RWE legt Basis für Erneuerbaren-Geschäft nach Eon-Deal

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RWE hat nach eigenen Aussagen wichtige Meilensteine gesetzt, um künftig bei erneuerbaren Energien global agieren zu können. Die grundsätzliche Aufstellung steht und das Führungsteam ist benannt, wie der Energiekonzern am Donnerstag verkündete. Mit diesen Entscheidungen solle die im März 2018 mit Eon verkündete Transaktion weiter vorangetrieben werden. Diese sieht unter anderem vor, dass Eon die RWE-Tochter Innogy übernimmt, aber RWE gleichzeitig das Erneuerbaren-Geschäft behält und auch Einheiten von Eon diesbezüglich übernimmt. Nach eigenen Angaben wird die Transaktion RWE auf einen Schlag zu einem der weltweit führenden Erneuerbaren-Anbieter mit einem Portfolio von aktuell etwa 8,6 Gigawatt machen.

Für den weiteren Geschäftsausbau sollen Investitionsmittel von jährlich rund 1,5 Milliarden Euro netto zur Verfügung stehen, wie es weiter heißt. So wolle RWE die Transformation konsequent vorantreiben. „Nach dem Vollzug der Transaktion werden 60 Prozent des RWE-Erzeugungsportfolios Strom mit nur geringen oder gar keinen CO2-Emissionen liefern“, so der Energiekonzern.

RWE-Finanzvorstand Markus Kerber kündigte den weiteren konsequenten Ausbau des Erneuerbaren-Geschäfts an – mit einem breit aufgestellten Technologie-Portfolio. Dabei wolle das Unternehmen weltweit in Photovoltaik, Windkraft an Land und auf See investieren. Der Fokus werde auf dem amerikanischen Kontinent, die Kernmärkte in Europa sowie auf neue Märkte im asiatisch-pazifischen Raum liegen.

Die Erneuerbaren-Aktivitäten von Eon und Innogy sollen nach Abschluss der Transaktion bei RWE in einer Gesellschaft mit drei operativen Bereichen zusammengefügt werden. Dafür ernannte RWE bereits ein Managementteam aus sechs Personen. CEO soll demnach Anja-Isabel Dotzenrath werden. Als Finanzvorstand ist Holger Himmel und als CCO Tom Glover vorgesehen. Letzterer wird sich um die Vermarktung der Erneuerbaren-Stromproduktionen kümmern. Ergänzt wird das Team RWE zufolge von drei COOs, die die operativen Einheiten führen und verantwortlich für Projektentwicklungen sowie deren Bau und Betrieb sein werden. COO für die globalen Aktivitäten in Wind Offshore soll Sven Utermöhlen werden. Die Funktion des COO Wind Onshore und Photovoltaik auf dem amerikanischen Kontinent wird Silvia Ortín Rios übernehmen. Katja Wünschel wird COO Wind Onshore und Photovoltaik für Europa und den asiatisch-pazifischen Raum, wie der Energiekonzern weiter mitteilte.

Seit dem Sommer 2018 läuft ein trilaterales Integrationsprojekt, das die Transaktion zwischen RWE, Eon und Innogy vorbereitet. Dieses werde nun im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten die weitere Planung vorantreiben. Nach den Erwartungen von RWE wird die Zustimmung der europäischen Wettbewerbsbehörden zur Transaktion, bei denen die Kartellanmeldung zeitnah erfolgen soll, bis Sommer 2019 vorliegen. Der Vollzug der Transaktion solle bis Ende 2019 abgeschlossen sein.