2. Photovoltaik-Sonderausschreibung mit durchschnittlichem Zuschlagswert von 5,68 Cent pro Kilowattstunde

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Schlappe sechs Wochen hat es gedauert: Am Mittwoch veröffentlichte die Bundesnetzagentur endlich die Ergebnisse der zweiten Sonderausschreibung für Photovoltaik-Anlagen. Stichtag für die Gebotsabgabe war der 2 Dezember 2019. Insgesamt war die Runde deutlich überzeichnet. Die Bundesnetzagentur habe 346 Gebote mit einem Gesamtvolumen von 1344 Megawatt erhalten. 121 Gebote für Photovoltaik-Anlagen mit 501 Megawatt erhielten einen Zuschlag.

Die Zuschlagswerte lagen dabei zwischen 4,70 und 6,20 Cent pro Kilowattstunde – damit lagen sie über den Werten der Vorrunde mit Oktober, als sich die Spanne zwischen 4,59 und 5,20 Cent pro Kilowattstunde bewegte. Der durchschnittliche mengengewichtete Zuschlagswert lag in der zweiten Sonderausschreibung bei 5,68 Cent pro Kilowattstunde und damit ebenfalls über dem Wert vom Oktober (4,90 Cent pro Kilowattstunde).

Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW-Solar) erklärte mit Blick auf die Ergebnisse der Sonderausschreibung: „Die Solarbranche hat einmal mehr ihre Leistungsfähigkeit für den Klimaschutz unter Beweis gestellt: Hohe Investitionsbereitschaft und große Akzeptanz bei niedrigen Kosten. Bedauerlich ist, dass nur jeder dritte Bieter einen Zuschlag erhalten hat.“ Dies könne sich Deutschland angesichts des rasant fortschreitenden Klimawandels nicht mehr leisten. Er forderte eine Verdreifachung des Ausbautempos für die Photovoltaik gegenüber 2019. Dazu müsse die Bundesregierung ihre Beschlüsse zum Abbau der Marktbarrieren aus dem Herbst „unverzüglich gesetzgeberisch umzusetzen“ sowie weitere Maßnahmen ergreifen. Dies bezieht sich insbesondere auf die Abschaffung des 52-Gigawatt-Deckels für die Photovoltaik, aber auch auf eine deutliche Steigerung der Zielkorridore und Ausschreibungsvolumen im EEG, so Körnig weiter.

Ähnliches fordert auch die energiepolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Julia Verlinden. „Die Regierung muss die Ausschreibungsmengen umgehend erhöhen und so den Solarausbau beschleunigen. Vor allem muss endlich der Förder-Deckel weg“, sagte sie. Die installierte Photovoltaik-Leistung von 52 Gigawatt, die ein Ende der Solarförderung für alle Photovoltaik-Anlagen bis 750 Kilowatt nach dem derzeitigen EEG nach sich zieht, werde in wenigen Monaten erreicht sein. „Dann droht ein herber Einbruch bei der Solarenergie. Den kann Deutschland sich aber nicht leisten. Denn für den Klimaschutz brauchen wir viel mehr sauberen Ökostrom, der dreckigen Kohlestrom ersetzt. Und für den anstehenden Strukturwandel brauchen wir mehr Arbeitsplätze in Zukunftsbranchen. Die Regierung muss jetzt die Weichen dafür stellen“, so Verlinden weiter.

Ähnlich wie schon bei der ersten Sonderausschreibung im März 2019 musste die Bundesnetzagentur erneut viele Gebote wegen Formfehlern ausschließen. Insgesamt waren es 76 Gebote für Photovoltaik-Anlagen mit 235 Megawatt. „Im Vergleich zu den Vorrunden ist ein deutlicher Rückgang bei der Sorgfalt der Gebotsabgabe der Bieter zu beklagen. Insbesondere Fehler in den ausgefüllten Formularen wie falsche Anschriften, fehlerhafte Ausdrucke und nicht ausgefüllte Felder sind vermeidbar“, hieß es von der Bonner Behörde. Zu den ausgeschlossenen Geboten gehört auch jenes mit dem niedrigsten gebotenen Wert, der nach den Angaben der Bundesnetzagentur bei 3,85 Cent pro Kilowattstunde lag.

Im März hatten die vielen Ausschlüsse dazu geführt, dass auch hochpreisigere Gebote noch zum Zuge kamen – die Spanne reichte damals von der Zuschlagswerte lag damals bei 3,90 bis 8.40 Cent pro Kilowattstunde. Der durchschnittliche mengengewichtete Zuschlagswert erreichte 6,59 Cent pro Kilowattstunde – der höchste Wert aller Ausschreibungen für Photovoltaik-Anlagen im Jahr 2019.

Zur regionalen Verteilung der erfolgreichen Gebote hieß es, dass mit Ausnahme der Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen alle Bundesländer Zuschläge erhalten hätten. Rund ein Drittel – genau 42 Zuschläge mit 148 Megawatt – gingen nach Bayern, gefolgt von 10 Zuschlägen mit 80 Megawatt in Mecklenburg-Vorpommern und 6 erfolgreichen Geboten mit 49 Megawatt in Schleswig-Holstein.

Die erfolgreichen Bieter müssen nun noch die Zweitsicherheit bei der Bundesnetzagentur hinterlegen. Erst dann werden die finalen Ausschreibungsergebnisse veröffentlicht.

Anmerkung der Redaktion: Die Statements von Carsten Körnig und Julia Verlinden wurden nachträglich in den Artikel eingefügt.