Deutsche Photovoltaik-Zulieferer mit Rekordexportquote von 97 Prozent

Die asiatische Solarindustrie hat in diesem Jahr weiter kräftig in den Ausbau ihrer Photovoltaik-Produktionskapazitäten investiert. Die Hersteller von Komponenten, Maschinen und Anlagen für die Photovoltaik in Deutschland profitierten davon und verzeichneten im zweiten Quartal einen Anstieg der Umsätze um 51 Prozent gegenüber dem ersten Quartal, wie der VDMA Photovoltaik-Produktionsmittel am Donnerstag mitteilte. Die Auftragsbücher der deutschen Zulieferer seien gut gefüllt. Das Verhältnis von Bestellungen zu ausgelieferten Anlagen („Book-to-Bill“) habe im zweiten Quartal bei 1,3 gelegen.

„Die hohe Investitionstätigkeit der Solarzellenhersteller in den Ausbau bestehender und neuer Produktionskapazitäten hält an, die Produktion ist ausgelastet. Jedoch wirken sich die niedrigen Preise negativ auf die Umsätze aus. Neue Aufträge kamen verstärkt für PERC und Black Silicon Anlagen im kristallinen Silizium sowie aus dem Dünnschichtbereich“, sagte Peter Fath, Geschäftsführer der RCT Solutions GmbH und Vorsitzender des Vorstands von VDMA Photovoltaik-Produktionsmittel. Photovoltaik-Hersteller weltweit setzten stark von Technologie und Maschinen aus Deutschland. Die Exportquote der deutschen Photovoltaik-Zulieferer habe im zweiten Quartal einen Rekordwert von 97 Prozent erreicht.

Das Kerngeschäft werde weiterhin in Ostasien gemacht. Der von dort stammende Anteil am Gesamtumsatz belief sich im zweiten Quartal 2017 auf 72 Prozent, wie der VDMA weiter mitteilte. 53 Prozent davon entfielen auf China. Der restliche Umsatz stamme zu 12 Prozent aus Amerika und 11 Prozent aus Europa. Die deutschen Photovoltaik-Hersteller machten im zweiten Quartal nur fünf Prozent aus.

Das umsatzstärkste Segment im zweiten Quartal 2017 war für den deutschen Photovoltaik-Maschinenbau erneut das Produktionsequipment für die Zelle mit 59 Prozent. Dahinter folgten dem VDMA zufolge die Produktionslösungen für die Dünnschicht-Photovoltaik mit 24 Prozent. Dabei liege der Anteil der Produktionskapazitäten für Dünnschichtmodule bei weniger als zehn Prozent. „Der hohe Anteil gerade auch für Equipment zur Herstellung von Dünnschicht-Modulen zeigt, dass deutsches Produktionsequipment gefragt ist“, sagte Jutta Trube, Geschäftsführerin VDMA Photovoltaik-Produktionsmittel. Anlagen zur Poly-Silizium-, Ingot- und Wafer Fertigung machten im zweiten Quartal zehn Prozent und Equipment für das kristalline Backend – die Modulproduktion – sieben Prozent am Umsatz aus.

Zwischen April und Juni sei gegenüber dem ersten Quartal ein wieder sinkender Auftragseingang zu verzeichnen gewesen. „Der extrem hohe Auftragseingang im ersten Quartal hinterlässt dicke Auftragsbücher, die in den nächsten Monaten abgearbeitet werden“, so Trube weiter. Die Auftragsreichweite der deutschen Photovoltaik-Maschinenbauer habe im zweiten Quartal mit 6,4 Produktionsmonaten leicht über dem Wert des Gesamt-Maschinenbaus gelegen.