Mecklenburg-Vorpommern: Denkmalschutz vs. Photovoltaik

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Schweriner_Schloss._2011.JPG

Teilen

Die Denkmalschutzbehörde schränkt mit überzogenen Forderungen die Photovoltaik-Nutzung auf öffentlichen Gebäuden in Mecklenburg-Vorpommern ein. Diese Kritik äußerte der Landesenergieminister Christian Pegel (SPD). So lege die Behörde selbst dann ein Veto ein, wenn es sich um nach innen geneigte Dächer handele, die im Zuge eines Umbaus des Obergeschosses entstünden und für den Bau einer Photovoltaik-Anlage geeignet seien. „Zur Begründung wurde angeführt, dass die Solarpaneele von Besuchern auf dem Turm des Domes gesehen und als störend empfunden werden könnten“, sagte Pegel der „Schweriner Volkszeitung“. Er sieht noch viel Potenzial für die Photovoltaik-Nutzung auf öffentlichen Gebäuden, auch wenn vielerorts statische Gründe gegen den Bau einer Anlage sprechen würden.

In einer Antwort auf eine Anfrage der Linkspartei hatte die von der SPD geführte Große Koalition im Herbst erklärt, dass gerade einmal 27 Gebäude oder 2,4 Prozent der landeseigenen Gebäude mit Photovoltaik-Anlagen ausgestattet sind. Bei 13 weiteren Gebäuden im Bestand der Landesverwaltung sei der Bau einer Photovoltaik-Anlage zwischen 2018 und 2022 vorgesehen. In der Antwort wies die Landesregierung in Schwerin daraufhin, dass viele Gebäude aus denkmalschutzrechtlichen, baulichen oder technischen Gründen nicht für die Photovoltaik-Nutzung geeignet seien.

Im November lehnte das Parlament dann auch einen Antrag der Linksfraktion ab. Darin forderte die Partei die Regierung auf, die Potenziale der Solarenergie endlich auch in Mecklenburg-Vorpommern zu nutzen. Das Land nutze bisher nur einen „kleinen Bruchteil“, kritisierte die energiepolitische Sprecherin der Linksfraktion, Mignon Schwenke. „Weder der Leitfaden zur Förderung des Ausbaus der Solarenergie, noch ein Solarpotenzialkataster oder der Masterplan zum Ausbau der Solarenergie auf eigenen Dachflächen liegen vor.“ Nach Ansicht von Schwenke ist für eine erfolgreiche Energiewende, die Fokussierung nur auf die Windenergie nicht förderlich. Um dem Photovoltaik-Ausbau neuen Schwung zu geben, forderte die Linke ein Landesprogramm für Privathaushalte, die beim Bau einer Photovoltaik-Anlage inklusive Batteriespeichers unterstützt werden sollten sowie ein Förderprogramm für Photovoltaik-Mieterstrom.