RWE startet Power-to-Gas-Anlage in NRW

RWE hat am Montag den Betrieb seiner Power-to-Gas-Anlage in Ibbenbüren offiziell aufgenommen. Bei der Anlage in Nordrhein-Westfalen (NRW) werde erstmals eine Systemlösung verwendet, die die örtliche Strom-, Erdgas- und Fernwärmeversorgung effizient miteinander verbinde, teilte der Essener Energiekonzern. Überschüssiger Strom aus regenerativen Quellen werde dabei durch einen Elektrolyseur in Wasserstoff umgewandelt und anschließend im Erdgasnetz zwischengespeichert. Zu einem späteren Zeitpunkt könne er dann wieder für die Stromproduktion in einem Blockheizkraftwerk eingesetzt werden. Die Anlage habe eine elektrische Nennleistung von 150 Kilowatt und einen Nutzungsgrad von 86 Prozent

„Das Power to Gas-Verfahren gilt langfristig als eine der Schlüsseltechnologien für die künftige Energieversorgung“, wie es bei RWE weiter hieß. Sie mache es möglich, unmittelbar auf die schwankende Einspeisung aus Photovoltaik- und Windkraftanlagen zu reagieren. Energiespeicher seien dabei ein „unverzichtbares Element unseres künftigen Stromsystems“, erklärte der Vorstandschef von RWE Deutschland, Arndt Neuhaus mit Blick auf den angestrebten Anteil von 50 Prozent Erneuerbare bis 2030.

Alternative zum Stromnetzausbau

„Um überschüssigen Strom aus erneuerbaren Energien in unser Netz aufnehmen zu können, brauchen wir Alternativen zum herkömmlichen Netzausbau. Dies war der Antrieb, um in diese Technologie einzusteigen“, ergänzte Joachim Schneider, Technikvorstand von RWE Deutschland. Der Vorteil von Power-to-Gas-Anlagen sei auch, dass mit dem Erdgasnetz bereits eine Infrastruktur mit großen Speicherkapazitäten bestehe. (Sandra Enkhardt)

Nahmen die Power to Gas-Anlage von RWE am Montag offiziell in Betrieb: Heinrich Dornbusch, Vorsitzender Geschäftsführer der Landesinitiative KlimaExpo.NRW, Garrelt Duin, Minister für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk in NRW, Arndt Neuhaus, Vorstandsvorsitzender der RWE Deutschland AG, Heinz Steingröver, Bürgermeister der Stadt Ibbenbüren und Joachim Schneider, Technikvorstand der RWE Deutschland AG (v.l.n.r.).