Anhaltende Engpässe bei Sunways

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Die Sunways AG hat nun ihre Zahlen für das zweite Quartal 2012 vorgelegt. Demnach haben sich die Umsätze im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als halbiert und lagen bei 17,2 Millionen Euro, wie der Photovoltaik-Hersteller aus Konstanz mitteilte. Das EBIT-Ergebnis sei zugleich erneut deutlich negativ gewesen. Der Verlust von 6,5 Millionen Euro bewegte sich im Bereich des Vorjahres. Für das erste Halbjahr sieht die Bilanz bei Sunways damit insgesamt düster aus. Der Umsatz lag nach Angaben von Sunways bei 27,9 Millionen Euro bei einem EBIT-Verlust von 13,3 Millionen Euro.

Als Gründe für das schlechte Ergebnis führte Sunways an, dass der Absatz von Solarmodulen wegen anhaltender Materialengpässe bei LDK Solar nur eingeschränkt möglich gewesen sei. Die Umsätze in diesem Segment sanken im Vergleich zum Vorjahr von 29,1 auf 7,7 Millionen Euro im zweiten Quartal. Neben den Materialengpässen machten dem Photovoltaik-Hersteller auch die weiter sinkenden Preise für Solarmodule dabei zu schaffen. Sie seien binnen Jahresfrist um etwa 40 Prozent gefallen. Weiterhin habe es zu Jahresbeginn auch Waferengpässe gegeben, so dass Sunways nur eingeschränkt Solarmodule herstellen konnte. Dies sei nur teilweise durch den Verkauf von LDK Solar-Modulen ausgeglichen worden.

Auch der Umsatz bei Solarzellen sei binnen Jahresfrist um 77,7 Prozent auf 5,9 Millionen Euro gesunken, teilte der Photovoltaik-Hersteller weiter mit. Auch in diesem Segment seien weiter fallende Preise zu verzeichnen. „Wegen der Fertigungsengpässe in der Modulproduktion der LDK Solar musste auch die Zellproduktion bei der Sunways Production GmbH im zweiten Quartal gedrosselt werden, um ein übermäßiges Anwachsen von Lagerbeständen zu vermeiden“, hieß es weiter. Ein kleiner Lichtblick war dagegen der Absatz bei Wechselrichtern. Sunways habe ich diesem Bereich den Umsatz um zehn Prozent auf 8,8 Millionen Euro leicht steigern können. Allerdings sei es wegen der lebhaften Nachfrage – ausgelöst durch die erneute EEG-Debatte in Deutschland – bei großen Invertern teilweise zu Versorgungsengpässen gekommen. Zudem konnte Sunways durch den Druck auf die Wechselrichter-Preise den Gewinn nicht in gleichem Maße wie den Umsatz erhöhen.

Die Aussichten für das Geschäftsjahr 2012 insgesamt sind bei Sunways angesichts des massiven Preisverfalls infolge der Überkapazitäten sowie der zunehmenden Konsolidierung der Photovoltaik-Industrie eher düster. Der Vorstand rechne mit negativen Auswirkungen auf das Ergebnis und den Cashflow. "Dieses schwierige Marktumfeld fordert alle Marktteilnehmer aufs Äußerste“, sagte Sunways-Vorstandschef Michael Wilhelm. Dennoch zeigte er sich zuversichtlich, dass die Kooperation mit dem chinesischen Konzern LDK Solar das Unternehmen wieder wettbewerbsfähig und profitabel machen werde. Außerdem wolle Sunways seine Aktivitäten außerhalb Deutschland verstärken. In diesem Jahr habe der Hersteller vor allem auf einzelnen osteuropäischen Photovoltaik-Märkten sowie in Australien positive Entwicklungen vollzogen. Das Ziel für das laufende Jahr sei, die Absatz- und Umsatzentwicklung insgesamt zu stabilisieren und die Verluste im Vergleich zum Vorjahr zu verringern. Allerdings hieß es abschließend: „Vor dem Hintergrund der sich ständig wandelnden politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ist eine weitergehende Prognose für das laufende Jahr nicht möglich.“ (Sandra Enkhardt)