Umfrage: Fast keine potenzialinduzierte Degradation bei neueren Photovoltaik-Anlagen

Teilen

25 Prozent der vor 2013 installierten Photovoltaik-Leistung war bereits oder ist noch von potenzialinduzierter Degradation (PID) betroffen. Bei Anlagen, die danach in Betrieb genommen wurden, sind es bislang nur 0,9 Prozent. Zusammengenommen ist der Effekt, der den Ertrag von Photovoltaik-Anlagen um zweistellige Prozentbeträge reduzieren kann, bereits in 16 Prozent der von der Umfrage erfassten Anlagenleistung aufgetreten. Das ergibt eine aktuelle pv magazine-Umfrage unter großen O&M-Unternehmen in Deutschland. Erfasst wurden insgesamt 2,64 Gigawattpeak installierte Photovoltaik-Anlagen. Das dürfte ungefähr 19 Prozent des Bestandes an Anlagen größer als 500 Kilowattpeak sein, von denen man erwarten kann, dass sie von Dienstleistern betreut werden.

Als betroffen gilt in dieser Statistik die gesamte Leistung einer Photovoltaik-Anlage, wenn bei einem Modul PID gefunden wird, da dann vermutlich auch die restlichen Module der Anlage PID anfällig sind. Ob es dann wirklich zur Degradation kommt, hängt jedoch vom elektrischen Potenzial und weiteren Umgebungsparametern ab.

pv magazine Webinar

Wir stellen in diesem Webinar mit Initiativpartner Trina Solar die Umfrage vor. Im Anschluss werden unter anderem Volker Naumann vom Fraunhofer-Center für Silizium-Photovoltaik CSP und Lars Podlowski vom PI Berlin über ihre Forschungen, Erfahrungen und Schlüsse bezüglich PID berichten und für Fragen zur Verfügung stehen.

Auf der einen Seite ist das Ergebnis sehr positiv, da bei den Photovoltaik-Anlagen nach 2013, als Hersteller begonnen haben, Module als „PID-frei“ zu verkaufen, tatsächlich bislang nur sehr wenig PID gefunden wurde. Auf der anderen Seite sind auch in den zwei Jahren, die seit der letzten pv magazine-Umfrage 2016 verstrichen sind, noch etliche ältere Anlagen gefunden worden, deren Ertrag durch den Effekt reduziert war. Außerdem dürften nach wie vor viele Anlagen noch überhaupt nicht auf PID untersucht worden sein.

Obwohl nach der Umfrage bei neueren Anlagen kaum PID gefunden wurde, geben Gutachter, Anbieter von Thermografie- oder Elektrolumineszenzaufnahmen oder Hersteller von Anti-PID-Technik noch keine Entwarnung. Sie sind teilweise auch immer noch skeptisch gegenüber den gängigen PID-Modultests. „Selbst Module mit Zertifikat bieten keine völlige Sicherheit“, sagt beispielsweise Steven Xuereb, Direktor am PI Berlin. Die Hersteller würden nicht garantieren, dass jede Charge von Modulen exakt die gleiche Materialzusammensetzung hat. Daher empfehle das Unternehmen Investoren, bei großen Projekten unbedingt eigene Tests anzustrengen.

Auch stellt sich die Frage, ob die neueren Photovoltaik-Anlagen schlicht noch zu neu sind dafür, dass PID auffallen würde. Auch könne der PID-Test nicht alle Effekte nachbilden, die bei der Alterung der Module eintreten, gibt Volker Naumann vom Fraunhofer-Center für Silizium-Photovoltaik CSP zu bedenken. So könnten ältere Module anfälliger für PID werden, wenn sich Feuchtigkeit in der EVA-Folie einlagert.

Mehr zu der Umfrage und Einschätzungen von Experten zu den relevanten Fragen lesen Sie in der aktuellen Märzausgabe. Im kostenfreien pv magazine Webinar am Donnerstag, den 22. März, stellen wir die Umfrage vor. Dort werden unter anderem Volker Naumann vom Fraunhofer-Center für Silizium-Photovoltaik CSP und Lars Podlowski vom PI Berlin über ihre Forschungen, Erfahrungen und Schlüsse bezüglich PID berichten und für Fragen zur Verfügung stehen.

Zum Abo/zur Einzelheftbestellung

Zum Online-Archiv