EPIA: Über 200 Gigawatt Photovoltaik bis 2016

Teilen

300 bis 500 Prozent Wachstum bis zum Jahr 2016 – das prognostiziert der europäische Branchenverband EPIA für die weltweit installierte Photovoltaik-Leistung. Während im Moment global etwa 70 Gigawatt Module Photovoltaik-Strom erzeugen, erwartet EPIA bis 2016 über 200 Gigawatt. Bei weltweit günstigen politischen Rahmenbedingungen hält der Verband sogar 340 Gigawatt für möglich. Das zeigt die aktuelle Marktstudie „Global Market Oulook for Photovoltaics Until 2016“. 

Die Struktur des Photovoltaik-Marktes jedoch, auch das ein Ergebnis der Studie, wird sich umfassend verändern. 2011 hat Europa die Nachfrage klar dominiert. 75 Prozent des weltweiten Photovoltaik-Zubaus im Jahr 2011 wurden in Europa installiert, hier befinden sich auch 75 Prozent der global installierten Photovoltaik-Leistung. Die Länder mit der stärksten Nachfrage waren 2011 der Studie zufolge Italien mit 9,3 Gigawatt und Deutschland mit 7,5 Gigawatt. EPIA erwartet jedoch, dass der Asien-Pazifik-Raum bald an Europa vorbeiziehen wird: Die Solarstrom-Kapazitäten in China und Indien sollen demnach am stärksten wachsen, gefolgt von Südostasien, Lateinamerika, dem Mittleren Osten und Nordafrika. 2011 seien bereits 7,7 Gigawatt Photovoltaik-Leistung in Ländern außerhalb Europas installiert worden, vor allem in China (2,2 Gigawatt), den USA (1,9 Gigawatt), Japan (1,3 Gigawatt) und Australien (774 Megawatt) – 2010 waren es erst drei Gigawatt.

Der weltweite Photovoltaik-Zubau könnte in den kommenden Jahren jedoch niedriger ausfallen als 2011, als knapp 30 Gigawatt erreicht wurden. EPIA hält für die Jahre 2012 und 2013 je nach Szenario sowohl 20 als auch 40 Gigawatt für möglich. 2016 könnten es unter günstigen Bedingungen zwar bis zu 77 Gigawatt sein, allerdings ordnet EPIA dabei zwei Drittel der Nachfrage Ländern außerhalb Europas zu. Denn für die Märkte in Europa prognostiziert EPIA in den kommenden Jahren – besonders kritisch ist das Jahr 2013 – eine deutlich sinkende Nachfrage, die sich erst danach wieder langsam erholen soll. Vor allem in Deutschland sind die hohen Wachstumsraten der vergangenen Jahre EPIA zufolge nicht zu halten. Für 2012 erwartet der Verband zwar noch einen Zubau zwischen fünf und acht Gigawatt; in den Jahren danach liegen die Zubau-Prognosen jedoch nur noch zwischen zwei und fünf Gigawatt. (Petra Hannen)