Australisches Joint Venture will Vanadium-Versorgung für Redox-Flow-Batterien in Europa sichern

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Die beiden australischen Projektentwicklungsunternehmen, Critical Metals Ltd. und Neometals Ltd., wollen die Produktion von hochreinem Vanadium, dass sich für den Einsatz in Vanadium-Redox-Flow-Batterien im Netzmaßstab, Spezialstahlanwendungen und Lithium-Vanadium-Zellen der nächsten Generation eignet, in Europa erheblich steigern. EIT Raw Materials unterstützt nach eigenen Angaben dieses Joint Venture mit dem Namen „Vanadium Recovery Project“. Es ziele darauf ab, in Finnland eine Mineralienaufbereitungsanlage aufzubauen, die innerhalb von zehn Jahren etwa 1,5 Millionen Tonnen CO2 gegenüber dem konventionellen Vanadium-Abbau einsparen und gleichzeitig die Versorgung des Kontinents mit dem Rohstoff sichern soll.

Die Anlage entsteht im finnischen Pori und wolle Vorreiter für eine Kreislaufwirtschaft in der Metallverarbeitung werden. So solle die „Schlacke“ von lokalen Stahlherstellern geliefert, um hochreine Vanadium-Produkte zu gewinnen. Dabei komme ein neuartiger, patentrechtlich geschützter hydrometallurgischer Prozess zum Einsatz, bei dem keine Abfälle anfallen und dessen Nebenprodukte für die Herstellung von CO2-freiem Zement verwendet werden sollen. Bis Ende 2024 könnten Critical Metals und Neometals zu einem der größten Vanadium-Produzenten in Europa aufsteigen, hieß es weiter.

Vanadium-Redox-Flow-Speicher gelten aufgrund ihrer hohen Energiedichte als wichtige Alternative zu den derzeit dominierenden Lithium-Ionen-Batterietechnologien. Allerdings gelte Vanadium als kritischer Rohstoff nach Einschätzung der Europäischen Kommission. Bislang stammten etwa 75 Prozent des weltweiten Vanadium-Angebots aus China, Südafrika und Russland. Die Versorgung müsse dringend diversifiziert werden, weshalb das „Vanadium Recovery Project“ ein wichtiges Vorhaben sei, um die Rohstoffversorgungsketten und Energieunabhängigkeit in Europa zu sichern.

„Innovative Projekte wie das Vanadium-Rückgewinnungsprojekt in Pori, Finnland, zeigen, wie sich Ansätze der Kreislaufwirtschaft erheblich auf die Diversifizierung der Lieferketten auswirken können“, erklärte Olli Salmi, Direktor des Innovation Hub Baltic Sea bei EIT Raw Materials. „Die umweltfreundliche Rückgewinnung von Metallen und Mineralien aus Nebenprodukten wird eine sehr wichtige Rohstoffquelle für Europa sein und nachhaltige Bergbauprojekte ergänzen.“ Für die Sicherung der Versorgung seien weitere Innovationen notwendig, wie sie bei diesem Projekt erreicht würden.

„Wir glauben, dass Vanadium in den nächsten 10 Jahren das ‚neue Lithium‘ sein wird“, ergänzte Darren Townsend, Chief Development Officer bei Neometals. „Wir sehen viele Parallelen zwischen der aktuellen Situation der Vanadiumindustrie und der Situation der Lithiumindustrie vor zehn Jahren.“ Daher sei die Unterstützung durch EIT Raw Materials wichtig, um dieses Projekt zügig voranzutreiben, so Townsend weiter.

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