Aurora Energy Research: Deutschland attraktivster Co-Location-Markt in Europa

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Wenn es um die Attraktivität von Co-Location-Anlagen geht, dann steht aktuell Deutschland ganz oben in Europa. Dies ist zumindest bei der am Montag von Aurora Energy Research veröffentlichten Studie „European Co-location Markets Attractiveness Report“. In dem Bericht untersuchen die Analysten, wo Co-Location bereits rentabel ist und angesichts zunehmender Netzengpässe und Preisvolatilität an Bedeutung gewinnt. Großbritannien und Bulgarien teilen sich den zweiten Platz. Als ebenfalls wichtige Märkte, die es zu beobachten gelte, heben die Analysten Spanien, Ungarn und Frankreich hervor. Insgesamt untersuchten und bewerteten sie 20 europäische Länder.

„Deutschland belegt den ersten Platz, getrieben von seiner Marktgröße und dem im Vergleich zu einem Einzelprojekt erheblichen IRR-Aufwärtspotenzial“, erklärte Aurora Energy Research. Großbritannien profitierte in dem Ranking von einer beträchtlichen installierten Leistung und einer durch Differenzverträge (CfDs) abgesicherten Pipeline, die hilft, Verzögerungen beim Netzanschluss auszugleichen. Bulgarien weist eine starke Förderung, eine robuste Pipeline und günstige wirtschaftliche Rahmenbedingungen auf.

„Mit der zunehmenden Durchdringung durch erneuerbare Energien werden Netzengpässe, Einspeisebeschränkungen und Preisvolatilität zu prägenden Merkmalen der europäischen Strommärkte“, sagt Sameer Hussain, Senior Research Analyst bei Aurora Energy Research. „Co-Location ist keine Nischenlösung mehr: Sie wird immer wichtiger, um die Wirtschaftlichkeit von Projekten zu sichern und die Investitionsdynamik aufrechtzuerhalten.“

Insgesamt 6,3 Gigawatt Leistung waren in Co-Location-Anlagen in Europa bis Ende 2025 verbaut. Dies sei ein Wachstum um 65 Prozent gegenüber der Co-Location-Anlagen, die bis Ende 2024 in Europa am Netz waren. Photovoltaik-plus-Speicher machen davon mehr als 60 Prozent aus.

Zudem erwartet Aurora Energy Research, dass viele neuen Projekte innerhalb von fünf Jahren ans Netz gehen werden. Konkret gehen die Analysten von einem Wachstum um 457 Prozent bis 2030 aus und damit von rund 35 Gigawatt installierte Co-Location-Anlagen. Deutschland, Spanien und Großbritannien führen bei der Gesamtkapazität, während Bulgarien und Rumänien im Verhältnis zu ihrer Größe hervorstechen, heißt es weiter.

Viele Erneuerbaren-Anlagen und Speicher warten derzeit europaweit auf einen Netzanschluss. Aurora beziffert die Leistung mit mehr als 1600 Gigawatt, wobei sich allein in Großbritannien etwa 550 Gigawatt dieser Projekte befänden. In Märkten wie den Niederlanden, Griechenland und Ungarn könnten kombinierte Photovoltaik-Speicher-Anlagen den Netzzugang verbessern oder Kosten senken. Hohe Netzentgelte in einigen Regionen sprechen zusätzlich für die Kombination von Speichern mit erneuerbaren Energien.

„Co-Location ist keine einheitliche Investition für ganz Europa. In einigen Märkten wird sie durch Gewinnchancen für Stromhändler getrieben, in anderen durch subventionsgestützte Stabilität und anderswo durch die Notwendigkeit, Netzengpässe zu überwinden und Einspeisebeschränkungen zu begrenzen“, sagt Jörn Richstein, Forschungsleiter für paneuropäische Strommärkte, Politik und Technologien bei Aurora Energy Research.

Auch die weiter steigenden Stunden mit negativen Börsenstrompreisen treiben diesen Trend. Es verschärfe die Preiskannibalisierung weiter, wovon besonders Photovoltaik-Anlagen in Europa betroffen seien. Aurora prognostiziert, dass die Einspeisebeschränkungen in den wichtigsten Märkten von über 10 Terawattstunden im Jahr 2024 auf rund 33 Terawattstunden bis 2030 steigen werden. Gleichzeitig werden die Erlöse der Batteriespeicher aufgrund der Marktsättigung bis 2040 voraussichtlich um rund 20 Prozent zurückgehen.

Mit Co-Location-Anlagen ließen sich diese Risiken durch negative Strompreise mildern. Für Deutschland geht Aurora Energy Research in seiner Studie von abgeregelten Strommengen zwischen vier und sieben Terawattstunden allein in den Monaten zwischen April und September aus. Co-Location ist nach Ansicht der Analysten damit ein wirksames Instrument, um die Erlöse aus großen Photovoltaik-Anlagen zu sichern. Die Rendite (IRR) könnte dabei noch höher liegen als für Stand-alone-Speicher, so die Analysten weiter.

Rebecca McManus, Research Lead bei Aurora Energy Research, erklärte, dass der Markt für hybride Stromabnahmeverträge zwar noch in den Kinderschuhen stecke, im Jahr 2025 jedoch mit mehr als 700 Megawatt an Vertragsvolumen deutlich an Dynamik gewonnen habe. „Dieses Wachstum deutet auf ein wachsendes Vertrauen sowohl bei den Unternehmensabnehmern als auch bei den Erzeugern in Co-Location- und hybride Anlagenstrukturen hin.“ Bei hybriden PPAs ist aktuell Spanien führend, während die größten Wertzuwächse von Aurora in Frankreich und Portugal erwartet werden.Spani

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