Deutschland könnte für ein klimaneutrales Stromsystem bis 2045 rund 53 Gigawatt wasserstofffähige Gaskraftwerksleistung benötigen. Das ergibt eine Modellstudie von Forschenden der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Die Zahl beschreibt die Gesamtkapazität notwendiger steuerbarer Gaskraftwerke im zukünftigen Stromsystem. Zusammen mit dem bestehenden Gaskraftwerkspark läge der Bedarf für Neubau laut den Autoren in etwa in der gleichen Größenordnung wie Schätzungen der Bundesnetzagentur, die bis 2035 einen zusätzlichen Bedarf an steuerbarer Leistung von bis zu 22,4 Gigawatt sieht. Die Bundesregierung plant im Rahmen ihrer Kraftwerksstrategie bislang zunächst 12 Gigawatt neue Gaskraftwerke.
Die Studie, die in dem wissenschaftlichen Journal „Applied Energy“ erschienen ist, basiert auf einem Kapazitätsausbaumodell für das deutsche Energiesystem. Das Modell berechnet, welche Investitionen in Kraftwerke, erneuerbare Energien, Speicher und Netze erforderlich wären, um die Stromversorgung bis 2045 klimaneutral zu gestalten und gleichzeitig die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.
„Ein System mit sehr hohen Anteilen an Wind- und Solarenergie braucht flexible Backup-Kapazitäten“, sagt Studienautor Mario Liebensteiner von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. „Während sogenannter Dunkelflauten, wenn weder Wind weht noch die Sonne scheint, muss die Versorgung dennoch jederzeit gesichert sein.“
Wasserstofffähige Gaskraftwerke könnten in solchen Szenarien eine wichtige Rolle spielen. Die Anlagen würden nur selten laufen, hätten aber einen hohen Systemwert, weil sie die Versorgung in Zeiten geringer erneuerbarer Stromproduktion absichern. „Es zeigt sich, dass sie einen Versicherungswert für das Energiesystem haben“, sagt Liebensteiner. „Gäbe es die Kraftwerke nicht und käme es zu einer Dunkelflaute, könnte es sein, dass bei uns die Versorgungssicherheit leiden würde, was ökonomisch extrem kostspielig wäre.“
Mehr zum Thema Dunkelflaute in unserer Februarsausgabe
Außerdem im Heft:
Marktübersicht Optimierer/Algotrader: Die Zahl der digitalen und automatisierten Stromhändler nimmt genauso zu wie ihre Funktionalitäten. Auch für „kleinere“ Speicher werden sie spannend.
Der „Batterietsunami“ im Realitätscheck: Wie viele Projekte kommen tatsächlich ans Netz – und woran hakt es?
Hybrid-Power-Purchase-Agreements: Ein neues Geschäftsmodell für große Solaranlagen
Marktübersicht Gewerbe- und Großspeicher mit aktuellen Produkten
Neue Vermarktungswege für Batterien hinter dem Zähler: Von Lastspitzenkappung zur Börsen-Arbitrage – Stichwort Flexibilität
Jetzt im Shop Abo sichern und die nächste Ausgabe direkt lesen.
Den Modellrechnungen zufolge sinkt in solchen Szenarien auch die Abregelung von Wind- und Solarstrom um 35 Prozent, im Vergleich zu Szenarien, in denen keine zusätzlichen Gaskraftwerke gebaut werden. Dies ergibt sich im Modell vor allem daraus, dass flexible Kraftwerke den Bedarf an zusätzlicher Wind- und Solarkapazität sowie an Speichern reduzieren.
„Ein Ergebnis unserer Studie ist, dass bei mindestens 53 Gigawatt an wasserstofffähiger Gaskapazität die Versorgungssicherheit durch erneuerbare Energien gewährleistet bleibt, ohne in extreme Überkapazitäten bei Wind, Photovoltaik und Speichern investieren zu müssen“, sagt Liebensteiner.
Allerdings weisen die Autoren darauf hin, dass der Betrieb solcher Anlagen mit Wasserstoff wirtschaftlich anspruchsvoll bleibt. Grüner Wasserstoff sei auf absehbare Zeit deutlich teurer als Erdgas. Deshalb seien politische Rahmenbedingungen erforderlich, um entsprechende Investitionen anzureizen.
„Unser Modell zeigt, was aus Systemsicht sinnvoll wäre, ist nicht automatisch, was tatsächlich passiert“, sagt Liebensteiner. Ein hoher CO₂-Preis sei aus ökonomischer Sicht der effizienteste Weg, um fossile Energieträger zu verdrängen und Investitionen in flexible Kraftwerke anzureizen.
