Einspeisebeschränkungen für Photovoltaik-Anlagen nehmen stark zu

Der französische Netzbetreiber RTE gibt an, dass im Jahr 2025 fast drei Terawattstunden erneuerbare Energie aufgrund höherer Photovoltaik-Erzeugung und häufigerer Marktphasen mit negativen Preisen abgeregelt wurden. AKW und Erneuerbaren-Anlagen produzierten dabei im vergangenen Jahr soviel Strom wie nie zuvor und hatten einen Anteil von mehr als 95 Prozent an der Gesamterzeugung.
Abregelung von Windkraft und Photovoltaik sowie Zahl negativer Börsenstrompreisstunden, Quelle ist RTE
Die Zahl der negativen Strompreisstunden stieg auf etwa 500 im vergangenen Jahr. Gleichzeitig verdoppelten sich auch die abregelte Strommenge aus Photovoltaik- und Windkraftanlagen. | Grafik: RTE

von pv magazine Frankreich

Neue Daten des französischen Übertragungsnetzbetreibers Réseau de Transport d’Électricité (RTE) zeigen, dass die während der Phasen mit negativen Strompreisen zurückgehaltene erneuerbare Energie im Vergleich zu 2024 fast um das Doppelte auf nahezu 3 Terawattstunden gestiegen ist. Dabei entfielen 1,6 Terawattstunden auf die Photovoltaik und 1,3 Terawattstunden auf die Windkraft an Land.

Der Anstieg spiegelt die wachsenden Herausforderungen bei der Integration erneuerbarer Energie wider, die mit dem Ausbau von Photovoltaik und Windkraft einhergehen. Die steigende Erzeugung aus erneuerbaren Energien und die zunehmende Anzahl von Stunden mit null oder negativen Großhandelspreisen zwangen die Betreiber zu einer häufigeren Modulation der Produktion. Der größte Teil der Einschränkungen entfiel RTE zufolge auf nicht regelbare Erzeugung – vor allem Photovoltaik- und Windkraftanlagen.

Ein Großteil der Veränderung ist auf einen starken Anstieg der Solarstrom-Abregelung zurückzuführen. Ein zunehmender Anteil der Erneuerbaren-Anlagen in Frankreich wird mittlerweile im Rahmen von „Complément de rémunération”-Programmen (Prämien) betrieben, die den Erzeugern Anreize bieten, ihre Produktion entsprechend den Marktsignalen anzupassen. Bis zum Jahresende war die modulierbare Wind- und Solarenergieleistung dank regulatorischer Reformen und neuer Netzanschlussregeln gestiegen. So erhalten die Anlagenbetreiber eine Zusatzvergütung, wenn sie auf Marktsignale reagieren. Allein im vergangenen Jahr stieg diese regelbare Leistung bei Photovoltaik und Windkraft um etwa drei Gigawatt.

RTE meldete für 2025 eine Gesamtstromerzeugung von etwa 547,5 Terawattstunden, was leicht über dem Wert von 2024 liegt. Die Stromerzeugung aus Kernkraft erholte sich nach Wartungsarbeiten weiter und lag wieder fast auf dem Niveau von 2019, während die Wasserkraft aufgrund geringerer Niederschläge gegenüber den Rekordwerten von 2024 zurückging. Erneuerbare Energien verzeichneten ein anhaltendes Wachstum, während die Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen weiter zurückging und das niedrigste Niveau seit 75 Jahren verzeichnete. Kohlenstoffarme Energiequellen, darunter Kernkraft und erneuerbare Energien, erreichten einen historischen Höchststand mit 521,1 Terawattstunden und machten 95,2 Prozent der Gesamtstromerzeugung aus.

Die höhere Einschränkung erneuerbarer Energien spiegelt die Flexibilität des Systems wider: Mit der Reduzierung der Leistung tragen die Erzeuger dazu bei, Ungleichgewichte im Netz bei Überangebot zu vermeiden. Allerdings unterstreichen häufigere Negativpreisphasen die Notwendigkeit verbesserter Flexibilitätslösungen wie Speicher, Lastmanagement und verbesserte Prognosen, um die Nutzung sauberer Energien zu maximieren und gleichzeitig die Stabilität zu gewährleisten.

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Kommentare

ich
Mar 04, 2026

Najaaaa…. Wenn dann mal die ganzen Wasserstoff-Anlagen in Betrieb gehen wird sich das Blatt schon wenden. Dann KÖNNTE der Strompreis aufgrund der Nachfrage wieder steigen.

E. Wolf
Mar 04, 2026

Egal ob AKW’s (FR) oder fossile Erzeuger (DE): Sie können keine Flexibiltät und wälzen das Thema auf die EE ab !

Der Verursacher muß das Problem beheben, in diesem Fall die Betreiber von Dampfturbinen mit technischem Stand des letzten Jahrtausends. Sie blockieren ein modernes Energiesystem, zum Wohle und Nutzen ihrer Aktionäre.

Leiden tun die Kinder und Enkel, entweder durch die permanente Gefahr eines GAU oder der kontinuierlichen CO2 Verpestung der Umwelt und der aufziehenden Klimakatastrophe !

Ziehen wir Ihnen den Stecker !!

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BotU
Mar 04, 2026

genau, die EE sind einfach sofort abschaltbar, oder wenn schon eingebaut, in ihrer Leistung regelbar.
Aber das ganze ist ein Spiel welches Monopoly heißt. Ein im Viertelstundentakt gespieltes. Gewinn machen um jeden Preis, Falschaussagen, Fake News, getürkte Studien, etc. – alles eingegriffen. Als wenn man Strom, welcher ins Verbundnetz eingespeist wurde, woanders an der Farbe erkennen könnte. ABER – es ist vorbei. Sie können es nur noch geschickt verzögern.

Tea Jay
Mar 03, 2026

Hier sind wohl weniger die Erneuerbaren das Problem, sondern die schlecht regelbarer AKW.

niranbunmi.mt
Mar 03, 2026

Wird interessant in Deutschland, wenn wir weniger Energie ins Ausland schicken können im Sommer!

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Tom Iltmann
Mar 04, 2026

Nur zur Erinnerung, der letzte Strompreisschock wegen explodierenden Preisen an den Strombörsen hatte seine Ursache in ausgefallenen AKW´s in Frankreich (u.a. kaputt, Wartung, zu heißes Kühlwasser). Und Frankreich war damals froh, Strom aus Deutschland zu bekommen. Genauso, wie die Kohle- und Gaskraftwerkbetreiber in Deutschland. Bei den EEG´s wurden damals schnell Mechanismen eingeführt, damit sie nicht zu viel verdienen.

Christian
Mar 03, 2026

Ich habe noch einmal nachgeschaut, wenn jemand Übertragungsleitungen für ungeplante physikalische Stromflüsse missbraucht, dann ist das Frankreich! Im letzten Jahr flossen physikalisch 7 TWh mehr über die Grenze nach Deutschland als handelsrechtlich importiert wurden. Mit ziemlicher Sicherheit wurde diese Strommenge über Deutschland in die Schweiz und Belgien weitergeleitet. Das legen jedenfalls deren Zahlen nahe.

Christian
Mar 03, 2026

Wie wollen die Franzosen das denn verhindern? Führen die jetzt Grenzkontrollen für Strom aus Deutschland ein?!
Allenfalls wäre es rechtlich möglich, ungeplante Stromflüsse aus Deutschland zu verhindern. Aber auch dafür wäre ein Phasenschieber an der Grenzkuppelstelle notwendig, der mal nicht eben von heute auf morgen gebaut werden kann.