Bayern und Thüringen freuen sich über großen Photovoltaik-Zuwachs

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Bayern sieht sich als Sonnenland. Dies hatte erst jüngst Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ein einer Regierungserklärung betont. Das geplante Ziel eines weiteren Photovoltaik-Ausbaus von 3200 Megawatt bis 2022 ist schon greifbar nahe. Es seien bereits 72 Prozent umgesetzt. „Wir werden unser Photovoltaik-Ausbauziel voraussichtlich deutlich übertreffen. Mit dieser sehr guten Entwicklung ist Bayern bundesweit Spitze und zeigt, wie eine erfolgreiche Energiewende gemeinsam mit Kommunen, Wirtschaft und Bürgern funktioniert“, erklärte der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) am Mittwoch beim Besuch des Solarparks „Schornhof“. Er gehört mit derzeit rund 100 Megawatt installierter Leistung zu den größten Photovoltaik-Kraftwerken in Deutschland. Insgesamt sollten 120 Megawatt gebaut werden, wobei der Projektierer Anumar für 30 Megawatt Zuschläge aus den Photovoltaik-Ausschreibungen besitzt und für die restlichen 90 Megawatt Stromabnahmeverträge mit Statkraft geschlossen hat. Mittlerweile ist sogar ein Ausbau auf 160 Megawatt vorgesehen, wie es vom bayerischen Wirtschaftsministerium hieß.

Doch auch im benachbarten Thüringen verzeichnet die Energieagentur Thega erfreuliche Fortschritte beim Photovoltaik-Zubau. So sind in den vergangenen 12 Monaten insgesamt 4032 neue Photovoltaik-Anlagen mit 122 Megawatt Leistung installiert worden, wie aus der Auswertung mit Stand 30. Juni hervorgeht. Damit seien 37.800 Photovoltaik-Anlagen mit 1934 Megawatt Gesamtleistung in Thüringen installiert. Der Anteil der Photovoltaik am Stromverbrauch liegt Thega zufolge bei 16 Prozent. Die erfreuliche Entwicklung führt die Energieagentur auf moderate Modulpreise, eine gestiegene Nachfrage nach Elektroautos sowie das Thüringer Förderprogramm „Solar Invest“ zurück. Die neue Runde der Förderung war im Januar mit Fördermitteln von 12,8 Millionen Euro gestartet, die bereits Mitte Juni ausgeschöpft waren. Insgesamt 1450 Zuwendungsbescheide für neue Photovoltaik-Anlagen seien zwischen Januar und Ende Mai verschickt worden. Nächstes Jahr soll es neue Mittel für das Förderprogramm geben.

Wie die ThEGA-Infografik zeigt, stehen die meisten PV-Anlagen innerhalb der 17 Thüringer Landkreise im Wartburgkreis (3.070) und im Landkreis Gotha (2.964). Die wenigsten sind im Landkreis Sonneberg (746) installiert.

Grafik: Thega

Die Thüringer Energieagentur fordert jedoch, nicht nur Photovoltaik-Dachanlagen, sondern auch Freiflächenanlagen stärker auszubauen. Besonders Flächen entlang von Autobahnen oder Schienen sowie Altlastensanierungsflächen wie zum Beispiel Mülldeponien böten viel Potenzial, so die Experten von der Servicestelle Solarenergie. Zudem sollte der Ausbau von Photovoltaik-Mieterstrom mehr forciert werden. Für gewerbliche Neubauten bringt Thega eine Photovoltaik-Dachpflicht ins Spiel.

In Bayern wird es vorerst keine Photovoltaik-Pflicht für Neubauten geben. Dies stellte Söder in seiner Rede ebenfalls klar, dafür will er sich für eine bundesweite Vorschrift einsetzen. Bei Photovoltaik-Freiflächenanlagen ist Bayern deutschlandweit führend. So nutzte es als eines von wenigen Bundesländern die EEG-Länderöffnungsklausel und gab Zuschläge für Photovoltaik-Anlagen auf landwirtschaftlichen Flächen in benachteiligten Gebieten frei. Dieses Kontingent wurde 2020 sogar von 70 auf 200 Zuschläge pro Jahr nochmals fast verdreifacht. Aiwanger betonte daher bei seinem Besuch des Solarparks neben der Bedeutung der regionalen Wertschöpfung durch den Photovoltaik-Ausbau auch die positiven Auswirkungen auf Tier- und Pflanzenwelt. „Hier in Berg im Gau profitiert die Gemeinde unmittelbar durch die Gewerbesteuereinnahmen vom Solarpark“, so Aiwanger. „Auch die freilebende Tierwelt profitiert von Photovoltaik-Freiflächen. Der Zaun ist rund 40 Zentimeter vom Boden entfernt, Tiere können in den eingezäunten Flächen in Ruhe vor menschlicher Störung einen neuen Lebensraum finden. Außerdem entwickeln sich Wildkräuter und Pflanzengesellschaften, die es bei anderer Nutzung hier nicht gäbe.“ Als zusätzliche Maßnahme trage der Solarpark zudem zur Renaturierung der Moosflächen bei.

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