SMA will 425 Vollzeitstellen bis 2020 weltweit streichen

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Der Vorstand der SMA Solar Technology AG hat am Mittwoch seine Pläne für die angekündigte Restrukturierung öffentlich gemacht. So sei geplant, weltweit etwa 425 Vollzeitstellen abzubauen. Des Weiteren wird SMA seine Aktivitäten in China aufgeben. „Im Zentrum unserer Überlegungen zur Restrukturierung stand die Standortfrage. Mit den nun beschlossenen Maßnahmen bekennt sich der SMA-Vorstand zum Standort Deutschland“, begründete Sprecher Jürgen Reinert die Entscheidung. „Sie sind darauf ausgerichtet, durch die Fokussierung auf unsere Kernkompetenzen, die Auslagerung und Automatisierung von Tätigkeiten sowie einen Umbau der Strukturen die Fixkosten der SMA zu senken und unsere Kapazitäten am Hauptstandort optimal auszulasten.“

Die Entscheidung, knapp 13 Prozent der derzeit rund 3300 Vollzeitstellen abzubauen, sei dabei unumgänglich, so Reinert weiter. Der Abbau solle sozialverträglich abgebaut werden. Der Betriebsrat müsse den Restrukturierungsmaßnahmen noch zustimmen, die ab Januar 2019 umgesetzt werden sollen. Die Reduzierung der Stellen sei bis 2020 geplant. 100 Stellen davon wird SMA nach den nun veröffentlichen Plänen in Deutschland und die restlichen Jobs würden die Standorte im Ausland betreffen.

Die Aktivitäten in China, dort hatte SMA 2012 den Hersteller Zeversolar übernommen, sollen per Management-Buy-out verkauft werden. Dies schaffe gute Voraussetzungen für eine positive Geschäftsentwicklung auf beiden Seiten, erklärte Reinert. SMA werde die Aktivitäten in China komplett aufgeben, erklärte eine Sprecherin auf Nachfrage von pv magazine. Es handele sich um drei Standorte – für Produktion, Entwicklung und Beschaffung – die an das dortige Management verkauft werden sollen. Dies werde in Kürze erfolgen. Dennoch habe SMA auch in den kommenden zwei bis drei Jahren noch die Möglichkeit, die Entwicklungs- und Produktionskapazitäten mit insgesamt rund sechs Gigawatt in China zu nutzen, so die Sprecherin weiter.

„Um den Erfolg der SMA langfristig zu sichern, werden wir die bereits begonnene Weiterentwicklung des Unternehmens zum System- und Lösungsanbieter verstärkt vorantreiben und weiterhin in die Zukunftsthemen Energiemanagement, Speicherintegration, Repowering und digitale Geschäftsmodelle investieren“, so der SMA-Vorstandssprecher weiter. Mit der Restrukturierung reduziere das Photovoltaik-Unternehmen seine Produktionskapazitäten von derzeit rund 20 Gigawatt auf dann 14 Gigawatt. Dies werde zu einer besseren Auslastung der deutschen Standorte führen, so die Sprecherin.

Nach dem überraschenden Wechsel in der Photovoltaik-Politik Chinas Ende Mai, die eine neue Preisspirale auf den weltweiten Märkten auslöste, hatte SMA in den vergangenen Wochen bereits zwei Mal seine Prognose für das laufende Jahr gesenkt. Die Anfang Dezember veröffentlichten Erwartungen bestätigte SMA am Mittwoch. So werde 2018 ein Umsatz von 760 bis 780 Millionen Euro prognostiziert und ein negatives EBITDA im mittleren bis oberen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Für das kommende Jahr erwarte der Vorstand einen wachsenden Umsatz und ein positives EBITDA.