Neuer Zündstoff für EEG-Umlage

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Zehn Tage vor der der offiziellen Verkündung der EEG-Umlage für das kommende Jahr haben die Übertragungsnetzbetreiber den aktuellen Stand der Einnahmen und Ausgaben auf ihrer Webseite veröffentlicht. Bereits im September lag demnach das EEG-Konto bei knapp 2,6 Milliarden Euro im Minus. Nach einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Montagausgabe) erwarten die Netzbetreiber, dass sich das Finanzierungsdefizit für das Gesamtjahr leicht auf vier Milliarden Euro summieren könnte. Dem Bericht zufolge ergibt es sich auch dem unerwartet hohen Zubau für Photovoltaik-Anlagen, aber auch aus den überproportional stark gestiegenen Ausgaben für Grünstrom. Außerdem müssten die Übertragungsnetzbetreiber auch noch neue Belastungen von bis zu einer halben Milliarde Euro für die Anbindung von Offshore-Windparks einrechnen. All dies wird nun auf die EEG-Umlage des nächsten Jahres aufgeschlagen. Experten gehen davon aus, dass die die Umlage von derzeit knapp 3,6 auf etwa 5,2 Cent je Kilowattstunde steigen.

Vertreter der Solarbranche halten die Schätzungen, dass das Finanzierungsdefizit auf vier Milliarden Euro steigen wird, für unseriös. Am kommenden Montag werden die Übertragungsnetzbetreiber die Höhe der Umlage für 2013 offiziell bekanntgeben. Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) geht ebenfalls von einem deutlichen Anstieg auf etwa fünf Cent je Kilowattstunde aus. Allerdings sei der Anstieg nicht primär mit dem Ausbau der Erneuerbaren wie Photovoltaik, Wind und Biomasse zu begründen, sondern eher mit den vielen Sonderregelungen für die Industrie, dem nachträglichen Ausgleichs des EEG-Kontos sowie den sinkenden Strompreisen an der Strombörse. Ähnlich argumentiert auch Grünen-Energieexperte Hans-Josef Fell: "Auch innerhalb der EEG-Umlage spielt der Ausbau der Erneuerbaren Energien bei der Erhöhung der EEG-Umlage eine untergeordnete Rolle. Kostentreiber sind hier vielmehr die Ausweitung der Befreiungen für die energieintensive Industrie und der gesunkene Börsenstrompreis." (Sandra Enkhardt)