Blendschutzfolie ermöglicht Photovoltaik-Anlage am Flughafen Brüssel

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Der belgische Betreiber von Logistikimmobilien WDP (Warehouses De Pauw) hat in der Heppignies in unmittelbarer Nähe des Flughafens Brüssel-Charleroi eines seiner Lagerhäuser mit einer Photovoltaik-Anlage ausgerüstet. Möglich wurde dies nur, weil bereits in der Planungsphase mögliche Beeinträchtigungen des Flugverkehrs untersucht und Lösungen gefunden wurden, um die Auflagen der belgischen Flugsicherung Skeyes und der Luftverkehrsaufsichtsbehörde BCAA zu erfüllen. Anti-Blend-Folien der deutschen Firma Phytonics sorgen nun dafür, dass keine Störungen oder gar Gefahren für die Starts und Landungen in Charlesroi entstehen.

Spätestens seit im vergangenen Dezember am Amsterdamer Flughafen Schiphol rund 78.000 Solarmodule wegen Blendwirkungen wieder abgebaut werden mussten, ist das Thema bei Projektierern angekommen. Phytonics-CEO Ruben Hüning weiß deshalb auch von mehreren Projekten in der Nähe von Flughäfen zu berichten, bei denen die seit 2024 verfügbaren Folien seines Unternehmens zum Einsatz kommen. Auch in der Nähe von Straßen oder Bahnstrecken gibt es des Öfteren entsprechende Auflagen, und mit der Veröffentlichung der Eckpunkte für Blendgutachten durch das Fernstraßenbundesamt hat das Thema in Deutschland weitere Beachtung gefunden.

Für die Anlage in Heppignies wurde vorab festgestellt, dass gut 40 Prozent der geplanten Modulflächen trotz einer an den besonderen Standort angepassten Ausrichtung der Generatorflächen potenziell störend wirken könnten. Deshalb sind 5.000 von insgesamt 12.000 Modulen mit Phytonics-Folie beschichtet worden. Dies geschah nicht durch Phytonics – was grundsätzlich ebenso möglich wäre wie die Lieferung bereits beschichteter Module –, sondern direkt am Ort der Baustelle: Die Folien können für Projekte dieser Größenordnung vorkonfektioniert oder auf Rollen mit entsprechender Breite bestellt werden und lassen sich ohne größeren Aufwand applizieren. Phytonics empfiehlt, für optimale Resultate einen Werbetechniker oder Folierer hinzuzuziehen und vermittelt auch entsprechende Kontakte. Auch Privatkunden können die Folien bestellen, wobei naturgemäß die Preise bei Abnahme großer Mengen schon aus Logistik-Gründen deutlich anders ausfallen.

Einen zusätzlichen Aufwand bedeutet die Applikation der Folien aber auch bei einem Großprojekt. Weniger Anlagenleistung oder gar ein Verzicht auf den Standort kam für WDP aber offenkundig nicht infrage: Große Photovoltaik-Anlagen seien „Grundbestandteil der Erneuerbare-Energien-Strategie für unsere Logistik-Immobilien“, sagt Ruben Vandam, Energy- und Nachhaltigkeits-Manager bei WPD: „Um unsere ambitionierten Ziele zu erreichen, müssen wir in der Lage sein, jeden Quadratmeter Dachfläche zu nutzen – auch an operativ komplexen Standorten wie Flughäfen“.

Der durch die Folien zu erwartende Ertragsverlust hält sich in Grenzen, Phytonics nennt – je nach Modultyp – 95 bis 97 Prozent der Nennleistung bei senkrechtem Lichteinfall. Bei schrägem Lichteinfall seien die Leistungen sogar höher als der Normalwert, sodass unterm Strich für den praktischen Betrieb keine nennenswerten Verluste zu erwarten seien. Auch WPD ist in dieser Hinsicht optimistisch: „Über ein Jahr betrachtet ist der Unterschied in der Energieproduktion kaum messbar, während der Sicherheitsgewinn erheblich ist.“

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