Die beiden Photovoltaik-Unternehmen haben einen Vergleich abgeschlossen. Ecosolifer zahlt einen Abschlag für die 2015 bestellte Linie für die Zellproduktion, dennoch entsteht Meyer Burger ein Nettoverlust von knapp 2 Millionen Schweizer Franken.
In einem Whitepaper skizzieren die beiden Photovoltaik-Unternehmen, wie der Ausbau einer wettbewerbsfähigen Wertschöpfung in Deutschland und Europa gelingen kann. Dies wäre auch wichtig, um Technologien und Innovationen hierzulande zu bewahren. Dabei machen Meyer Burger und SMA vier konkrete Vorschläge, bei denen sie sowohl die Erzeugung des Solarstroms im Blick haben als auch die Herstellung der dazu erforderlichen Photovoltaik-Produkte.
Der Schweizer Photovoltaik-Konzern und das ebenfalls in der Schweiz ansässige Forschungs- und Entwicklungszentrum arbeiten seit sieben Jahren zusammen und haben ihre Kooperation um weitere drei Jahre verlängert. Ziel sind durchschnittliche Fertigungswirkungsgrade auf Modulebene von über 24 Prozent und niedrigere Herstellungskosten.
Zwei Zuschläge aus Ausschreibungsrunden von 2018 und 2019 mit einem mittleren Zuschlagswert von knapp unter 6 Cent pro Kilowattstunden werden mit dem Projekt eingelöst. 11.000 bifaziale Solarmodule sind für die Anlage aufgeständert worden. Für künftige Projekte liebäugelt Next2Sun auch mit dem Einsatz von Heterojunction-Modulen, wie sie Meyer Burger ab kommendem Jahr in Deutschland produzieren will.
Interview: Meyer Burger vertraut ganz auf seine Heterojunction/Smartwire-Technologie, die aus dem Schweizer Anlagenbauer ein en profitablen Zell- und Modulhersteller machen soll. CEO Gunter Erfurt glaubt an eine rasche Wettbewerbsfähigkeit mit Mono-Perc-Modulen und erklärt, was er sich an Unterstützung wünscht, damit das Vorhaben gelingt.
Um eine industrielle Umsetzung zu beschleunigen, sollen nicht nur Leuchtturmwirkungsgrade unter Standardtestbedingungen erreicht werden, sondern auch ein signifikanter Mehrertrag in der Energieausbeute. An dem Projekt sind das Institut für Solarenergieforschung (ISFH), das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und das Institut für Materialien und Bauelemente der Elektronik der Universität Hannover sowie die Unternehmen Centrotherm, Singulus, Meyer Burger und Von Ardenne beteiligt.
Das Schweizer Unternehmen durchläuft gerade eine grundlegende strategische Neuausrichtung – vom Maschinenbauer zum vertikal integrierten Zell- und Modulhersteller. Der Nettoumsatz sank in den ersten sechs Monaten dieses Jahres auf 51 Millionen Schweizer Franken, nach 122,6 Millionen Schweizer Franken im ersten Halbjahr 2019.
Der Schweizer Technologiekonzern hat sein deutsches Tochterunternehmen Muegge an die Beteiligungsgesellschaft HQ Equita verkauft. Für Meyer Burger sei der Hersteller für Mikrowellen- und Plasmasysteme wegen der Transformation zum Solarzellen- und Modulproduzenten kein strategischer Geschäftsbereich mehr.
Die Gläubiger der Solarworld Industries GmbH haben den Verkauf der Photovoltaik-Fertigung an den Schweizer Technologiekonzern jetzt einstimmig gebilligt. Meyer Burger will dort künftig seine hocheffizienten Solarmodule fertigen.
Fast 99 Prozent der Bezugsrechte wurden ausgeübt und damit hat Meyer Burger 165 Millionen Schweizer Franken erlöst. Damit ist die Voraussetzung für den Aufbau der Zell- und Modulproduktion in Deutschland erfüllt, die im ersten Halbjahr 2021 starten soll.