Batteriespeicher sind für die Energiewende von großer Bedeutung, denn sie verstetigen das schwankende Angebot an erneuerbaren Energien und helfen dabei, die Netzkapazitäten besser zu nutzen. Trotzdem finden viele Großprojekte keinen geeigneten, wirtschaftlichen Netzanschluss in einem akzeptablen Zeitrahmen, woran liegt das? An überlasteten Netzen, fehlenden Ressourcen bei Netzbetreibern oder an der Regulierung?
Im pv magazine Podcast diskutieren pv magazine Chefredakteur Michael Fuhs, Nadine Bethge vom Bundesverband Neue Energiewirtschaft und Leandra Boes von Green Flexibility, ob flexible Netzanschlussvereinbarungen das Problem wirklich lösen können.
Battery Business & Development Forum
Nur noch wenige Tage bis zum BBDF am 31. März und 1. April, wo Sie Green Flexibility und Nadine Bethge auch live erleben können – das vollständige Programm finden Sie hier: Programmübersicht

- Wie bekommt man Finanzierungen von Banken und Eigenkapitalinvestoren? Finanzierungsstrukturen, Merchant-Risiko und regulatorische Unsicherheiten.
- Wann gelingen Tolling-Verhandlungen? Beispiele von Entwicklern und Abnehmern und Erfahrungen aus dem britischen Markt.
- Deep Dive Deutschland: dynamischer Markt mit Chancen und Risiken Netzentgelte, flexible Netzanschlussvereinbarungen (FCAs) und Co-Location unter dem neuen EEG.
- Großspeicher-Qualität: Was in Planung und Umsetzung schiefgehen kann – sechs reale Fälle von Underperformance – und wie man sie vermeidet.
- Neue Ansätze im Betrieb von Batteriespeichern: Startup-Lösungen für Automatisierung, Analytik und Asset Management.
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Nadine Bethke warnt vor Wildwuchs und fordert einen verbindlichen Rahmen für den Netzanschluss von Großspeichern bei allen der mehr als 800 Verteilnetze. Sie befürchtet, dass Netzbetreiber, die mit der Flut an Anfragen überfordert sind, ihre Monopolstellung im Netz prohibitiv einsetzen und dadurch wirtschaftliche und netzdienliche Projekte verhindern.
Leandra Boes berichtet von den Erfahrungen ihres Unternehmens mit ersten flexiblen Anschlussvereinbarungen (FCAs) und plädiert für eine enge Zusammenarbeit der Branchenexperten mit den Verteilnetzbetreibern, um die jeweilige Netzsituation genau zu analysieren und passende FCAs zu gestalten. Green Flexibility unterstützt Netzbetreiber mit seinem Konzept „Regiolink“ und standardisierten Verträgen für unterschiedlichen Netztypen, um schneller zu Lösungen zu kommen – oft mit Erfolg.
Beide Gesprächspartnerinnen sind sich einig, dass die derzeitige Vorgehensweise schwer skalierbar ist.
Green Flexibility ist Initiativpartner dieses Podcasts.
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Grüß Gott.
Wir betreiben in Österreich im Rahmen einer gemeinschaftlichen Erzeugung Anlage mehrere PV Anlage vier Häuser mit 8-10 Wohnungen welche mit Solar Edge Anlagen mit einem Leistungsspektrum von 20-45 kW versorgt sind. Wir haben vor dieser Solar Edge Anlagen mit Hochwald Batterien Taxi der letzten Generation zu versorgen in der Nacht Energie zu nutzen.
Die Verstetigung der Einspeisung entlastet die Netze.
Der Speicher ist also Teil der EE-Erzeugung – des Windparks oder der PV Anlage.
Über Großspeicher schreiben und die Grundlage dieses Geschäftes nichtmal erwähnen: die Strompreisspreizung: bei negativ-Strompreis einspeichern und bei maximalen Strompreis zurück ins Netz! Eine Gelddruckmaschinen! Kein Wunder dass Kraftwerke und Netzbetreiber diese „Kollegen“ nicht sonderlich mögen.
Anton Schober schrieb:
„Eine Gelddruckmaschinen! Kein Wunder dass Kraftwerke und Netzbetreiber diese „Kollegen“ nicht sonderlich mögen.“
Logisch, diese Gelddruckmaschine gehörte ja ursprünglich ganz alleine den Kraftwerken und Netzbetreibern. Auch diese Preisdifferenz kommt nicht von alleine zustande, sondern heutzutage dadurch, dass eben jene Kraftwerke und Netzbetreiber so gerne günstigen erneuerbaren Strom einkaufen und dann zu Höchstpreisen weiter vertingeln.
Ganz klar, dass da jeder neue Mitbewerber versucht wird, wegzubeißen.
Genau das ist aus Sicht der Netzbetreiber das Problem. Grünstromspeicher erhalten Zulassungen. Graustromspeicher nicht. Die Entlasten nicht das Netz, sondern Belasten es durch den maximal wirtschaftlichen Betrieb. So wird unter Umständen mehrfach am Tag maximal Be- und Entladen. Nie in Abhängigkeit des örtlichen Netzes sondern der Marktpreise. Dann ist es eine Gelddruckmaschine, aber nicht Netzdienlich. Selbiges gilt für Auswirkungen auf die Letztverbraucher. Was geschieht mit den geminderten Netzentgelten, die der Netzbetreiber allerdings Zahlen muss? Die werden in den Folgejahren auf die Kunden umgelegt. Gewinn = steigende Netzentgelte. Es lässt sich auch ohne Graustrom der Speicher wirtschaftlich betreiben. Dann ist es für den Betreiber, Netzbetreiber und die Letztverbraucher sinnvoll.
