Preisstabilisierung steht bevor – dennoch werden sinkende Einnahmen und Jobabbau bei chinesischen PV-Herstellern erwartet

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Die vom taiwanesischen Analysehaus Energytrend veröffentlichten Zahlen zeigen, dass die Preise entlang der Photovoltaik-Wertschöpfungskette weiter sinken sich bald jedoch wahrscheinlich stabilisieren werden. Insbesondere bei monokristallinen Photovoltaik-Produkten gab es Preisrückgänge, während sie bei multikristallinen Produkten stabiler blieben. Energytrend geht davon aus, dass es in diesem Jahr einen Rückgang des Photovoltaik-Zubaus um 30 Prozent auf 29 bis 35 Gigawatt geben wird.

Die Modulpreise in China sind den Analysten zufolge leicht auf 26 bis 29 US-Dollarcent pro Watt für multikristalline 270 Watt-Standardmodule gesunken. Der Großteil der Nachfrage kommt dabei von den Projekten zur Armutsbekämpfung mit einer Gesamtleistung von 4,1 Gigawatt. Bei hocheffizienten monokristallinen Solarmodulen seien die Preise auf 33 bis 35 US-Dollarcent pro Watt gefallen, was Energytrend auf die gesunkenen Waferpreise zurückführt sowie auf die Erwartungen niedrigerer Beschaffungspreise in den bevorstehenden Top-Runner-Programm-Runden. Hierfür werde eine zusätzliche Nachfrage von 5,0 bis 6,5 Gigawatt erwartet.

Angesichts der Berichte über Fabrikschließungen und Mitarbeiterentlassungen bei mehreren Herstellern in China erwarten die Analysten von Energytrend für den weiteren Jahresverlauf, dass sich die chinesischen Photovoltaik-Hersteller auf die ausländischen Märkte konzentrieren werden. „Die Überkapazitäten entlang der chinesischen Photovoltaik-Lieferkette werden voraussichtlich über alle verfügbaren Kanäle in die Auslandsmärkte gerichtet“, heißt es. „Chinesische Zulieferer werden nicht nur ihre Preise weiter senken, um den Absatz in Indien anzukurbeln. Sie werden auch aggressiv in ausländische Märkte expandieren, die in diesem Jahr ein Nachfragewachstum verzeichnen, darunter Europa, Australien, Mexiko und Nordafrika“, so die Erwartungen bei Energytrend.

Auch die Modulpreise außerhalb Chinas seien weiter gefallen. Nach Angaben von Energytrend lagen sie für monokristalline 295 Watt-Solarmodule zwischen 25,7 und 40,7 US-Dollarcent pro Watt sowie für hocheffiziente monokristalline Module mit mehr als 300 Watt Leistung bei 28,7 bis 42,5 US-Dollarcent pro Watt. Die Preise für multikristalline Standardmodule seien auf 23,1 bis 26,5 US-Dollarcent pro Watt gesunken.

Energytrend geht davon aus, dass die schwächere Nachfrage in China und Indien das Wachstum des Photovoltaik-Marktes bis mindestens Mitte 2019 verlangsamen werde. „Photovoltaik-Unternehmen werden sich deshalb weiter unterbieten und nach neuen Exportkanälen suchen.“