Den Berechnungen zufolge belaufen sich die kumulierten Kosten der Transformation des Stromsystems bis 2050 auf mindestens 324 Milliarden Euro.
Dieser Inhalt ist urheberrechtlich geschützt und darf nicht kopiert werden. Wenn Sie mit uns kooperieren und Inhalte von uns teilweise nutzen wollen, nehmen Sie bitte Kontakt auf: redaktion@pv-magazine.com.







Energiesicherheit mit Erdgas oder Wasserstoff ist ein Widerspruch in sich , wie angesichts des Kriegs im Nahen- und Mittleren Osten zweifellos zu sehen ist.
Energiesicherheit für Deutschland gibt es nur mit Erneuerbaren, Speichern sowie für den Notfall die bestehenden Steinkohle- und Braunkohlekraftwerke. Steinkohle kann man gut als Bedarf mehrerer Jahre hier unter freiem Himmel lagern und Braunkohle haben wir selbst.
Die Idee ist, dass man diese Gaskraftwerke mittelfristig mit grünem Wasserstoff aus Überschuss-Energie oder importiertem grünem Wassersstoff betreibt. Aktuell schon wird in D eine zweistellige Zahl von TWh grünem Strom pro Jahr abgeregelt – und oft trotzdem bezahlt. Künftig sowieso noch mehr.
Herkömmliche Gaskraftwerke, bei denen die Hälfte der Energie ungenutzt über Kühltürme verschwendet wird, sind nicht zeitgemäß.
Auch in den Jahren ab 2045 wird es hierzulande Dunkelflauten im Winter bzw. in der Heizsaison geben, in denen noch Brennstoffe als Energieträger gebraucht werden. Der Bedarf an teuren grünen Brennstoffen wie Wasserstroff, Methan oder eFuel beschränkt sich dann zeitlich auf die Dunkelflauten. Für diese wenigen Tage oder Wochen braucht es Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen, die einerseits zur Deckung des hohen (Heizungs-)Strombedarfs beitragen, und die andererseits auch die (Ab-)Wärme zu Heizungszwecken nutzen. Bei der Heizungsplanung ist wichtig, dass die Heizwärme auch von Wärmepumpen erzeugt werden kann, wenn genügend erneuerbarer Strom verfügbar ist. Die brennstoffbetriebenen Stromerzeuger (Motor oder Brennstoffzelle) sollten hingegen nur dann (= Dunkelflaute) laufen, wenn der Einsatz der teuren Brennstoffe unverzichtbar ist (und temporär billiger als die Wärmepumpe). Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen könnten schon über eingesparte Heizkosten wirtschaftlich sein. Miliarden-Investitionen in neue Erdgas-Kraftwerke, die über zusätzliche Abgaben „Kapazitätsmarkt-Umlage“ finanziert werden sollen und den Strompreis noch weiter in die Höhe treiben würden, sollten hingegen vermieden werden.
Jörg Krujatz machte folgenden Denkfehler:
16. März 2026 um 13:33 Uhr
„Der Bedarf an teuren grünen Brennstoffen wie Wasserstroff, Methan oder eFuel beschränkt sich dann zeitlich auf die Dunkelflauten. Für diese wenigen Tage oder Wochen braucht es Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen, die einerseits zur Deckung des hohen (Heizungs-)Strombedarfs beitragen, und die andererseits auch die (Ab-)Wärme zu Heizungszwecken nutzen. “
KWK ist darauf ausgelegt, das ganze Jahr zu laufen, idealerweise 24/7. KWK ist nicht einmal ansatzweise geeignet, einen eventuellen Fehlbetrag zu ersetzen. KWK benötigt gigantische Mengen an Kapital um in die Startlöcher zu kommen, denn die Verteilinfrastruktur für die Fernwärme müsste erst geschaffen werden. Und nur, um dann an ein paar Tagen für ein paar Stunden zu laufen, wenn überhaupt.
Es braucht wohl keinen Einstein, um zu sehen, dass der KWK-(Alb)Traum nur den Absatz von Erdgas weiterhin hoch halten soll.
Allenthalben kleinteilig, in Haushalten kann KWK eingeschränkt Sinn machen, zur Ergänzung einer Wärmepumpe. Oder an einigen wenigen Standorten, an denen bereits die Abwärme verteilt werden kann. Leider ist das in der Regel für die Endkunden extrem teuer, so dass solche Gebiete regelmäßig zu Alternativen migrieren, wo möglich.