Bin mal gespannt, wie die Frau Reiche Ihre Gaskraftwerke auf einem Kapazitätsmarkt vor der Tatsache schützen will, dass Sonne und Wind keine Rohstoffrechnungen schicken.
Ganz einfach: indem die LNGina Sonne und Wind besteuert.
Sie wird diese Besteuerung sicher den Kunden unterjubeln können.
Mit Unterjubeln kennt sich die CxU ja richtig gut aus.
Ein guter Zeitpunkt wäre in 2026 vom 11. Juni – 19. Juli 🥳
Ich könnte mir auch sehr gut vorstellen, daß Doitschland am 20. Juli 2026 mit 21 oder 22% MwSt aufwacht, ohne das dies jemand großartig bemerkt hat.
Die „Kupferplatte“ brennt – Warum der Markt die Physik ignoriert
Der aktuelle pv magazine Podcast benennt ein Symptom, verschweigt aber oft die systemische Ursache: Wir versuchen, ein hochkomplexes, dezentrales Stromnetz mit einem Marktdesign aus der Ära der zentralen Großkraftwerke zu steuern. Das Ergebnis ist eine gefährliche Entkopplung von Marktdienlichkeit und Netzdienlichkeit.
Das Problem: Der blinde Algorithmus
Für einen Strommarkthändler ist der Speicher eine rein finanzielle Arbitrage-Maschine. Der Algorithmus optimiert auf den Spread der Börsenpreise in der einheitlichen deutschen Gebotszone. Ob im Norden gerade der Wind braust und die Leitungen glühen oder im Süden eine Flaute bei gleichzeitiger Industrielast herrscht, ist dem Preis egal – er ist überall gleich.
Ein Speicher im bayrischen Chemiedreieck lädt also unter Umständen genau dann aus dem Netz, wenn die Nord-Süd-Trassen ohnehin am Limit sind, nur weil der Preis durch Windüberschuss an der dänischen Grenze rechnerisch im Keller ist. Das ist elektrotechnischer Irrsinn. Wir verschärfen Netzengpässe durch ökonomische Fehlanreize und wundern uns dann über explodierende Kosten für das Engpassmanagement (Redispatch).
Die Lösung: Regionale Preissignale durch Zonentrennung
Solange der Netzzustand keinen Preis hat, wird kein Speicherbetreiber freiwillig netzdienlich agieren. Wir müssen die Fiktion der „deutschen Kupferplatte“ aufgeben. Ohne mehrere Strompreiszonen gibt es keine ökonomische Ratio für den systemdienlichen Standortvorteil.
Mein Vorschlag für den Zuschnitt: Das 3-Zonen-Modell
Um die physikalischen Realitäten abzubilden, ohne den Markt zu atomisieren, ist ein Schnitt entlang der Hauptengpass-Korridore notwendig:
Zone Nord (Wind-Überschuss): Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hamburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern. Hier müssen Speicher darauf optimiert werden, Windspitzen abzufangen, die sonst abgeregelt würden.
Zone Mitte (Transit & Last): NRW, Hessen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Berlin, Sachsen. Diese Zone fungiert als Puffer und Drehscheibe; Speicher stützen hier vor allem die Frequenz und lokale Industrielasten.
Zone Süd (PV-Überschuss & Industrielast): Baden-Württemberg und Bayern. Hier ist der Anreiz klar: Speicherung des massiven Mittags-PV-Stroms für die abendliche Industrielast, um den Importdruck aus dem Norden zu senken.
Fazit: Kein Speicher ohne Zone
Netzdienlichkeit lässt sich nicht herbeibeteln, man muss sie einpreisen. Mehrere Strompreiszonen würden Speicher dort profitabel machen, wo sie physikalisch gebraucht werden – und nicht dort, wo der Netzanschluss gerade am einfachsten ist.
Ohne diese Reform bleibt der Speicherbau ein teures Hobby der Marktakteure auf Kosten der Netzsicherheit.
die Verteilnetzbetreiber müssen die Netzauslastung der mittleren und niedrigen Spannungsebenen transparent machen, dann kann man sich ’netzdienlich‘ verhalten,
… alles weitere (die Strominfrastruktur haben alle Stromkundinnen und Stromkunden in D. gezahlt und mitaufgebaut), an Zwischenhandel, ist ein weiterer Kostentreiber, zum Nachteil des Klimaschutzes(?),
… ausserdem kann man die Regelungen für den Redispatch auch an die neuen Entwicklungen anpassen, denn wer erklärt, dass man für den Redispatch keine Strommengen aus anderen Strommarktgebieten zukaufen dürfte, die Kostenfrage dabei sollte doch transparent zu klären sein?
„…die systemische Ursache: Wir versuchen, ein hochkomplexes, dezentrales Stromnetz mit einem Marktdesign aus der Ära der zentralen Großkraftwerke zu steuern. Das Ergebnis ist eine gefährliche Entkopplung von Marktdienlichkeit und Netzdienlichkeit.“
Danke für diese Worte @Björn Tuchscherer,
besser kann man das Ganze Dilemma nicht beschreiben.
Und da ist wieder eines unserer größten Probleme, der es nicht versteht, und hinter jedem Busch erst mal Nachteile wittert.
https://www.augsburger-allgemeine.de/politik/strompreiszonen-wird-strom-in-bayern-kuenftig-teurer-108955289#:~:text=Markus%20S%C3%B6der%20will%20sich%20notfalls,selbst%20schw%C3%A4chen%E2%80%9C%2C%20fordert%20S%C3%B6der.
„Und da ist wieder eines unserer größten Probleme, …“
@Kara Oke, das größte Problem ist ja in diesem Artikel klar beim Name genannt.
(und nein, es sind nicht die Preiszonen … 🥳)