Mobile Batteriespeicher können Zeit bis zum Ausbau des Verteilnetzes überbrücken

Eon hat untersucht, welchen Beitrag batteriebasierte Speichersysteme zur Energiewende leisten. Mit ihnen lassen sich die technischen Hürden leichter überwinden, die durch bereits ausgelastete Stromnetze auftreten können, so das Unternehmen.
Eon. Verteilnetz
Mobile Speichersysteme können Engpässe im Verteilnetz vermeiden. | Foto: Eon

Drei Jahre lang hat Eon gemeinsam mit Partnern batteriebasierte Energiespeichersysteme konzipiert und installiert. Nun hat das Unternehmen die Ergebnisse des EU-geförderten Projektes “IElectrix” präsentiert: Der mobile Einsatz von Batteriesystemen ist eine notwendige Ergänzung zu einem effizienten Netzausbau, so eine der Schlussfolgerungen.

Sie können kurzfristig Netzengpässe im Verteilnetz vermeiden und die Abschaltung von dezentralen Erzeugungsanlagen verringern. Mit ihnen lässt sich die Zeit bis zu einem notwendigen Ausbau der Verteilnetze überbrücken und die Flexibilität im Netz erhöhen. Da sie Spannungsspitzen abfangen, ermöglichen sie den Netzanschluss von Photovoltaik-Anlagen. Darauf müssten Betreiber ansonsten unter Umständen mehrere Jahre warten, bis das Netz ausgebaut wäre.

„Die Energiewelt von morgen wird geprägt sein von flexiblen Verbrauchern und Erzeugern grüner Energie. Um diese Prosumer effektiv in unsere bestehende Verteilnetz-Infrastruktur zu integrieren, sind innovative und digitale Lösungen wie ‘IElectrix’ notwendige Ergänzungen zu einem effizienten Netzausbau”, so Mark Ritzmann, Managing Director bei Eon Group Innovation.

Auch können diese mobilen Batteriespeicher zu einer effizienteren Nutzung lokal erzeugter Energie führen. Das ist die Voraussetzung für Energiegemeinschaften. Eine solche Gemeinschaft hatten Eon und die Gemeinde Adeje im Südwesten Teneriffas gegründet. Dort sind in einem Umkreis von 500 Metern 100 Verbraucher an die Versorgung aus einer Photovoltaik-Anlage angeschlossen und nutzen gemeinsam den erzeugten Strom. Energiespeichersysteme ermöglichten eine bessere Abstimmung für eine gerechtere Verteilung der Netzkapazitäten in solchen Energiegemeinschaften.

Die für das Projekt eingesetzten Speichersysteme in Friedland in Mecklenburg-Vorpommern sowie Zánka und Dúzs in Ungarn wird Eon weiter betreiben. Weitere Anwendungen in mehreren europäischen Ländern sollen folgen.

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Kommentare

Ernst Gruber
Feb 26, 2023

Stromspeicher haben nun mal die Eigenschaft Stromspitzen einzulagern und bei bedarf wieder abzugeben. Neue Technik für öffentliche Ladesäulen in Verbindung mit speichern machen den Anschluss an das Mittelspannungsnetz überflüssig, da hat der Batteriespeicher kontinuierlich über das Niederspannungsnetz aufgeladen wird und so Spitzenleistung beim E-Auto laden zu unterstützen. Bei einer flexiblen Preisstruktur können dann auch netzdienliche Leistungen erfüllt werden

Tim Oltmanns
Feb 24, 2023

Wenn dann noch die hunderttausenden Heimspeicher und Millionen E-Autos mit eingebunden werden, steht einer schnelleren Energiewende nichts mehr im Wege. Denn bis das System ausgereizt ist (ca 10-20 Jahre) stehen weitere Speichermöglichkeiten für Langzeitspeicherung zur Verfügung. Oder es wird (wie ich vermute) festgestellt, dass die gar nicht gebraucht werden und es nur ein Argument war, die Energiewende zu verzögern.