Ich persönlich mag die Idee mit riesigen Hochtemperaturspeichern für bis zu 2 Wochen die als Abfall neben den Dampf für generatorturbinen liefert Wärme für die Ferwärme bereitstellt. Überschüssige Wind und Sonnenenergie wird schnell und flexibel be- und entladen auf 500 bis 600 Grad, da wird der elektrische Wirkungsgrad auch bloß auf fossilen Niveau bleiben, macht bei der Wärmenutzung nichts. Das ist mit Sicherheit günstig und sicherer als Wasserstoff, und bestehende Infrastruktur kann weiter betrieben werden. Über Wasserstoffschlupf spricht niemand, obwohl es ein großes gwp hat, und vermutlich fürs Klima nichts gewonnen wird wenn ein paar Prozent entweichen.
Schade, dass in der Studie noch von Batteriekosten von 1.500 €/kWh in 2025 ausgegangen wird – und auch 2050 noch bei 500 €/kWh liegen soll… tatsächlich liegt man vermutlich bei 1/10 des Wertes für große Systeme. Kein Wunder, dass man entsprechend ohne Batteriespeicher mehr flexible Karftwerke braucht…
Oder hab ich was übersehen?
Echt! Das sind die Preise für Batterien von denen in der Studie ausgegangen wird?
Ich finde es immer erstaunlich, wenn Wissenschaftler Zahlen verwenden, die so leicht zu widerlegen sind:
„Batteriespeicher im Megawattbereich kosten derzeit etwa 250 bis 350 Euro pro kWh Speicherkapazität. Diese Angabe bezieht sich auf Systeme mit einer Leistung zwischen 2 und 10 MW und einer typischen Entladezeit von 2 Stunden (0,5 C-Rate) http://www.interconnector.de .
Für größere Systeme ab 10 MW liegen die Preise tendenziell etwas niedriger.“
Ja: das die Batterien nach 4-8h leer sind
Ich habe es grade nachgeprüft. Tja, das macht diese Studie schon wirklich äußerst unglaubwürdig. Vor allem weil sie für 2025 die 1500€/kWh annehmen, die Kosten aber wohl eher maximal 1/3 betragen. Eieieiei ist das schäbig!
Und Solar für 500 €/kWp 🙂
Die aktuellen Angebote auf meinem Schreibtisch liegen bei 400 €/kWp für den Solarpark und 400 €/kWh (inkl. BKZ) für die Batterie.
Beides schon heute unterhalb des prognostizierten Wertes von 2050.
Hallo Stephan,
berechtigter Hinweis. Die Bildunterschrift ist irreführend, aber kein fundamentaler Fehler. Das Supplementary Material (Table A.7) zeigt, dass die Studie Batteriekosten in zwei Komponenten erfasst: 275 €/kWh für den Energieteil (2025) und 106 €/kW für den Wechselrichter. Der in Figure 2 abgelesene Wert von rund 1.250 ist damit der kombinierte Systemwert in €/kW, was einer 4-Stunden-Auslegung entspricht: 275 €/kWh x 4 h + 106 €/kW = 1.206 €/kW. Die Achsenbezeichnung hätte also €/kW bei einer 4-Stunden-Auslegung lauten sollen, nicht €/kWh.
Die zugrundeliegenden Kostannahmen von 275 €/kWh sind konservativ. Aktuelle Marktpreise für europäische Großspeicher liegen eher bei 115 bis 165 €/kWh. Das ist methodisch erklärbar, da die Datenbasis aus dem DEA-Katalog stammt, der den Preisverfall nach 2020 nur teilweise abbildet. Ein Faktor 1,5 bis 2 über dem Markt bleibt aber real.
Für die Kernergebnisse der Studie ist das allerdings wenig relevant. Batteriespeicher und H2-CCGT stehen nicht in direkter Konkurrenz, weil sie grundlegend verschiedene Zeiträume abdecken. Batterien überbrücken Stunden, Wasserstoffkraftwerke mehrtägige bis mehrwöchige Dunkelflauten. Die Studie benennt genau diese Abgrenzung explizit. Günstigere Batterien würden das Kurzzeitsegment verändern, die Notwendigkeit dispatchbarer Backup-Kapazität aber nicht beseitigen.
Nicht unbedingt
-Da ist Installation drin.
– Die werden nicht im Haus billig ,( und wetterfest) von Ihnen reingestellt sondern
sondern müssen für Wind und Wetter, Kälte Hitze Staub etc. draußen ausgelegt sein
Dazu sind es nicht die schlechteren Batterien, die viele zu Hause haben.
Diese müssen viel mehr Ladezyklen aushalten.
