Rekord: Erneuerbare Energien übernehmen fast 65 Prozent der Nettostromerzeugung in Deutschland

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Was für eine windige Woche: In der Zeit vom 4. bis zum 10. März 2019 übernahmen die erneuerbaren Energien fast zwei Drittel der deutschen Nettostromerzeugung. Dabei entfiel mit 48,4 Prozent der Löwenanteil auf die Windenergie, 7,6 Prozent auf die Biomasse, 5,1 Prozent auf die Photovoltaik und 3,5 Prozent auf die Wasserkraft. Das geht aus den Energy Charts des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE hervor, einer der umfassendsten Datenbanken für Energiedaten in Deutschland.

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Grafik: Fraunhofer ISE

„Diese Zahlen zeigen, dass der für 2030 angestrebte Anteil von 65 Prozent erneuerbarer Energien technisch möglich ist. Ziel muss es sein, diesen Anteil über ein ganzes Kalenderjahr zu halten«, erklärte Bruno Burger, der am Fraunhofer ISE die Energy Charts betreut. Die starke Windkraft reduzierte den Anteil der fossilen Energieträger sowie der Kernkraft am Strommix: „Steinkohle- und Gaskraftwerke laufen nachts nur mit Minimalleistung, auch Kernkraftwerke wurden in der Woche nachts abgeregelt“, so Burger. Der Anteil der Braunkohle wurde durch die Windkraft gegenüber dem Jahresmittel 2018 von 24 auf 12 Prozent halbiert. Die Braunkohlekraftwerke wurden variabel mit einer Leistung zwischen 4,5 und 15,5 Gigawatt betrieben.

Das Fraunhofer ISE legt seiner Statistik die Nettostromerzeugung zugrunde – also den Strommix, der tatsächlich aus der Steckdose kommt. Nicht berücksichtigt werden die elektrischen Verluste der Kraftwerke sowie die Eigenerzeugung von Industrie und Bergwerken, die nicht in das öffentliche Stromnetz eingespeist wird. Andere Institute und Organisationen verwenden für ihre Statistiken die Bruttostromerzeugung. In der Folge weisen sie einen niedrigeren Erneuerbare-Energien-Anteil aus.

Bereits im Februar konnten die Betreiber von Windenergie- und Photovoltaik-Anlagen hervorragende Erträge erzielen: Dem Informationsdienst IWR zufolge speisten die Photovoltaik-Anlagen rund 20 Prozent mehr Strom ins Netz als im Vorjahresmonat. Bei der Windenergie an Land lag das Plus sogar bei 36 Prozent, bei der Offshore-Windenergie war es ein Zuwachs um 26 Prozent. In den ersten zehn Wochen dieses Jahres lag der Anteil der erneuerbaren Energien an der Netto-Stromerzeugung bei insgesamt 43,3 Prozent, teilt das Fraunhofer ISE mit. Für das vergangene Jahr hatte Energy Charts einen Anteil von 40,4 Prozent für die Erneuerbaren ermittelt. Gleichzeitig vermeldete es kürzlich, dass die Photovoltaik in diesem Jahr so früh wie noch nie die Marke von sechs Prozent an der Netto-Stromerzeugung überschritten hat. Dies sei bereits Mitte Februar erreicht worden. In den Vorjahren gab es diesen Wert meist erst im März.