Anwendungsbeispiel Ladebooster: Die Voraussetzungen, um Lastwagenflotten von Diesel auf Strom umzustellen, sind jetzt da. Es gibt Fahrzeuge mit hoher Reichweite und leistungsstarke Ladelösungen. Zusammen mit den Stromern zieht oft noch ein Batteriespeicher ein, wie bei Stöhr Logistik.
Die Spotlight-Auszeichnung vergibt unsere Jury in dieser Ausgabe gleich zweimal. Beide Lösungen setzen auf datenbasierte Prognosen und algorithmische Verarbeitung großer Datensätze, um Energiekosten im Gewerbe und in der Industrie systematisch zu senken. In der Herangehensweise zeigen sich leichte Unterschiede.
Grün- und Graustromspeicher: Die aktuelle Gesetzeslage behandelt einen Grünstromspeicher ähnlich wie eine Erneuerbare-Energien-Anlage, einen Graustromspeicher bei der Einspeisung hingegen wie ein fossiles Kraftwerk. Das ist nicht sachgerecht, resümiert Rechtsanwältin Leonie Behr.
Vertragsrecht: Zur Vorbereitung einer rechtlich belastbaren Abnahme großer Batteriespeicher müssen die Beschaffungskriterien klar vereinbart sein. Was in solchen Vereinbarungen zu beachten ist und genau geregelt werden sollte, erklären Rechtsanwalt Andreas Kleefisch und Diplom-Ingenieur Christian Binder.
Perowskite: Es gilt inzwischen als weitgehend akzeptiert, dass sich Modulwirkungsgrade mittelfristig vor allem durch die Kombination mit Perowskiten weiter steigern lassen. pv magazine hat sich die derzeit größte Fabrik angesehen, die gerade für diese neue Technologie hochgefahren wird. Der Gründer des Unternehmens hält es für möglich, bereits 2028 Kostenparität mit heutigen Modultypen zu erreichen.
Investionsobjekt: Wenn Gewerbebetriebe Platz für einen Speicher haben, können sie nun mit mittelgroßen Speichern, die „front of the meter“ installiert werden, am Großspeichermarkt teilhaben und die dort zur Zeit hohen Erlöse erwirtschaften. Ein Elektroinstallateur hat es ausprobiert, bevor er es seinen Kunden anbietet.
Netzanschluss: Große Batteriespeicher mit 78 Gigawatt haben eine Anschlusszusage und sollen in den nächsten Jahren ans Netz gehen. Doch um einzuschätzen, welcher Zubau real werden könnte, muss man sich mit flexiblen Netzanschlussvereinbarungen beschäftigen. Die Standardisierung, an der Experten arbeiten, könnte die Realisierung der Projekte deutlich beschleunigen.
Flachdachanlagen: Wie verträgt sich Photovoltaik mit den bei vielen Gebäuden obligatorischen Rauchabzugsanlagen? Betreiber, Versicherungswirtschaft, Brandschutzexperten und natürlich auch die Solarbranche machen sich hierzu seit einiger Zeit Gedanken. Einig sind sie sich noch nicht.
Marktübersicht: Die Auswahl an Batteriespeichern für Großprojekte ist riesig. Die Produkte werden größer und modularer. Auch die Services rund um Großanlagen integrieren zunehmend Photovoltaik und Batteriebetrieb. Doch trotz der niedrigen Preise und der guten Wirtschaftlichkeit ist der Zubau noch langsam.
Hybrid-PPA: Die Kannibalisierung der Photovoltaik lässt sich nicht schönreden. Speicher und Flexibilität im Stromsystem können sie jedoch abfedern. Hybrid-PPAs, die Solarstrom und Batteriespeicher gemeinsam vermarkten, eröffnen je nach Vertragsmodell Vorteile für beide Seiten – für Anlagenbetreiber ebenso wie für Industrieunternehmen.