Wenn alle Batterien so günstig sind, dürften E Autos nichts Kosten, da der E Motor ja so günstig ist. Seitenhieb an Dieser Stelle…
Erhöhte Brandschutzauflagen. Gegenüber zu Hause….
– Dazu Kosten für die Fläche…da kann man nur den Kopf schütteln.
Danke für den guten Hinweis zu den Batteriekosten. BYD’s Hao Han Speichersystem verursacht noch Kosten von 1.4 ct./ kWh und Speicherung. Damit liegen die Kosten bereits heute bei ~ 1/10 der angesetzten Kosten. Es kommt hinzu, dass die Empirie (Empirically grounded technology forecasts and the energy transition, Prof. Doyne Farmer et al., Oxford Uni, https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S254243512200410X) ein hervorragender Schätzer für die künftige Technologieentwicklung ist. Die Empirie zeigt auf, dass die Preise für Batterien mit hoher Wahrscheinlichkeit ca. alle 3 Jahre um 50% fallen. Damit fallen die Preise bis 2035 um 87.5%, als fast nochmal um den Faktor 10. Auch die Kosten für EE fallen weiterhin.
Damit werden die heute schon sundenweise auftretenden Überkapazitäten deutlich höufiger auftreten. Das wurde in der Studie ausgeschlossen.
Hallo khelfen,
vielen Dank für die Einordnung bzw. die missverständliche Skalenbeschriftung! In dem Fall wären es zu den angenommen Kosten zumindest 8-Stunden-Speicher – dann stimmt es wieder 😉
Jedenfalls: die würden die Hochlast-Zeiten also gut abpuffern und laden in den Niedriglast-Zeiten (z.B. nachts). Bei theoretischer kompletter Abwesenheit von Sonne, Wind, Wasser, Biomasse und Strom aus dem europäischen Ausland müssten die Gaskraftwerke folglich max. die durchschnittliche Last über einen verbrauchsstarken Winter-Tag liefern.
Aktuell gibt es in D etwa 35,x GW Gaskraftwerke (2004 waren es nur 19,4 GW).
Was auch spannend ist: „Den Berechnungen zufolge belaufen sich die kumulierten Kosten der Transformation des Stromsystems bis 2050 auf mindestens 324 Milliarden Euro.“ Das wären bei 83,5 Mio. Bevölkerung also 3.880 € je Einwohner in den kommenden 24 Jahren, also gerade mal 13 € im Monat. Das ist günstig, wenn ich mir so die Preise der fossilen Energien anschaue…
Hallo Stephan,
deine Rechnung zu den Speichern kann ich leider nicht ganz nachvollziehen: Die ~1.500 €/kW aus der Grafik entsprechen keiner 8-Stunden-Auslegung. Aus den Kostendaten im Supplementary Material (275 €/kWh Energieteil + 106 €/kW Wechselrichter) ergibt sich: (1.500 – 106) / 275 = rund 5 Stunden. Damit deckt der Speicher Tageszeitschwankungen ab, keine mehrtägigen Dunkelflauten.
Dein Argument, Batterien würden die Spitzenlast abpuffern und damit den Gaskraftwerksbedarf auf die Restlast begrenzen, hat einen strukturellen Haken: Nach 5 Stunden ist ein Batteriespeicher entladen. Bei einer Dunkelflaute über 7-14 Tage müssen die Gaskraftwerke danach die volle Last übernehmen, nicht nur einen Restanteil.
Das erklärt auch, warum andere deutsche Systemstudien deutlich höhere Bedarfszahlen ausweisen: Fraunhofer ISE (REMod), PyPSA-DE/Ariadne und das NESTOR-Modell kommen sämtlich auf 80-90 GW dispatchbare H₂/Gas-Backup-Kapazität für 2045. Die Abuzayed-Studie liegt mit ≥53 GW darunter, was damit erklärbar ist, dass sie ausschließlich den Stromsektor modelliert. Mit vollständiger Sektorkopplung (Wärmepumpen, Elektromobilität, Elektrolyse) verdoppelt sich die Stromnachfrage, was den absoluten Backup-Bedarf trotz zusätzlicher Flexibilität weiter erhöht.
Die 324 Mrd. € Transformationskosten aus der Studie sind dementsprechend nur ein Ausschnitt. Die Autoren benennen das transparent: Das Modell umfasst ausschließlich den Stromerzeugungssektor, kein Wärmenetz, kein Verkehr, keine Industrie, kein Verteilnetz. Allein die Verteilnetzkosten werden von Experten auf 400-500 Mrd. € geschätzt. Fraunhofer ISE kommt für das Gesamtsystem auf 1,5-2 Billionen € bis 2045. Die 13 €/Monat sind also kein Gesamtbild der Energiewende.
