Nestlé produziert in seinem Werk in Biessenhofen im Allgäu Lebensmittel für Säuglinge. Direkt daneben hält Bio-Landwirt Gerhard Metz Kühe und Kälber. Eine neue Agri-Photovoltaik-Anlage schlägt nun eine Brücke: Die Tiere von Metz bekommen auf der Fläche Auslauf und Futter, Nestlé nutzt den erzeugten Solarstrom vollständig für seine Produktion.
Die 4,5-Megawatt-Anlage besteht aus 7.800 Modulen, die in zwei Metern Höhe montiert sind. So geben sie den bis zu 50 Kühen, Jungtieren und Kälbern bei starker Sonne Schatten und bei Niederschlägen Schutz. Metz hat dafür einen neuen Stall errichtet, der direkt an die 4,74 Hektar große Agri-Photovoltaik-Fläche angrenzt. Der Reihenabstand zwischen den Modulen beträgt 3,30 Meter, so dass sich die Weide mit Traktor, Mähwerk und Ladewagen bewirtschaften lässt.
Planung, Bau und Betrieb der Anlage hat Baywa re übernommen. Sie erfüllt die Anforderungen der DIN SPEC 91434, die Kriterien für die landwirtschaftliche Hauptnutzung bei Agri-Photovoltaik definiert.
„Cow PV“-Anlage soll ein Viertel des Strombedarfs decken
Nestlé hat insgesamt drei Millionen Euro in die Anlage investiert. Den Strom will der Konzern vollständig in seinem Werk nutzen, unter anderem für den Betrieb von zwei Industrie-Wärmepumpen, die Heißwasser mit einem Temperaturniveau von 60 beziehungsweise 90 Grad liefern. Zwei Wärmespeicher mit einer Kapazität von jeweils 100 Kubikmetern sollen sicherstellen, dass jederzeit ausreichend Heißwasser für die Produktionsprozesse verfügbar ist.
Bei einem Testlauf im März hat die Agri-Photovoltaik-Anlage den Bedarf an extern bezogenem Strom nach Angaben von Nestlé um 14 Prozent reduziert. Auf das Jahr gerechnet erwartet das Unternehmen, dass die „Cow PV“-Anlage ungefähr ein Viertel des Strombedarfs des Werks deckt. Der Lebensmittelhersteller hat langfristige Grünstrom-PPA mit Partnern wie Axpo geschlossen.
„Das gemeinsame Projekt ist für mich überzeugend, da keine wertvolle landwirtschaftliche Fläche verloren geht. Im Gegenteil, die Tiere profitieren durch die Beschattung im Sommer und den Schutz vor Regen und Wind unter den Modulen“, sagt Landwirt Gerhard Metz. Die negativen Auswirkungen des Klimawandels lassen sich durch das neue Weidekonzept abpuffern, erklärt Metz. Damit förderten sie Tierwohl und Tiergesundheit. „Die zusätzlichen Pachteinnahmen stabilisieren unser Einkommen in Zeiten volatiler Märkte.“
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