Photovoltaik-Zubau im September wieder über 400 Megawatt- Einspeisevergütung für kleine Dachanlagen fällt unter 7 Cent im Dezember

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Die Bundesnetzagentur hat für September einen Brutto-Zubau von Photovoltaik-Anlagen in Deutschland von knapp 406,4 Megawatt gemeldet. Dies liegt etwas unter den Werten der Vormonate, aber noch über dem Wert vom Mai. Insgesamt sind damit in den ersten drei Quartalen des Jahres mehr als vier Gigawatt Photovoltaik-Anlagen neu installiert worden. Bis Ende September beziffert die Bundesnetzagentur mit etwa mehr als 4023 Megawatt.

Auffällig an den veröffentlichten Registerdaten der Bundesnetzagentur für September ist, dass vor allem das Segment der Photovoltaik-Anlagen, die außerhalb der Ausschreibungen realisiert werden, deutlich angezogen hat. 321,65 Megawatt der insgesamt neu gemeldeten Photovoltaik-Leistung im September entfiel auf dieses Segment. Dies ist der drittbeste Wert nach März und Januar. Im März waren noch viele Dachanlagen zwischen 300 und 750 Kilowatt Leistung gemeldet worden, da zum April die Übergangsfrist im EEG ablief und seither Zuschläge aus Ausschreibungen für diese Anlagen notwendig sind, sofern der komplette Solarstrom vergütet werden soll. Auch im September gingen zur wenige Dachanlagen mit einer Leistung zwischen 300 und 750 Kilowatt ans Netz – Betreiber versuchen eher knapp unter der Marke zu bleiben.

Für 49 Photovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtleistung von mehr als 87,7 Megawatt in im September nach den Daten aus dem Marktstammdatenregister ein Zuschlag aus den Ausschreibungen eingelöst worden. Wenn man die Daten nach Inbetriebnahme im September filtert, bleiben noch 34 Photovoltaik-Anlagen mit gut 70,24 Megawatt Leistung übrig. Dazu kommen noch 13,9 Megawatt Gesamtleistung von den Freiflächenanlagen, die unter der Grenze von 750 Kilowatt liegen.

Für den Zuschlag von Photovoltaik-Mieterstromanlagen verzeichnete die Bundesnetzagentur für September neue Meldungen von insgesamt 2,221 Megawatt. In den ersten drei Quartalen sind damit 20,1 Megawatt an Photovoltaik-Mieterstrom-Projekten gemeldet worden. Verglichen dazu summierte sich die Leistung der Dachanlagen außerhalb der Ausschreibungen auf 2965,2 Megawatt.

Solarförderung sinkt konstant weiter

Der stabile Photovoltaik-Zubau sorgt dafür, dass auch die Degression der Solarförderung weiterhin bei 1,4 Prozent liegt. Die festen Einspeisevergütungen, die für Photovoltaik-Anlagen auf oder an Gebäuden und Lärmschutzwänden bis 100 Kilowatt gezahlt werden, liegt je nach Größe im November zwischen 7,03 und 5,35 Cent pro Kilowattstunde. Für sonstige Anlagen bis 100 Kilowatt beträgt sie 4,82 Cent pro Kilowattstunde. Im Dezember wird die feste Einspeisevergütung für kleine Photovoltaik-Anlagen bis zehn Kilowatt Leistung mit 6,93 Cent erstmals die Marke von 7,00 Cent pro Kilowattstunde unterschreiten. Die anzulegenden Werte in der Direktvermarktung, die für Anlagen ab 100 Kilowatt Leistung verpflichtend ist, betragen jeweils 0,4 Cent pro Kilowattstunde mehr.

Das Umweltbundesamt hatte unlängst eine Studie veröffentlicht, die aufzeigt, dass ab etwa Mitte 2022 Photovoltaik-Dachanlagen bis 100 Kilowatt Leistung selbst mit einem hohen Eigenverbrauchsanteil wohl nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben sind. Hintergrund ist die konstant hohe Degression der Einspeisevergütungen bei gleichzeitig steigenden Systemkosten für die Photovoltaik-Anlagen.

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