… in der Studie wird die Wettersituation für Europa (langjährige Durchschnitte und überregionale Stromnetze?) noch nicht mal erwähnt?
Die Übersetzung des d. Fachbegriffes ‚Dunkelflaute‘ wird, teils, im englischsprachigen übernommen, teils mit ‚lit. ’dark doldrums‘ or ‚dark wind lull‘, plural dunkelflauten‘ übersetzt?
„As of 2022 there is no agreed quantitative definition of dunkelflaute.“
„Eine einheitliche Definition für den Begriff Dunkelflaute gibt es nicht.“
Während man noch keine einheitliche Definition für die Häufigkeit, Intensität, Verteilung und saisonales Auftreten, etc., geschaffen hat, keine Szenarien anbieten kann, welche in den Phasen unzureichender Stromerzeugung durch EE(G)-Anlagen möglich sind, wüsste man aber schon wie gross der Erdgas-Kraftwerkspark sein sollte?
In der wissenschaftlichen Ausarbeitung (abseits des/eines speziell gestellten, eingegrenzten Themas) würde das, ‚aufgrund unzureichender Datenbasis‘ bzw. ‚falscher Annahmen‘, als Aussage unzulässige Schlüsse ziehen?
Vielleicht wird die Analyse der jeweiligen Wetterlage in Europa dazu auch überschätzt? /s
Akkus reichen nicht für ein Dunkelflaute?
Nein!? – Doch!! – Ohh!!!
Wichtig ist jedenfalls diese Dinger in Ballungszentren zu bauen um damit auch Fernwärme-Peaks zu bedienen.
Nein – Akkus reichen für 1-2 Tage nicht für 14 Tage in denen nur die Hälfte des benötigten Stromes erzeugt wird.
Natürlich reichen sie nicht in Dunkelflaute, will auch niemand… strukturell helfen können sie aber auch hier auf mehreren Ebenen. Sie machen das Netz resilienter, in der Ausregelung effizienter und sie mindern die Anzahl an Kraftwerken, da diese nicht mehr die Spitzenlast übernehmen müssen. Spitzen (morgens und abends) und Senken (z.B. nächtlich geladen) innerhalb von 24h machen dann Batterien und sie sparen somit geschätzt 20-30% an Backup-KW für dunkelste Dunkelflauten ein.
Dieser langfristige Wechsel des Netzmanagements von fossilen Kraftwerken zu Batterien und netzbildenden Wechselrichtern spart zudem noch einiges an Netzausbau ein, wenn man nur die Batterien mit klaren netzdienlichen Regeln aber ansonsten barrierefrei in den Strommarkt lässt.
Es sind aber leider keine staatlichen Speicher, was sehr wichtig wäre.
Die reinen Investor – Speicher werden bei Mangel dir sagen: „Oh da warte ich extra noch paar Stunden bis die Preise weiter steigen, oder Du zahlst mir noch nen extra Aufschlag. Und ob dann die Stadt x kein Strom hat, ist denen egal.
Versorgungssicherheit und Netzstabilität sind denen egal.
ABER Das werden die Leute hier wieder zu spät bemerken.
Wäre schön,wenn es ein Land wäre, was vergleichbar wäre und zuerst das miterleben würde.
leider sind wir mit 50% erneuerbaren weit vorne in Europa so dass wir keine vergleiche haben.
Gerade noch nen Video aus Australien gesehen, wo auch die Privatisierung der Netze ,etc. ,die Preise steigen ließ. Statt der angedachten Entlastung der Netze durch private Batterien , steigt der Preis nun erheblich. Der hatte 5 Dollar Schein in der Hand und meinte, dass ist nicht viel, und das holen wir jetzt jeden Tag von Ihnen aus dem Portmonee
https://youtu.be/4ef9VdS09X4?is=4T7y_EfGNQMIHGFh
Klar, von selbst wird der netzdienliche Einsatz von Batteriespeichern nicht geschehen, alles andere wäre naiv. Das ist die originäre Aufgabe von Frau Reiche, die Voraussetzungen und Regeln für einen funktionierenden Strommarkt aufzustellen. Die Gewinne sprudeln danach immer noch ordentlich für die Betreiber und die Strompreise werden mit „klugen“ Maßnahmen sinken, wenn die definitiv teurere Gaskraft mit Speicher ersetzt wird. Die Dynamik wird nicht leiden, mit Ordnung im System bekommt man sogar im Gegenteil großen Schwung ins System, danach gieren alle Beteiligten… man muss es nur machen.
