Younicos: WEMAG-Großspeicher übertrifft Erwartungen

„Europas erster kommerzieller Batteriespeicher hat die in ihn gesetzten Erwartungen erfüllt.“ Dies ist das Fazit bei Younicos, das die Technologie für den 5-Megawatt-Großspeicher in Schwerin lieferte. Der Betreiber des Lithium-Ionen-Speichers, der Ökostromanbieter WEMAG, habe trotz weiterhin bestehender Benachteiligungen gegenüber konventionellen Kraftwerken alle Primärregelleistungsausschreibungen gewonnen, für die der Großspeicher mitgeboten habe. Durchschnittlich sei dabei ein Erlös von 3.810 Euro pro Megawatt erzielt worden.

„Dank stabiler Preise am Primärregelleistungsmarkt und eines optimierten Gebotsverfahrens durch unseren Energiehandel erwirtschaftet der Batteriespeicher ein Jahr nach Inbetriebnahme Umsätze, die weit über den Erwartungen zum Zeitpunkt der Investitionsentscheidung lagen“, erklärte Thomas Pätzold, Technikvorstand der WEMAG. Dabei sei ein weiteres Megawatt der Leistung noch gar nicht durch die vier Übertragungsnetzbetreiber präqualifiziert worden. Es seien aber bereits alle erforderlichen technischen Voraussetzungen erfüllt. Die WEMAG sei „zuversichtlich, bald auch die vollen fünf Megawatt vermarkten zu können und damit unsere Erlöse zu steigern“, sagte Pätzold weiter.

Younicos-Gründer Clemens Triebel forderte eine Nachbesserung für Batteriespeicher, um die systematische Benachteiligung zu beseitigen. So sei nachgewiesen, dass Speichersysteme das Stromsystem entlasteten, während die Must-run-Leistung konventioneller Kraftwerke die Leitungen für saubere Energie verstopfe. „Dabei zeigt WEMAG eindrücklich, dass sich intelligente Kurzzeitspeicher schon heute aus betriebswirtschaftlicher und volkswirtschaftlicher Sicht lohnen. Mit der systematischen Benachteiligung von Speichern machen wir die Energiewende unnötig teuer. Deutschland hängt da leider international mittlerweile hinterher. In Amerika etwa wird längst auch Schnelligkeit und Präzision honoriert“, so Triebel weiter, der Chief Visionary Officer bei dem Berliner Speicherpionier ist.

Foto: WEMAG

Mitte September 2014 ist der 5-Megawatt-Großspeicher in Schwerin ans Netz gegangen. Younicos konzipierte die vollautomatische Anlage, die kurzfristige Schwankungen in der Frequenz des Stromnetzes ausgleicht. Damit können mehr Photovoltaik und Windkraft im Netz integriert werden. Die Bauzeit betrug zwölf Monate. Der Speicher besteht aus 25.600 Lithium-Manganoxid-Zellen, die den Strom in Millisekunden speichern. Fünf Mittelspannungs-Transformatoren verbinden das Kraftwerk sowohl mit dem regionalen Verteilnetz als auch mit dem nahe gelegenen 380-Kilovolt-Höchstspannungsnetz. (Sandra Enkhardt)