehlern ausschließen. Nach pv magazine vorliegenden Informationen soll es sich überwiegend um Gebote eines sehr großen Bieters handeln. Die Bundesnetzagentur wollte sich auf Anfrage dazu nicht äußern.

Ein weiterer Grund für die deutlich höheren Zuschlagswerte – 26 von 35 Geboten für Photovoltaik-Projekten in Bayern auf Acker- und Grünlandflächen in benachteiligten Gebieten konnte nicht berücksichtigt werden, da das jährliche Kontingent des Freistaates bereits nach neun Zuschlägen erschöpft war. In der Ausschreibungsrunde mit Stichtag 1. Februar waren bereits 21 Zuschläge für Projekte auf diesen Flächen verteilt worden. Unlängst scheiterten die bayerischen Grünen mit einem Antrag, der eine Verdopplung des jährlichen Kontigents auf 60 Zuschläge vorsah an der Landesregierung. Trotzdem gingen insgesamt 41 – und damit gut ein Drittel – der Zuschläge nach Bayern, Immerhin 18 Gebote für Photovoltaik-Projekte in Sachsen-Anhalt und 15 in Brandenburg waren bei den Sonderausschreibungen erfolgreich.

Wenn man sich die Liste der erfolgreichen Bieter anschaut, fehlt der Name eines Unternehmens in der Liste, das in den vergangenen Runden eine große Zahl von Zuschlägen erhalten hat – Enerparc. Aber auch Unternehmen wie IBC Solar, Eon oder Baywa re, die in früheren Runden bereits erfolgreich waren, finden sich nicht unter den erfolgreichen Bietern. Immerhin sieben Zuschläge sicherte sich Wattner. Sechs Gebote brachte Wattner Sun Asset durch die Ausschreibung. Bis 16. April haben die erfolgreichen Bieter Zeit, die Zweitsicherheit zu hinterlegen. Erst dann ist das Ergebnis der Ausschreibung endgültig.

Bereits am 1. April ist Stichtag für die erste technologieübergreifende Ausschreibung von Photovoltaik und Windkraft an Land in diesem Jahr. Das Volumen liegt bei 200 Megawatt und daran können sich auch noch die Bieter beteiligen, die in der Sonderausschreibung keinen Zuschlag erhalten haben. Im vergangenen Jahr gingen in den beiden Auktionsrunden alle Zuschläge an Photovoltaik-Projekte.

„Es sind derzeit offensichtlich ausreichend Solarprojekte vorhanden, um die durch das Energiesammelgesetz eingeführten zusätzlichen Ausschreibungsmengen abzurufen und ein wettbewerbliches Verfahren sicherzustellen“, sagt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, zum Ergebnis der ersten Sonderausschreibung. Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) forderte indes, die Flächenbeschränkungen für Photovoltaik-Anlagen endlich zu lockern. „Die Solarbranche hat sich quasi aus dem Stand auf das größere Zubauvolumen eingestellt und steht bereit, eine deutlich größere Verantwortung für die Energiewende zu übernehmen“, sagte Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig.

Der Verband gehe auch davon aus, dass sich die Wettbewerbsintensität bei künftigen Auktionsrunden weiter erhöhen werde. Eine entsprechende Projektpipeline befinde sich in der Solarbranche im Aufbau. Die Flächenrestriktionen würden den Photovoltaik-Ausbau allerdings unnötig verteuern und erschweren. „Die aktuellen Standort-Beschränkungen sind ein Korsett und nicht mehr zeitgemäß“, so Körnig. Eine Öffnung der Flächenkulisse durch die Bundesregierung sei unter Berücksichtigung von Interessen der Landwirtschaft und des Naturschutzes geboten.