Prolux Solutions lanciert Vanadium-Redox-Flow Heimspeicher

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Redox-Flussbatterien gibt es jetzt auch in klein für den Heimspeichermarkt. Das Unternehmen Prolux Solutions lancierte in diesem Quartal den Verkauf von Vanadium-Redox-Flussspeichern im Segment für kleine Anwendungen. Bei der Technologie handelt es sich um eine Alternative zu Lithium-Ionen-Batterien. Die Speicher degradieren nahezu gar nicht und behalten auch nach Jahrzehnten ihre ursprüngliche Kapazität. Außerdem werden für ihre Produktion keine seltenen Elemente gebraucht. Was verlockend klingt, hat in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass die Technologie bei Netzspeichern verwendet wurde. Im Heimspeichermarkt spielte sie bisher aber kaum eine Rolle.

Prolux will das jetzt ändern und sagt, dass man sich bei der Entwicklung des Produkts darauf fokussierte, die Komponenten zu verkleinern. Vorherige Versionen waren deutlich größer, weshalb diese Art Speicher eher weniger in Innenräumen eingesetzt wurde. Außerdem haben die Ingenieure den Speicher mit einer Modbus RTU RS485-Schnittstelle versehen. Über diese Schnittstelle lassen sich zum Beispiel Wärmepumpen mit dem Speicher verbinden.

Sechs Kilowattstunden Kühlschrank

Der Speicher mit sechs Kilowattstunden Kapazität soll so groß wie ein Kühlschrank sein – zwei Meter hoch und 60 Zentimeter breit. Die Installation erfolgt zunächst ohne den wässrigen Vanadium-Elektrolyten. Dann bringt er 174 Kilogramm auf die Waage – mit Elektrolyt sind es 584 Kilogramm. Der Elektrolyt wird dann aus Kanistern heraus befüllt. So ist auch eine Installation an schwer zugänglichen Orten möglichen, wie das Unternehmen mitteilt. Außerdem kommt alles vormontiert. Installateure müssen den Schrank nur aufstellen und mit einem Spannungskabel und einem LAN-Kabel für die Kommunikation versehen.

Die einphasige AC-gekoppelte Lösung kann mit zwei Kilowatt laden und entladen. Für kurze Zeit sind auch drei Kilowatt möglich, zum Beispiel während der Versorgung mit Notstrom. Der Speicher kommt mit eigenem Batteriewechselrichter und kann daher nur mit Netzstrom geladen werden. Wer den Speicher mit einer Photovoltaik-Anlage laden will, muss noch einen Photovoltaik-Wechselrichter dazwischenschalten.

Eine DC-gekoppelte Lösung mit einem externen Wechselrichter oder einem Hybrid-Wechselrichter sei in „Prüfung“, erklärte ein Unternehmensvertreter während eines Pressegesprächs am Donnerstagmorgen mit. Eine Herausforderung liege darin, dass Flussspeicher und Lithiumspeicher mit unterschiedlichen Spannungen arbeiten. Wechselrichter, die für den Einsatz mit Lithium-Ionen entwickelt wurden, können nicht ohne Weiteres mit einem Flussspeicher verwendet werden.

Wirkungsgrad geringer als Lithium-Ionen-Konkurrenz

Beim Wirkungsgrad schneidet der Speicher deutlich schlechter ab als seine Lithium-Gegenspieler. Für den Weg vom Netz in die Batterie wird der Wirkungsgrad mit 78 Prozent angegeben. Das Ausspeichern ist effizienter. Dabei sollen es 83 Prozent sein. Doch die Vanadium-Redox-Fluss-Technologie hat auch Vorteile. Der Wirkungsgrad unterliegt in den ersten Jahren einer Degression von zwei bis drei Prozent. Danach soll die Batterie für 20 oder 30 Jahre stabil sein, teilt das Unternehmen mit.

Stabilität über Jahrzehnte hinweg zeichnet auch den Elektrolyten aus. Der zeigt bei dieser Art von Batterien nämlich kaum Alterungserscheinung. Nach 20 Jahren verspricht der Hersteller noch 95 Prozent der Kapazität.  Falls der Elektrolyt nach Jahrzehnten doch verunreinigt oder oxidiert ist, kann man ihn auch einfach ablassen und mit einem neuen Elektrolyten befüllen. Der alte Elektrolyt kann zudem wiederaufbereitet werden.

Überhaupt ist die Batterie so aufgebaut, dass alle Komponenten ausgetauscht oder repariert werden können. Zum Preis wollte sich das Unternehmen nicht näher äußern. Nur, dass die Kosten insgesamt konkurrenzfähig mit denen von Lithium-Ionen-Batterien sein sollen, teilte Prolux Solutions mit. Für die Zukunft sind noch Speicher mit 10 und 15 Kilowattstunden Kapazität und vier Kilowatt Leistung geplant.

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