Pilotprojekt mit granularen Herkunftsnachweisen an Ladesäulen gestartet

Elektroauto, Ladesäule, Parkplatz

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Herkunftsnachweise sind die Grundlage, um die Eigenschaften von grünem Strom zu dokumentieren. Zunehmend werden sie auch zur Bilanzierung des bezogenen Stroms genutzt, wenn Unternehmen ihren Weg zur Klimaneutralität nachzeichnen. „Bisher reichte es aus, wenn der Verbrauch auf jährlicher Basis mit Herkunftsnachweisen belegt wird“, sagt Corine Veithen, Klimaexpertin bei Lichtblick. Doch das Ziel muss eigentlich die Gleichzeitigkeit von Erzeugung und Verbrauch des grünen Stroms sein. Dies lässt sich mit sogenannten granularen Herkunftsnachweisen auf Viertelstundenbasis dokumentieren.

Doch nicht nur für Unternehmen auf dem Weg zur Klimaneutralität sind Herkunftsnachweise wichtig. Auch beim Laden von Elektroautos ist für die Umweltbilanz nicht unwesentlich, welcher Strom letztendlich in der Batterie landet. Ein erstes Pilotprojekt diesbezüglich startete der Hamburger Ökostromversorger nun gemeinsam mit Granular Energy und Decarbon1ze. An einer Ladesäule wird nun über eine „Energy Track & Trace-Plattform“ transparent anzeigt, aus welcher Erneuerbaren-Anlage der Strom kommt, der aktuell für das Laden des Elektroautos genutzt wird. Über die Plattform werden granulare Herkunftsnachweise auf Viertelstundenbasis ausgestellt. Mit ihrem Pilotprojekt wollen die Unternehmen die Funktionstüchtigkeit des Systems mit granularen Herkunftsnachweisen beweisen und zwar über den ganzen Prozess von der Ausstellung über die Nutzung bis zur Entwertung beim Herkunftsnachweisregister des Umweltbundesamts.

Über die von Granular Energy aufgebaute Plattform könne zu jeder Stunde nachvollzogen werden, aus welcher Anlage Lichtblick den an der Ladesäule geladenen Strom liefert. Die viertelstündlichen Herkunftsnachweise würden dabei im „Energy Track & Trace Register“ erstellt, die in der Plattform verwaltet und schließlich entwertet werden. Um die Konformität mit dem Herkunftsnachweissystem zu garantieren, werden die entsprechenden Zertifikate im Herkunftsnachweisregister vom Umweltbundesamt zusätzlich entwertet, wie es von den beteiligten Unternehmen weiter heißt.

Seit 2013 gibt es die Vorschrift, dass eine Stromlieferung, die in Deutschland als Ökostrom deklariert ist, mit grünen Herkunftsnachweisen ausgestattet wird. Diese bescheinigen die Herstellung in einer in- oder ausländischen Erneuerbaren-Anlage. Die Herkunftsnachweise müssen zusätzlich zum physikalischen Strom gekauft werden. Die Preise unterscheiden sich dabei. Gerade Herkunftsnachweise aus Wasserkraft in den nordischen Ländern sind oftmals günstiger zu haben als aus anderen Erneuerbaren-Anlagen. In jedem Fall wird der Herkunftsnachweis nur einmal ausgestellt und nach Nutzung entwertet. Bislang gibt es aber keine Synchronität von Erzeugung und Verbrauch bei den Herkunftsnachweisen, da die Bilanzierung auf jährlicher Basis erfolgt. Mit den granularen Herkunftsnachweisen soll sich dies künftig ändern. Nach Ansicht von Lichtblick könnten sie auch dazu beitragen, dass über Preissignale effiziente und systemdienliche Nutzungen von Speichern oder flexiblen Verbrauchern wie Wärmepumpen oder Elektrofahrzeugen angereizt werden.

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