JA Solar: Vorstandschef gibt überarbeitetes Übernahmeangebot ab

Vorstandschef Baofang Jin hat ein überarbeitetes, nicht-bindendes Angebot für den Kauf von JA Solar abgegeben. Er und seine Jinglong Group, dessen einziger Direktor er ist, bieten den Kauf der ausstehenden Aktien zum Preis von 6,80 US-Dollar pro American depositary share (ADS) an, was fünf einfachen Aktien des chinesischen Photovoltaik-Herstellers entspreche, hieß es am Dienstag. Das bereits nach dem ersten Übernahmeangebot durch das Bieterkonsortium gebildete Spezialkomitee werde nun das überarbeitete Angebot prüfen. Dazu habe es entsprechende Finanz- und Rechtsberater an seiner Seite. Es gebe keine Sicherheit, dass ein definitives Übernahmeangebot gemacht werde oder eine Vereinbarung zustandekomme, hieß es bei JA Solar weiter.

Vor genau zwei Jahren hatten Jin und die Jinglong Group ein erstes Angebot vorgelegt, bei dem der Kauf der ausstehenden Aktien sowie die anschließende Privatisierung des chinesischen Photovoltaik-Herstellers geplant war. Damals lag der gebotene Preis pro ADS-Aktien bei 9,69 US-Dollar. Die Anpassung des Angebotspreises sei schwierig, aber notwendig gewesen, heißt es im überarbeiteten Angebot. Sie liege in den rauer als erwarteten Marktbedingungen, die der Photovoltaik-Hersteller ausgesetzt sei. So sei es schwieriger geworden, an den globalen Finanzmärkten frisches Kapital oder Kredite zu erhalten. Zudem bleibe der Ausblick für die Solarindustrie insgesamt hoffnungsvoll, kurzfristig sei aber mit steigenden Überkapazitäten und sinkender Nachfrage zu rechnen. So seien auch im ersten Quartal 2017 die Bruttomargen der Unternehmen weiter zurückgegangen aufgrund der sinkenden Durchschnittverkaufspreise. Zudem sei in China mit einer deutlich schwächeren Nachfrage nach den geplanten Tarifkürzungen im zweiten Halbjahr zu erwarten, heißt es in dem Schreiben. Zudem gingen auch die Preise und die Nachfrage in Südamerika und Indien voraussichtlich zurück, die mittlerweile Schlüsselmärkte für den Absatz seien. Auch die Handelspolitik und staatliche Förderung in einigen Ländern sei eher unsicher und es könne zu unvorhergesehenen Änderungen kommen. Als Beispiel werden die USA angeführt, in denen nun die Petition nach Section 201 geprüft wird und in vierjährigen Mindestimportpreisen für alle Waren, die von außerhalb kommen, münden könnte. Überdies sei auch zu erwarten, dass der Photovoltaik-Zubau nach 34,2 Gigawatt im vergangenen Jahr in China auf 31,5 Gigawatt in diesem Jahr sinken. Gekoppelt mit der Überkapazität der chinesischen Solarindustrie könnten größere Herausforderungen auf das Unternehmen zu kommen, wenn es weiter wachsen oder auch seine Marktposition behaupten wolle.