Der Freistaat hat im ersten Halbjahr rund 560 Megawatt mehr Photovoltaik-Leistung zugebaut. Allerdings bereitet der Rückgang bei den Dachanlagen zwischen 300 und 750 Kilowatt nach Auslaufen der Übergangsfrist im zweiten Quartal Sorgen.
Wenn der Freistaat bis 2040 sein Ziel der Klimaneutralität hauptsächlich mit Photovoltaik-Anlagen erreichen will, müssten bis dahin rund 80 Gigawatt Leistung installiert werden. Bayern ist zwar deutschlandweit Spitzenreiter beim Zubau, doch das derzeitige Ausbautempo reicht nicht aus, wie eine Analyse des VBEW nun zeigt.
Die Münchner Staatsregierung geht davon aus, dass das geplante Ausbauziel von 3200 Megawatt Photovoltaik bis 2022 voraussichtlich deutlich übertroffen wird. In Thüringen wiederum sind auch dank des Förderprogramms „Solar Invest“ viele neue Photovoltaik-Anlagen in den vergangenen Monaten installiert worden.
Der Schwerpunkt bei erneuerbaren Energien liegt auf der Photovoltaik, wie der bayerische Ministerpräsident in seiner Regierungserklärung zum Klimaschutzgesetz verkündete. Die bereits vor einem Jahr versprochene Verpflichtung zur Installation von Photovoltaik-Anlagen bei Neubauten wird es wegen Differenzen in der Regierung im Freistaat dennoch vorerst nicht geben.
Eine TUM-Studie im Auftrag des Bund Naturschutz zeigt, dass dafür nicht einmal der Ausbau des Übertragungsnetzes erforderlich ist. Für eine Dekarbonisierung der Sektoren Strom, Wärme und Verkehr sind bis 2040 allerdings eine installierte Leistung von 36 Gigawatt Windkraft, 67 Gigawatt Photovoltaik und 105 Gigawattstunden Batteriespeicher notwendig.
Eine eigene Auktion für schwimmende und Agro-Photovoltaik-Anlagen sowie auf Projekte auf Parkplätzen wird es im kommenden Jahr zum ersten Mal geben. Bayern fordert mehr Volumen für diese innovativen Photovoltaik-Anlagen sowie eine Anhebung der zulässigen Projektgröße.
Für neue Windparks ist im EEG 2021 eine entsprechende Regelung vorgesehen. Aus Bayern kommt nun ein Aufruf an das Bundeswirtschaftsministerium, die Verordnung auch auf Solarparks zu übertragen. Unterstützt wird dies von Photovoltaik- und Umweltverbänden sowie dem Deutschen Städte- und Gemeindebund.
Die Grünen-Landtagsfraktion befürchtet einen leisen Tod des 2020 von Ministerpräsident Markus Söder angekündigten Vorhabens. Denn der Staatsregierung zufolge sei die Meinungsbildung noch nicht abgeschlossen.
Der Verband der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft weist auf die steigenden bürokratischen und technischen Anforderungen an Betreiber privater Photovoltaik-Anlagen hin. Die neue Plattform soll alle wichtigen Informationen liefern.
Rund ein Viertel aller neuen Photovoltaik-Speichersysteme sind damit in dem Freistaat zugebaut worden. Das bayerische Wirtschaftsministerium sieht den Erfolg im attraktiven Förderprogramm begründet.