Yingli zieht sich aus dem Undertaking zurück

Yingli Green Energy hat am Dienstag seinen Rückzug aus dem Undertaking angekündigt. Dieses ist seit Dezember 2013 in Kraft und sieht für in China produzierte kristalline Solarmodule und -zellen einen Mindestimportpreis sowie Einfuhrvolumen in der EU vor.  Mit dem Rückzug aus der Vereinbarung akzeptiert Yingli die Zahlung der Anti-Dumping- und Anti-Subventionszölle, die für den chinesischen Hersteller bei 35,5 und 6,3 Prozent lägen. Die durchschnittlichen Verkaufspreise für Solarmodule seien in allen großen EU-Märkten weiter zurückgegangen. Der Mindestimportpreis reflektiere daher nicht mehr genau den derzeitigen Marktpreis, hieß es zur Begründung für den Ausstieg. Die weitere Teilnahme an dem Undertaking würde Yingli im Wettbewerb behindern. Zudem würden Mindestimportpreis potenziell die Entwicklung der Solarindustrie sowie die Photovoltaik-Endkunden in der EU schädigen, hieß es weiter. Yingli wolle aber auch nach dem Ausstieg aus dem Undertaking den europäischen Markt weiter beliefern.

Erst im März hatte die EU-Kommission das Undertaking sowie die bestehenden Anti-Dumping- und Anti-Subventionszölle für die kristallinen Photovoltaik-Produkte aus China um 18 Monate verlängert. Zugleich eröffnete Brüssel eine Zwischenprüfung, in der es um eine Anpassung des Undertakings sowie der Mindestimportpreise geht. Die Ergebnisse sollen binnen sechs bis neun Monaten veröffentlicht werden. Mittlerweile sind fast alle großen Photovoltaik-Hersteller aus China aus dem Undertaking – teilweise haben sie sich freiwillig zurückgezogen, teilweise sind sie von der EU-Kommission wegen nachgewiesener Verstöße ausgeschlossen worden.