BVES: Speicherbranche wieder auf Wachstumskurs

Umsatz Speicherbranche von 2023 bis 2026, Quelle BVES

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Die Umsatzerlöse der Energiespeicherbrache haben sich im vergangenen Jahr wieder deutlich erholt und stiegen um 31 Prozent auf 15,2 Milliarden Euro. Sie erreichten damit fast wieder das Niveau von 2023, wie aus der am Freitag vom Bundesverband Energiespeicher Systeme (BVES) vorgestellten Marktanalyse hervorgeht. Für das laufende Jahr werde mit einer weiteren Steigerung der Umsatzerlöse gerechnet, wobei ein Anstieg auf 16 bis 19 Milliarden Euro möglich sei. In der Analyse sind dabei die Umsätze aller in Deutschland ansässigen Unternehmen im In- und Ausland inkludiert sowie ausländischer Unternehmen in Deutschland.

Bei der Verteilung des Umsatzes zeigt sich, dass vor allem das Segment „Systeminfrastruktur“ deutlich um 72 Prozent gegenüber 2024 zulegte und gut ein Drittel des Gesamtumsatzes ausmacht. Weniger stark – nämlich um 15 Prozent legte das Segment „Haushalt & Gebäude“ zu. Mit 7,5 Milliarden Euro macht es knapp die Hälfte des Gesamtumsatzes der Branche aus. „Industrie & Gewerbe“ kamen demnach auf Umsätze von 1,2 Milliarde Euro und der Bereich „Forschung & Entwicklung“ auf 1,0 Milliarde Euro.

Wenn man die Segmente genauer betrachtet, zeigt sich, dass der Umsatz für Photovoltaik-Heimspeicher 2025 leicht rückläufig war – allerdings mit 2,2 Milliarden Euro auf einem hohen Niveau blieb. Etwa 2,3 Millionen Heimspeicher mit 12,5 Gigawatt Leistung und fast 20 Gigawattstunden Kapazität sind nach der Erhebung bis Ende 2025 in Deutschland verbaut worden. Zudem verzeichnet der BVES  einen rasanten Anstieg bei Balkonspeichern. Er geht von rund 100.000 verbauten Systemen aus, die allerdings nur kleinere Umsatzbeiträge liefern. Der Marktanteil der deutschen Unternehmen wird in der Studie für 2025 leicht höher als 2024 eingeschätzt. Allerdings bleiben asiatische und insbesondere chinesische Anbieter dominant.

Für das laufende Jahr erwartet der BVES mit 535.000 Stück eine ähnlich Zahl an verkauften Heimspeichern wie 2024. Die steigende Zahl günstiger Balkonspeicher könnte dabei den Gesamtumsatz des Segments sinken lassen. Die Umsatzschätzungen liegen für 2026 zwischen 2,1 und 2,5 Milliarden Euro.

Zulegen in dem Segment konnten dagegen die Wärmespeicher.  Mit 299.000 Stück wurden etwa 50 Prozent mehr verkauft als 2024, allerdings wurde das Rekordniveau von 2023 deutlich verfehlt, auch weil die Preise gesunken sind. Der Umsatz in diesem Bereich lag 2025 bei 5,3 Milliarden Euro und wird voraussichtlich in diesem Jahr noch weiter steigen.

Im Segment „Industrie & Gewerbe“ zeigt sich eine erhöhte Nachfrage nach Batteriespeichern aus der Industrie. Zudem treibt der beschleunigte Ausbau der Ladeinfrastruktur den Umsatz in diesem Bereich. Nach 1,1 Milliarden Euro im vergangenen Jahr erwartet BVES in diesem Jahr eine Steigerung auf bis zu 1,5 Milliarden Euro. Als größte Hürde für das Erreichen des maximalen Umsatzpotenzials werden die fehlenden Anreize für die Flexibilisierung sowie mögliche Regelungen in der MiSpeL-Festlegung und lange Genehmigungsprozesse gesehen.

Hohes Interesse sieht die Branchenstudie aber bei Wärmespeichern in diesem Marktsegment. Sie kommen langsam aus dem Statut der Pilotprojekte heraus, allerdings fanden 2025 die realen Umsätze meist im Ausland statt. In diesem Jahr könnten sich die Umsätze insgesamt aber verdoppeln oder verdreifachen.

Bei Großbatteriespeicher, die in das Segment „Systeminfrastruktur“ fallen sind die Umsätze 2025 stark gestiegen und könnten auch in diesem Jahr weiter kräftig anziehen. So sieht der BVES ein Potenzial von bis zu 7,5 Milliarden Euro in diesem Bereich, wobei vor allem Co-Location- und Arbitrage-Potenzial als Treiber gesehen werden. Die Leistung der in Deutschland installierten Großspeicher kann nach den Annahmen von 2,5 Gigawatt 2025 auf 5 Gigawatt bis Jahresende steigen. Die Kapazität würde sich damit von 4 auf 9 Gigawattstunden mehr als verdoppeln. Allerdings lauern auch hier noch Risiken wie die Debatte um Netzentgelte und flexible Netzanschlussvereinbarungen, die Investoren dann doch abschrecken könnten.

Der Verband gab auch eine Einschätzung zu den aktuellen Entwicklungen im ersten Quartal 2026. Seine Branchenumfrage habe gezeigt, dass sich die Stimmung deutlich eintrübe und die Unsicherheit wachse. „Entscheidend ist die fehlende Planungssicherheit: Investitionsentscheidungen kippen, Projekte verzögern sich“, so der Verband. Daher drohe ohne kurzfristige Gegenmaßnahmen eine strukturelle Investitionslücke. „Deutschland riskiert eine Flexibilitätslücke – nicht aus Mangel an Technologie, sondern durch fehlende Planungssicherheit“, schreibt der BVES weiter. „Mit sehr teuren Kapazitätsmechanismen ist dies nur kurzfristig zu verdecken.“

„Battery-Charts“ von der RWTH Aachen hatte den Speicherzubau für das erste Quartal nochmal ausgewertet, nachdem die Nachmeldefristen für die Systeme abgelaufen sind. Mit geschätzt 2,2 Gigawattstunden ist demnach ein neuer Rekordzubau bei Batteriespeichern auf Quartalebene zu verzeichnen, wobei vor allem die Großspeicher den Markt trieben.

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