Ohmnify: Realisierungsquote bei Photovoltaik-Ausschreibungen liegt bei durchschnittlich 82 Prozent

Entwicklung durchschnittliche Zuschlagswerte in den Photovoltaik-Ausschreibungen seit 2015 bis heute, Quelle: Ohmnify

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Seit 2015 gibt es in Deutschland Ausschreibungen für große Photovoltaik-Anlagen, zunächst nur für Freiflächenanlagen ab einem Megawatt. Später kamen die Dachanlagen hinzu. Die Schwelle sank zwischenzeitlich auf 750 Kilowatt ab und liegt mittlerweile wieder bei einem Megawatt.

Viele Photovoltaik-Ausschreibungsrunden, gerade für Freiflächenanlagen, sind stark überzeichnet. Dies bedeutet, viele Bieter bleiben mit ihren Projekten außen vor. Doch wieviele der Anlagen und bezuschussten Megawatt werden am Ende wirklich realisiert. Dieser Frage geht Ohmnify auf den Grund und stellt die Daten auf seiner Plattform zur Verfügung – für alle 54 Ausschreibungsrunden, die es bislang für Photovoltaik-Anlagen gab.

Realisierungsquote, Ausschreibungen, Photovoltaik, Quelle: Ohmnify
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Quelle: Ohmnify

„Die Zuschlagslisten der Bundesnetzagentur zeigen seit 2015, wer einen Zuschlag bekommen hat, aber nicht, ob die Anlage tatsächlich gebaut wurde. Diese Information steckt im Marktstammdatenregister. Wir haben beide Datenquellen über die Zuschlagsnummer verknüpft und so die Realisierungsquote pro Termin berechnet“, erklärt Joschka Beckers, Technische Leitung und Mitbegründer von Ohmnify. Durchschnittlich sind demnach 82 Prozent der bezuschlagten Photovoltaik-Leistung auch tatsächlich realisiert worden.

Allerdings zeigen die Daten auf Ohmnify große Schwankungen. Bei 11 von 43 Ausschreibungsrunden, bei denen die Realisierungsfrist für die Photovoltaik-Anlagen bereits abgelaufen ist, liegt die Quote unter 70 Prozent (Detailauswertung, siehe Grafik). Der Tiefstwert stammt mit 30 Prozent aus der Freiflächen-Ausschreibung vom Oktober 2017. Dagegen liegen die Realisierungsquoten der Photovoltaik-Freiflächenanlagen aus den drei Runden 2023 bei 96 Prozent und darüber. „Über alle Solar-Auktionen mit abgelaufener Realisierungsfrist liegt die Quote bei 82 Prozent. Pro Gebotstermin schwankt sie aber zwischen 30 und 98 Prozent“, sagt Beckers.

Ohmnify stellt dabei auch Relationen zu den Zuschlagswerten her. „Auffällig ist, dass die Tiefpunkte 2017 und 2018 zeitlich mit den niedrigsten Durchschnittspreisen der gesamten Auktions-Geschichte zusammenfallen, zwischen 4,3 und 5,7 Cent pro Kilowattstunde. In drei dieser Runden lag die Realisierungsquote unter 50 Prozent“, so Beckers weiter.

Nicht verwunderlich ist, dass die Ausschreibungspreise für Dachanlagen seit der Einführung im Jahr 2021 systematisch höher sind. Die Anlagen sind in der Regel deutlich kleiner als die bezuschlagten Freiflächenanlagen. Die spezifischen Kosten für die Realisierung der Dachanlagen liegen höher.

„Bei Photovoltaik-Freiflächenanlagen zeigt der Preisverlauf drei Phasen: starker Preisverfall von rund neun auf vier Cent pro Kilowattstunde zwischen 2015 und 2018, danach Stabilität auf dem niedrigen Niveau, seit 2023 leichte Aufwärtsbewegung“, sagt Beckers.

Neben Realisierungsquoten und Entwicklung des Zuschlagswerts finden sich noch weitere spannende Daten bei Ohmnify, darunter wie hoch die Über- oder auch Unterzeichnung der verschiedenen Ausschreibungsrunden war oder in welchem Bundesland die Anlagen tatsächlich gebaut wurden. Zudem bietet Ohmnify eine Aufstellung welcher Bieter bislang die meiste Photovoltaik-Leistung aus wievielen Zuschlägen realisiert hat.

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