Die Studie kommt aus Erlangen….ein Schelm wer Böses dabei denkt…
„Standort Deutschland“ kurz vor der wirtschaftlichen Implosion.
Meiner Meinung nach unterschätzt die Deutsche Regierung die Gefahr eines endgültigen Zusammenbruchs der „Deutschen Legende vom ewigen Stehaufmännchen“ massiv.
Nach wie vor wird das übliche Szenario gefahren : Hoffen und warten auf den Wirtschaftsaufschwung , welcher sich praktisch von selbst ergibt .Motto : Nach Regen kommt wieder Sonnenschein….
Vermutlich wird es sogar bald einen kleinen Wirtschaftsaufschwung geben , aber dieser wird wohl Recht schnell wieder in eine Stagnation übergehen.
Es spricht so ziemlich alles dagegen, dass Deutschland alleine ,ohne im Verbund mit Kontinentaleuropa, jemals wieder eine große Exportnation werden wird.
Die Vorraussetzungen dafür sind mittlerweile so abwesend, dass es ein Wunder wäre wenn die Wirtschaft wieder die Merkel-Euphorie erreichen würde. Im grossen und ganzen gibt es aber keine Wunder in der Politik und der Wirtschaft, und gerade zeigt sich dies sehr deutlich wie ich finde. Man bekommt was man wählt.
Die Arbeitssoldaten aus den geburtenstarken Jahrgängen wenden jetzt nach und nach die Rentenentgeltpunkte um 180 Grad , und ziehen Geld aus dem System.
Im Grunde ist die umlagefinanzierte Deutsche Rentenversicherung schon seit Jahren „Insolvent“ und wird mittels Bundeszuschuss aus Steuern extrem subventioniert.
Es ist relativ ungerecht, dass kinderlose Paare die ihr ganzes Leben lang Zeit hatten Rentenentgeltpunkte anzusammeln , und gemeinsam auf zum Beispiel 75 Rentenentgeltpunkte kommen , ihre großzügige Rente lebenslang von den Kindern der „anderen“ einfordern dürfen. Eigentlich sollten diese Renten in kapitalgedeckte Renten umgewandelt werden, welche sich auch monatlich verändern können .Je nachdem welche „großartigen“ Ereignisse die “ Erwachsene,lebendige und stürmische kapitalistische Welt “ so hervorbringt. So aber können sich kinderlose Rentner und Rentnerinnen hinter den starken Wellenbrechern , den jungen Menschen die 20 % ihres Arbeitslohnes ( mehr als 50 Euro im Monat ) direkt zum Vervespern in die Rentenkasse überweisen , bequem einrichten bis zum letzten Schnaufer.
Man könnte auch die Sterbetafeln der kapitalistischen Versicherungen zu Rate ziehen, und ab 82 Jahren wird die Rente auf ein Existenzminimum gesenkt .Wozu braucht man mit 82 Jahren noch 2570 Euro im Monat ?
Emotional gesehen sollte Deutschland zumindest den Versuch wagen vom “ Industriestandort – Denken “ zum “ Lebensstandort – Denken“ zu diffundieren. Ich verstehe die coole politische Aussage „Standort Deutschland “ natürlich , aber diese Münze hat eben auch zwei Seiten. Der CEO der Firma Q zieht mit dieser Begründung nämlich einfach an einen anderen Standort , dort wo die Sterbetafeln der Versicherungen nicht so hohe Zahlenwerte aufweisen, und die Sozialabgaben dementsprechend niedriger sind. Standortwechsel sind ja politisch und moralisch legitim, wenn Deutschland auch nur ein Standort ist .
Die Preise für fossile Kraftstoffe werden vermutlich auf nicht absehbare Zeit nicht mehr sinken. Es heißt ja auch nicht umsonst „schwarzes Gold „. Die Deutsche Politik unterschätzt diesen Fakt : Rohöl ist zwar kein knappes Gut wie Gold , erreicht aber konsequent und stetig , ähnlich wie Gold , nach Jahren immer wieder neue Höchstpreise .
Gut möglich, dass die Mittelschicht in Deutschland relativ zügig in einigen Jahren zur Unterschicht aufschließen wird , und die Oberschicht in Deutschland noch krasser vermögender wird .
Eines bleibt aber festzustellen: Irgendwann haben die Grünen immer recht , es verzögert sich nur manchmal etwas ! Der Benzinpreis steht jetzt bei 5 DM pro Liter . Und dies obwohl Bündnis 90 / Die Grünen gar nicht in der Regierung sind.
