IBC Solar kann Geschäft wieder ausbauen

IBC Solar hat wie viele Unternehmen in der deutschen Solarbranche eine schwierige Zeit durchgemacht und das Geschäft neu strukturiert. Das Bad Staffelsteiner Photovoltaik-Unternehmen stellt mittlerweile aber wieder neue Mitarbeiter ein. „Wir konnten in diesem Jahr unseren Umsatz erhöhen und sind wieder bei etwa 215 Mitarbeitern“, sagt Udo Möhrstedt im Interview mit pv magazine. Im Gegensatz dazu befindet sich der deutsche Photovoltaik-Markt weiter im Abwärtstrend. Möhrstedt rechnet in diesem Jahr mit einem Zubau von etwa 1,3 Gigawatt. „Im nächsten Jahr werden es dann wohl etwa 1,5 bis 1,7 Gigawatt sein“, sagt der IBC Solar-Vorstandschef und Gründer. Er habe auch eine Entwicklung in diesem Jahr beobachtet: So seien am Jahresanfang vor allem private Photovoltaik-Dachanlagen gefragt gewesen. Zum Jahresende nehme nun die Nachfrage nach gewerblichen Photovoltaik-Anlagen deutlich zu.

Im Freiflächen-Segment ist der Markt durch die Pilotausschreibungen nun gedeckelt. IBC Solar hat sich an den ersten beiden Runden beteiligt und konnte auch drei Zuschläge für insgesamt rund 11 Megawatt erzielen. Auch an der derzeit laufenden dritten Runde werde sich das Unternehmen wieder beteiligen, sagt Möhrstedt. Allerdings würden die bereits bezuschlagten Projekte in diesem Jahr nicht mehr realisiert, wenngleich. IBC Solar sich bereits Module gesichert habe. Angesichts der enormen Nachfrage aus den Photovoltaik-Märkten in China und den USA sei dies ein wichtiger Schritt gewesen. Viele Konkurrenten, die auf fallende Modulpreise in der nächsten Zeit hofften, könnten sich verspekuliert haben, so Möhrstedt weiter.

Doch IBC Solar setzt nicht nur auf das Photovoltaik-Geschäft in Deutschland. Zuletzt kündigte das Unternehmen neue Aktivitäten auf dem kolumbianischen Photovoltaik-Markt an. Beim Auslandsgeschäft verfolgt IBC Solar dabei zwei unterschiedliche Strategien. Wie in Kolumbien setzt das Systemhaus in vielen Märkten auf das Handelsgeschäft über Distributionspartner vor Ort. In Chile beispielsweise ist IBC Solar aber im Projektgeschäft tätig. Lateinamerika ist durchaus ein interessantes Ziel für zukünftige Geschäfte. Neben Kolumbien und Chile setzt IBC Solar auch auf die Karibik und Mexiko, wie Möhrstedt erklärt. Die Zusammenarbeit mit einem Partner vor Ort sei dabei immer ein Muss. Insgesamt hat IBC Solar ein Netzwerk von rund 600 Fachpartnern in Deutschland und ist mit Tochtergesellschaften und Partnerunternehmen insgesamt in rund 30 Ländern aktiv.

Die Entscheidung von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD), die KfW-Speicherförderung für kleine Photovoltaik-Anlagen nicht über das Jahresende verlängern zu wollen, überrascht Möhrstedt nicht wirklich. Das Ministerium in Berlin werde derzeit von Konzernen der konventionellen Energiewirtschaft massiv beeinflusst. Allerdings verweist er darauf, dass in den Ländern Speicher vermehrt extra gefördert werden. So habe Sachsen schon 2014 als erstes Bundesland eine Speicherförderung aufgelegt. Bayern rief erst vor wenigen Wochen sein 10.000-Häuser-Programm aus, mit dem auch Speicher in Kombination mit Photovoltaik-Anlagen bezuschusst würden, so Möhrstedt. Auch in anderen Bundesländern werde es voraussichtlich einzeln aufgelegte Förderprogramme geben. (Sandra Enkhardt)