SAP und GIZ kooperieren bei Zertifizierung von grünem Wasserstoff

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Wasserstoff, der von Brasilien nach Deutschland exportiert wird, könnte künftig per Blockchain als grüner Wasserstoff zertifiziert werden. An so einem Projekt arbeiten der Software-Hersteller SAP und die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) mittels einer öffentlichen-privaten Partnerschaft. Eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichneten die Partner in Brasilien im Beisein von Bundesminister Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen) und einer Delegation des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz.

Brasilien wird als bedeutender Exporteur von grünem Wasserstoff gehandelt. Große Mengen Wasserkraft, Windkraft aber auch Photovoltaik bieten gute Bedingungen im großen Stil Elektrolyse zu betreiben. Laut der Wasserstoffstrategie der EU sollen bis zum 2030 zehn Millionen Tonne grüner Wasserstoff jährlich in die EU importiert werden. Der Haken: es muss grüner Wasserstoff sein und der Nachweis über die Nachhaltigkeit des Wasserstoffs ist nicht einfach umzusetzen.

Mitte Februar hat die EU-Kommission per Delegiertenakt festgelegt, was „grün“ in diesem Kontext bedeutet. Grundsätzlich geht es darum sicherzustellen, dass der Einfuhr von grünem Wasserstoff nicht dazu führt, dass vorhandene Erneuerbare-Energie-Anlagen, die zuvor Haushalte versorgt haben, ausschließlich für Elektrolyse genutzt werden, während Haushalte fossilen Strom beziehen. Dann wäre die Versorgung mit grünem Wasserstoff aus Klimaschutzsicht ein Nullsummenspiel. Um das zu verhindern, legte die Kommission die Bedingungen Zusätzlichkeit, Gleichzeitigkeit und regionale Herkunft fest.

In dem Projekt geht es darum, diese Bedingungen so nachzuweisen, dass europäische Energieimporteure Rechtssicherheit genießen können. Daher werden die genauen Bedingungen für die Energiekonzerne in Brasilien im Einklang mit den EU-Normen zunächst definiert und dann in einer Software erfasst. Die Software soll darauf die gesamte Lieferkette analysieren und bewerten können. Zunächst wird das Projekt an einem Pilotunternehmen in Brasilien durchgeführt, um dann die fertigentwickelte Software an andere Energielieferanten in Brasilien an die Hand geben zu können. SAP erklärte, dass die Software allen Energieunternehmen jeder Größe zur helfen soll, wenn sie einmal fertiggestellt ist.

Bei dem Green Token von SAP handelt es sich im eine Blockchain-basierte Kontrollkette, die mittels eines digitalen Zwillings länderübergreifend einen Einblick in ESG-Kennwerte wie die Herkunft der Rohstoffe, Recycling und Kinderarbeit liefern. In dem Pilotprojekt wird der Green Token, dem anerkannte Standards wie ISCC PLUS, ISCC EU und REDcert2 zugrunde liegen, erstmals zum Einsatz kommen.

„Wir freuen uns sehr über die Zusammenarbeit mit der GIZ bei diesem Projekt“, sagt Sabine Bendiek, Chief People and Operating Officer und Vorstandsmitglied der SAP SE. „Wir möchten die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Zertifizierungdaten in der gesamten Wertschöpfungskette manipulationssicher, kosteneffizient und nachvollziehbar ausgetauscht und evaluiert werden können.“

Das Bundeswirtschaftsministerium fördert das Projekt.

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