Der Höchstpreis von Rohöl war bereits im Jahr 2008. Seither fällt der Preis trotz manchem Auf und Ab langfristig und wird bis Mitte der 2030er Jahre weiter fallen, siehe https://www.finanzen.net/rohstoffe/oelpreis. Die Verbraucherpreise dürften bis dahin trotzdem aufgrund der CO2-Abgabe steigen. Fazit: Öl mag jetzt noch als schwarzes Gold erscheinen, wird aber auf dem Energiemarkt zum Ladenhüter. Umso wertvoller wird es als chemischer Grundstoff.
Theoretisch sollten die hohen Gas- und Ölpreise die Investitionen in erneuerbare Energien in den intelligenten Zivilisationen stark fördern.
Jede Woche mit Ölpreisen über 100 US-Dollar schmerzt die Konsumländer ungemein. ( Außer den USA , die sind ja zur Zeit pathologisch schmerzfrei…)
Am Day Ahead Diagramm der Strombörse für den 18.03.2026 sieht man schon sehr deutlich, welche positive Wirkung die Batteriespeicher haben . Über Stunden liegt der Strompreis auf der Nulllinie . Hier saugen sich wohl die Batteriespeicher voll.
Diese unglaubliche Komplexität des Stromhandels ist echt beeindruckend. Die Strombörse funktioniert und ist auch ziemlich gerecht.
Es ist eigentlich ganz gut , dass die Deutsche Rentenversicherung bis heute noch nie nennswert reformiert wurde. Mit der künstlichen Intelligenz und den fantastischen Möglichkeiten der Rechenzentren , kann man so ein richtig gerechtes und hyperkomplexes Rentensystem aufbauen. Eine einfache Anfrage bei ChatGPT mit dem Auftrag ein komplexes Rentensystem aus Umlagesystem, Versicherungen und Kapitaldeckung zu kreieren welches Kindererziehung quantitativ inkludiert, ergibt bereits sehr phantastische Lösungen. Aus meiner Sicht könnte man mithilfe von KI ein so umfassend gerechtes Rentensystem installieren , daß am Ende folgendes Ergebnis in 20 Jahren herauskommt: Wir jungen Menschen + humanoide Roboter + Industrialisierung 5.0. scheißen euch Rentner so zu mit unserem Geld , dass ihr gar nicht mehr wisst wohin mit den ganzen EURO. Ihr könnt euch auf dem ganzen Globus niederlassen , die üppige Rente wird euch auch dort pünktlich , auf Wunsch täglich, angewiesen. Und uns jungen Menschen geht es auch ganz prima ! Wir bauen Häuser , arbeiten solide und wir leben gut und gerne!
Was ich damit sagen möchte: Entweder man möchte innovativ , lebensbejahend und klimafreundlich leben , oder man lässt es besser ganz bleiben.
Immer wieder interessant, dass es nur und ausschließlich Gaskraftwerke als Backup zu geben scheint. Was wurde denn aus der Geothermie? Wäre es nicht sinnvoller, solche Kraftwerke zu bauen und damit die äußerst verlustreiche Wandlung von Strom zu Wasserstoff zu vermeiden? Es gibt in Deutschland einige sehr gut geeignete Gebiete für derartige Kraftwerke. Die sind natürlich aufwendiger und damit teurer als Gaskraftwerke aber im Betrieb absolut frei von Emissionen und haben eine nach menschlichen Maßstäben unerschöpfliche Energiequelle.
„Hinz und Kunz“ kann die Kilowattstunde Li-Ion Speicher mittlerweile für ca. 140€/kWh kaufen (einfach einmal Pytes E-BOX-48100R gooooglen), dazu noch etwas HW für ca. 500 € und fertig ist die AC-Speicher Laube !!
Bei diesen Preisen rechnet sich (fast jede)/die Überdimensionierung und die (LW)WP läuft bei halbwegs großer PV Dachanlage (Macht die Dächer voll !) jetzt im März nahezu 24/7 mit Solarstrom !!
Dazu noch V2H für die „verbleibende“ Flexibiltät: Funzt !!
Die Studie geht von eklatanten Fehlannahmen aus. Die für 2050 angesetzten Batteriekosten werden heute schon teilweise um den Faktor 10 unterschritten. Bis ca. 2035 fallen die Batteriekosten wahrscheinlich nochmal um 87.5%, fast nochmal der Faktor 10. Die Kosten für PV-Anlagen mögen aktuell noch vertretbar sein, die empirischen Preisreduktion ist nicht annähernd der Wahrscheinlichkeit entsprechend angesetzt.
