Prozessauftakt gegen Ex-Conergy-Manager

Vor dem Hamburger Landgericht hat am Mittwoch der Prozess gegen die ehemalige Führungsriege der Conergy AG begonnen. Drei Ex-Vorstände, darunter Firmengründer Hans-Martin Rüter, und der ehemalige Aufsichtsratschef Dieter Ammer müssen sich nun wegen Marktmanipulation, Bilanzfälschung und Insiderhandel verantworten. Rüter wies nach einer Meldung von dpa-AFX die Vorwürfe zu Prozessbeginn zurück. "Wir haben eine ganze Reihe Argumente, die beweisen, dass wir richtig bilanziert haben. Die Vorwürfe sind nicht gerechtfertigt, deshalb blicken wir ganz positiv auf das Ergebnis", erklärte er demnach am Rande der Verhandlung.

Die Hamburger Staatsanwaltschaft wirft der ehemaligen Führungsriege des Photovoltaik-Hersteller unter anderem vor, von Dezember 2006 bis April 2007 im Wissen um eine gefälschte Bilanz selbst gehaltene Unternehmensaktien für insgesamt rund 42 Millionen Euro brutto verkauft zu haben, wie dpa-AFX meldet. Der "Weser-Kurier" berichtet, dass sich die Gewinne der damaligen Manager zwischen 108.000 Euro und 16,5 Millionen Euro bewegen sollen. Die Anklage daher von unzulässigen Gewinnen von insgesamt rund 30 Millionen Euro ausgeht.

Rüter hatte die Vorwürfe schon früher stets bestritten. Die Hamburger Staatsanwaltschaft hatte die Anklage bereits im Juli 2011 erhoben. Nun fast vier Jahre später folgt der Prozess. Das Photovoltaik-Unternehmen hat sich in der Zwischenzeit grundlegend gewandelt.

Conergy musste 2013 Insolvenz anmelden. Kurz nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens übernahm der US-Finanzinvestor Kawa Solar Holdings verschiedene Vertriebs- und Serviceeinheiten. Die ebenfalls insolvente Tochter Conergy Solarmodule GmbH wurde anschließend vom chinesischen Konkurrenten Astronergy übernommen, der mittlerweile in Frankfurt/Oder wieder Solarmodule produziert. Auch die Tochter Mounting Systems fand mit NWI im Zuge des Insolvenzverfahrens einen neuen Investor. (Sandra Enkhardt)