Die Lüge vom teuren Ökostrom

Ende vergangener Woche zeigte das ARD-Nachrichtenmagazin Monitor einen Beitrag über „Die Lüge vom teuren Ökostrom.“ Monitor geht in der Sendung den jüngsten Vorwürfen gegen die Ökostrombranche auf den Grund, in denen behauptet wird, Ökostrom würde alles noch teurer machen. Die Vorwürfe basieren zum großen Teil auf einer Studie des Essener Wirtschaftsforschungsinstituts RWI. Den Berechnungen der Studie zufolge müssten Stromkunden Subventionen von 64 Milliarden Euro für den Ökostrom zahlen. Was in der Kalkulation der RWI-Studie nicht mit eingerechnet wird, sind die preissenkenden Effekte des Ökostroms an der Strombörse. Durch das erhöhte Stromangebot sinken die Preise und sparen so mehrere Milliarden Euro pro Jahr ein. Doch die fallenden Preise an der Strombörse sorgen leider nicht für fallende Preise bei den Kunden, sondern ermöglichen den Energieriesen lediglich sattere Gewinne. Dies rechnen zumindest Wirtschaftsanalysten vom Wuppertal-Institut vor.

Besonders interessant an der Geschichte ist, wer die RWI-Studie finanziert hat. Das IER ist laut Monitor eine US-amerikanische Lobbyorganisation für Öl- und Kohlekonzerne. In der deutschen Version der Studie wird dieser heikle Sponsor nicht einmal genannt. Auf Anfrage von Monitor gibt sich Dr. Manuel Frondel vom RWI überrascht: „Das war uns nicht in diesem Maße bekannt.“ Prof. Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung bezeichnet die Berechnungen in der RWI-Studie als Horrorzahlen und sagt: „Ich glaube, man will ein bisschen Angst machen.“ Die Öko-Umlage fällt im Vergleich zu den Gewinnmargen der Strom-Riesen nämlich kaum ins Gewicht. Alfons Schulte vom Solarenergieförderverein Deutschland hält die Studie für reine Kampagnenarbeit. Dies passiere „immer kurz bevor politische Entscheidungen anstehen, die mit dem Ausbau oder dem Bremsen der erneuerbaren Energien zu tun haben“, so Schulte.

Sehen Sie sich denMonitor-Beitrag in der ARD-Mediathek an. (Mirco Sieg)