Italiens Photovoltaik-Markt blüht wieder auf – Regierung erwartet 3,37 Gigawatt Zubau 2022

Teilen

In Italien werden in diesem Jahr voraussichtlich rund 5,1 Gigawatt Erneuerbaren-Anlagen neu installieren, wie die italienische Presseagentur „Ansa“ unter Berufung auf neue Zahlen des Ministers für wirtschaftliche Entwicklung, Roberto Cingolani, meldet. Ihm zufolge wurden in den ersten vier Monaten des Jahres bereits rund 640 Megawatt an neuen Projekten für erneuerbare Energien an das Netz angeschlossen, und weitere 680 Megawatt dürften in Kürze in dem von Terna betriebenen Hochspannungsnetz des Landes eingeschaltet werden. Darüber hinaus wurden kürzlich weitere 3,8 Gigawatt an Anlagen genehmigt, die bis Ende des Jahres fertiggestellt sein sollten.

Die italienische Regierung geht davon aus, dass etwa 3,37 Gigawatt der prognostizierten neuen Kapazitäten für erneuerbare Energien auf die Photovoltaik entfallen werden. 2,8 Gigawatt davon sollen im Nieder- und Mittelspannungsnetz installiert werden. Darüber hinaus erklärte die Regierung, dass weitere 2,1 Gigawatt an genehmigten Projekten für erneuerbare Energien im Jahr 2023 und weitere 1,1 Gigawatt im Jahr 2024 ans Netz gehen könnten. „Damit würde sich die genehmigte Kapazität auf 8 Gigawatt erhöhen, seit die Regierung ihre Maßnahmen zur Beschleunigung der erneuerbaren Energien eingeleitet hat“, heißt es aus dem Ministerium. Es bezog sich dabei auf die in diesem Jahr angekündigten Maßnahmen zur Vereinfachung des Erneuerbaren-Zubaus. So habe der im Januar eingerichtete neue VIA-Fast-Track-Ausschuss bisher 103 Projekte genehmigt, nur 17 Anlagen wurden abgelehnt.

Vom wieder aufblühenden Photovoltaik-Markt in Italien kann auch KGAL profitieren. Es erhielt jetzt die Genehmigung für drei Solarparks mit insgesamt etwa 380 Megawatt Gesamtleistung in der Region Latium und auf Sizilien. Darunter befinde sich ein Photovoltaik-Kraftwerk „Tuscania“ mit 150 Megawatt Leistung. Rund 30 Kilometer entfernt solle zudem der Solarpark „Vitochiano“ entstehen mit etwa 90 Megawatt. Die dritte Photovoltaik-Anlage befinde sich auf Silizien und werde ebenfalls eine installierte Leistung von 140 Megawatt haben. Neben der Stromerzeugung werden die Flächen dieses sogenannten Agrar-Solarparks auch für Landwirtschaft wie Oliven- und Obstanbau genutzt, wie es von KGAL hieß.

Der geplante Netzanschluss für die erste Photovoltaik-Anlage sei für das erste Quartal 2024 geplant, die weiteren Solarparks würden dann sukzessive folgen. Auch KGAL betont die Bedeutung der Gesetzesinitiativen der italienischen Regierung in diesem Zusammenhang.  „Die Genehmigungsverfahren sind deutlich einfacher und schneller geworden“, erklärt Michael Ebner, Geschäftsführer Sustainable Infrastructure der KGAL Investment Management.

Italien hat im Jahr 2021 neue Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von 937 Megawatt in Betrieb genommen, und die kumulierte installierte Photovoltaik-Leistung erreichte Ende Dezember 22,56 Gigawatt. Italiens Nationaler Integrierter Plan für Klima und Energie zielt auf 50 Gigawatt Photovoltaik bis 2030 ab.

Dieser Inhalt ist urheberrechtlich geschützt und darf nicht kopiert werden. Wenn Sie mit uns kooperieren und Inhalte von uns teilweise nutzen wollen, nehmen Sie bitte Kontakt auf: redaktion@pv-magazine.com.

Popular content

Stromnetz, Sonnenuntergang
Bundesnetzagentur will Industrie-Netzentgelte reformieren
24 Juli 2024 Die Unternehmen sollen die Stromabnahme stärker an die aktuelle Erzeugungs- und Preisentwicklung anpassen. Dazu hat die Behörde ein Eckpunktepapier ve...