SMP Montage will mit Joint Venture Saudi-Arabien erorbern

Teilen

In Saudi-Arabien steckt der Photovoltaik-Markt noch in den Kinderschuhen, doch das könnte sich bald ändern. So sorgen die Niedrigstgebote bei den Ausschreibungen im Land weltweit für Schlagzeilen. Im Laufe des Jahres sollen weitere gesetzliche Regelungen für den Bau von Photovoltaik-Anlagen veröffentlicht werden. All das sind gute Voraussetzungen für die Entwicklung eines ansehnlichen Marktes in naher Zukunft.

Davon will auch das deutsche Unternehmen SMP Solar Montage & Planungsgesellschaft mbH (SMP Montage) aus Hamburg profitieren. „Als bisher einziges westliches Photovoltaik-Unternehmen haben wir ein Joint Venture mit einem Unternehmen aus dem Königreich Saudi-Arabien abgeschlossen“, sagt Michael Manfred Fischer, Geschäftsführer des Hamburger Ingenieurdienstleisters, im Gespräch mit pv magazine. Im vergangenen Herbst habe sein Unternehmen, das sämtliche EPC-Dienstleistung für den Bau von Photovoltaik-Anlagen erbringt, mit der Sharqawi Corporation aus Saudi-Arabien ein Know-how-Agreement geschlossen, das nun zu einem Gemeinschaftsunternehmen ausgebaut werden soll.

Der erste Kontakt zwischen den Unternehmen sei auf der Intersolar Europe im vergangenen Mai in München zustande gekommen, erzählt Fischer. Man habe ziemlich schnell festgestellt, dass man gut zusammenpasse und weitere Synergien nutzen wolle. Sharqawi gehört zu den führenden Elektromechanik-Unternehmen im Land. Der Umsatz des Konzerns lag in den vergangenen Jahren bei jeweils rund 15 Milliarden Euro. Im Zuge der Zusammenarbeit stehe momentan der Wissenstransfer im Vordergrund. SMP Montage vermittle dem Partner notwendige Kenntnisse zum Bau und Betrieb großer Photovoltaik-Anlagen. Die Bauausführung vor Ort solle künftig von Sharqawi übernommen werden.

Noch sei das Joint Venture formal nicht geschlossen, so Fischer weiter. „Es besteht aber Einigkeit, dass wir es gründen wollen.“ Der Geschäftsführer aus Hamburg rechnet im Laufe des Jahres mit der Unterzeichnung des Vertrags. „Wir sind dabei durchaus noch offen für weitere Partner, etwa aus dem Zulieferer- oder Entwicklungsbereich“, so Fischer weiter.

Saudi-Arabien gilt als ein geschlossener Photovoltaik-Markt. Internationale Unternehmen hätten bislang kaum Chancen gehabt, dort aktiv zu werden, sagt er. Auch künftig seien Kooperationen, wie die von SMP Montage und Sharqawi, das über gute Kontakte zur Regierung verfüge, hilfreich. Im Moment gehe es für das deutsche Unternehmen vor allem um die „Markterkundung“. „Wir sind dabei, bei den Unternehmen vor Ort eine Sensibilität für Photovoltaik herzustellen und gehen Anfragen durch“, sagt Fischer.

Die ersten Ausschreibungen für Großanlagen im Land habe „Leuchtturmcharakter“ für die Entwicklung des Photovoltaik-Marktes im Land. Nach Ansicht von Fischer hat sich die Regierung bei der Ausarbeitung der Mindestanforderungen sehr gut beraten lassen. Doch SMP Montage fokussiert sich eher auf das gewerbliche Photovoltaik-Segment in Saudi-Arabien. Auch hier gebe es ein sehr großes Potenzial. „Saudi-Arabien hat keine Flächenrestriktionen. Es gibt so viel freies Land. Daher geht es im gewerblichen Segment nicht nur um große Dachanlagen, sondern auch Freiflächenanlagen“, sagt Fischer weiter. Der Solarstrom sei dann für den Direktbezug durch die Unternehmen bestimmt. Als besondere Herausforderungen bei der Realisierung von Photovoltaik-Anlagen sieht er die Sandstürme in den Wüstengebieten. „Damit sind enorme Anforderungen an die Wartung, Betriebsführung und Reinigung der Anlagen verbunden.“

Derzeit suche SMP Montage noch nach Möglichkeit, wie die Local-Content-Bestimmungen in Saudi-Arabien erfüllt werden können. „EPC allein reicht dafür nicht aus“, so Fischer weiter. Doch wie hoch genau die Anforderungen sein werden, wird man das erst wissen, wenn die Regierung die finalen Vorgaben für Photovoltaik-Anlagen veröffentlicht. Wann genau das ist, kann auch Fischer nicht sagen. Doch wenn es soweit ist, will das Hamburger Unternehmen mit seinem Joint Venture für die Markteroberung bereitstehen.