CHEETAH: Photovoltaik-Innovationen für günstigere Zellen und Module

Bis zum Jahresende läuft das CHEETAH-Projekt noch. Am Donnerstag präsentierten die Wissenschaftler am Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) die Ergebnisse ihrer vierjährigen Forschungen. Im Fokus standen Lösungen, die die Kosten für Photovoltaik senken und gleichzeitig deren Effizienz steigern. „Wir hoffen, dass diese Technologie eine innovative Herstellung fördern und die Vermarktung von Photovoltaik-Produkten in Europa erleichtern kann“, erklärte Jan Kroon vom niederländischen Forschungsinstitut. Er ist zugleich Projektkoordinator von CHEETAH. An dem Konsortium sind 34 Partner aus 16 europäischen Ländern beteiligt.

Die am CHEETAH-Projekt beteiligten Wissenschaftler haben nach neuen Technologien für die Wafer basierte kristalline Photovoltaik, Dünnschicht und organische Photovoltaik geforscht. „Wir haben herausgefunden, dass bei kristallinen Solarmodulen eine Kostensenkung von 20 Prozent möglich ist, wenn die vom CHEETAH-Team entwickelte Wafertechnologie mit unter 100 Mikrometer dünnen Wafern verwendet wird“, so Kroon weiter. Bei der Veranstaltung in Adlershof wurden die Ergebnisse der Forscher mit Vertretern aus der Photovoltaik-Industrie diskutiert. Diese verwiesen darauf, dass „disruptive Zelltechnologien“ nötig seien, um konkurrenzfähig mit den asiatischen Wettbewerbern zu sein. Die höheren Lohnkosten spielten angesichts der fortschreitenden Automatisierung in der Photovoltaik-Produktion keine entscheidende Rolle mehr – mittlerweile stünden Effizienz und Technologie im Fokus. Entscheidend sei, dass innovative Produkte möglichst rasch auf den Markt gebracht würden, so die Industrievertreter.

Auch bei der Dünnschicht fanden die Wissenschaftler, dass durch den Einsatz intelligenter Zellen diese Technologie effizienter gemacht werden könne. Für die organische Photovoltaik seien billigere Verpackungslösungen als Schlüssel für Kostensenkungen entwickelt worden. Sie machten einen Großteil der Materialkosten aus, betonte Kroon. Gerade bei Modulen für gebäudeintegrierte Photovoltaik (BIPV) oder auch bei organischen Photovoltaik-Produkten sahen die Vertreter in Berlin eine große Zukunft für die europäische Solarindustrie. In diesen Gebieten habe Europa noch einen technologischen Vorteil gegenüber der asiatischen Konkurrenz, den es zu verteidigen gelte. Die Bedeutung von BIPV werde europaweit in naher Zukunft massiv zunehmen, zeigten sich die Vertreter sicher.

Für eine wirkliche Konkurrenzfähigkeit deutscher Photovoltaik-Hersteller sei es aber entscheidend, dass sie über hochskalierte Produktionskapazitäten verfügten. Solarpower Europe setzt sich nach Aussagen von CEO James Watson beim „Clean Energy Industrial Competitiveness Forum“, das die Europäische Kommission jüngst gründete, dafür ein, dass Hersteller mehr staatliche Finanzierungsmöglichkeiten zum Aufbau der Kapazitäten erhielten. Derzeit scheitert es oftmals daran, weil den Photovoltaik-Herstellern in Europa der Zugang zu günstigem Kapital fehlt, um Produktionen im Gigawatt-Maßstab aufzubauen. Doch nur in solchen Größenordnungen können sie mit den Herstellern aus China konkurrieren.

Zudem waren sich die Vertreter aus Wissenschaft und Industrie einig, dass sie künftig enger zusammenarbeiten müssten, um erfolgreich zu sein. Es gelte, Ergebnisse miteinander zu teilen und bei der Entwicklung der neuen Produkte noch intensiver zu interagieren. Mit der CHEETAH-Gruppe sei eine Plattform etabliert worden, die eine langfristige Zusammenarbeit des europäischen Forschungs- und Entwicklungssektors ermögliche, um die Photovoltaik-Industrie auf dem neuesten Stand der Technik zu halten, so Kroon zum Abschluss.

CHEETAH ist von der Europäischen Kommission über das 7. Rahmenprogramm für Forschung und technologische Entwicklung mit 9,7 Millionen Euro gefördert worden. Das Gesamtbudget für die vierjährigen Forschungsarbeiten belief sich auf 13,3 Millionen Euro.