Eine Studie die die aktuellen Kosten um den Faktor 10 falsch einschätzt, ist die Mühe des Lesens nicht wert.
Trotzdem habe ich ein weiteres Highlight herausgegriffen. Im Rahmen der Begründung der Ergebnisse schreiben die Autoren: «Dies ergibt sich im Modell vor allem daraus, dass flexible Kraftwerke den Bedarf an zusätzlicher Wind- und Solarkapazität sowie an Speichern reduzieren.»
Auch das halte ich für eine eklatante Fehlannahme. Die Preise der PV-, Windkraftanlagen und Batterien fallen mit hoher Wahrscheinlichkeit weiterhin. Der Ausbau der EE und Batterien auch der von Überkapazitäten ist damit günstiger als der Bau neuer Gaskraftwerke.
Auch die Flexibilität der Gasspitzenlastkraftwerke wir weit überbewertet. Batterien sind weitaus kostengünstigere Speicher als H2. Daneben sind Dunkelflauten ~ eine Woche im Voraus prognostizierbar – dank Wetterberichten. Dann könnten die Kraftwerke bereits beginnen, die EE-Stromversorgung zu Unterstützen und die Batteriespeicher zu füllen. Während der Dunkelflaute können die Kraftwerke in Kombination mit den Batteriespeichern die Stromversorgung sicherstellen. Hinzu kommet, dass die EE selbst in der Dunkelflaute noch Beiträge liefern. Absolute Windstille und Dunkelheit tritt nur für wenige Stunden auf.
Ein Batteriespeicher kann heute und künftig nur rentieren, wenn er mindestens mehrere Dutzend mal pro Jahr geladen und entladen wird. Für ganz gelegentliche Dunkelflauten daher nicht bezahlbar. Das ist darum, weil sich bei Batterien die Kapazität nicht separat (von der Leistung) skalieren lässt – was fundamental, aber offenbar nur schwer zu verstehen ist.
In einer anderen Studie ging es eher darum, mit BESS den Karftwerkspark zu reduzieren:
https://www.pv-magazine.de/2025/10/28/kurzzeitspeicher-koennen-bedarf-an-gaskraftwerken-deutlich-reduzieren/
Und: dabei waren neuartige Speichertypen noch nicht berücksichtigt. Bei Verwendung von https://www.pv-magazine.de/2025/07/30/ore-energy-bringt-erste-eisen-luft-batterie-in-den-niederlanden-ans-netz/ sieht das alles schon wieder anders aus… brauchen 100 Stunden zum laden und Entladen, kosten aber fast nix. Hat dann vielleicht jeder Häuslebauer und Gewerbetreibende auf dem Grundstück – oder ein Container an jedem
Ortsnetz-Trafo.
Die Fraunhofer ISE Studie „Wege zu einem klimaneutralen Energiesystem“ geht von einem deutlich höheren Bedarf an Wasserstoff- und Erdgaskraftwerken aus (96 GW + 50 GW) im Jahr 2045 aus: https://energy-charts.info/charts/remod_installed_power_2024/chart.htm?l=de&c=DE
Was wir dabei gerne vergessen: Diese Werte basieren allesamt auf einer theoretischen Optimierung des deutschen Energiesystems (unter Vorgabe von Klimazielen). In einer Planwirtschaft würde so etwas vielleicht funktionieren. China setzt im Zweifelsfall durch, welche Güter in welcher Menge zu welchem Preis produziert werden. In einer Marktwirtschaft, die durch freies Handeln der wirtschaftlichen Akteure gekennzeichnet ist, ist dies nicht möglich.
Ich frage mich ja ernsthaft,
Welche Vorgaben wurden den Forschenden denn gemacht.
Wenn ich für die Baukosten von 53GW wasserstofffähigen Gaskraftwerken stattdessen Batteriespeicher baue,
Habe ich keine Probleme mehr im NETZ.
Baugenehmigung sind schneller verfügbar
Baumaßnahmen schneller abgeschlossen
Lieferzeiten sind kürzer
Aus Erfahrung, traue keiner Berechnung die man nicht selbst gefälscht hat.
Was sind denn die Kerninteressen einer Frau Reiche und ihrer ehemaligen und zukünftigen Arbeitgeber?
Das schreit doch nach einem Subventionsskandal für die großen Energiekonzerne.
Wir sind in einem Verbundnetz in Europa eingebunden. Mit ausreichend Batteriespeicher Kapazität sind diese Gaskraftwerke nicht notwendig.