Neue Photovoltaik-Freiflächenanlagen verursachen geringe Förderkosten als Windkraft- oder KWK-Anlagen

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Lange Jahre musste die Photovoltaik in Deutschland als Sündenbock herhalten, wenn alljährlich eine Steigerung der EEG-Umlage und in der Folge höhere Strompreise verkündet wurden. Doch diese Zeiten sind vorbei. Die Förderung neuer Photovoltaik-Anlagen fällt kaum noch ins Gewicht – dies gilt insbesondere auch für große Freiflächenanlagen, wie eine Auswertung der Ausschreibungsergebnisse des Bundesverbands Neue Energiewirtschaft (bne) zeigt, die pv magazine vorliegt. Dabei wurden die gleitenden Marktprämien für Photovoltaik und Windkraft an Land mit den Fixprämien bei Kraft-Wärme-Kopplungs (KWK)-Anlagen und KWK-Innovationsausschreibungen verglichen.

Der bne will nach eigener Aussage mit seiner Erhebung für mehr Transparenz bei den Förderkosten sorgen. Dazu gehört auch die Einordnung, dass die gleitende Marktprämie für Photovoltaik-Anlagen und Windkraft an Land nicht gleich dem Zuschlagswert entspricht, sondern die jeweilige Differenz zu dem Vermarktungswert des Solar- und Windstroms darstellt. Es sei wichtig, Äpfel mit Äpfeln und Birnen mit Birnen zu vergleichen, heißt es vom Verband.

Genau das hat der bne getan und kommt in seinem Hintergrundpapier zu dem Ergebnis, dass die Prämienzahlungen für Photovoltaik-Anlagen im Jahr 2019 bei durchschnittlich 1,42 Cent pro Kilowattstunde lagen. Damit liegt die Photovoltaik weit vor der Konkurrenz – wohlgemerkt weniger ist in dem Fall mehr. Für Windkraft an Land lagen die durchschnittlichen Förderkosten an 100-Prozent-Standorten bei 2,89 Cent pro Kilowattstunde. Die Fixprämien für die Standard-KWKs mit 5,12 Cent pro Kilowattstunde und für Innovations-KWK mit 10,25 Cent pro Kilowattstunde für das vergangene Jahr (siehe auch Grafik oben).

Zugleich hält der bne aber auch fest, dass die gleitenden Marktprämien für Photovoltaik und Windkraft über eine Dauer von 20 Jahren gezahlt werden, die Vergütung für KWK-Anlagen dagegen an eine bestimmte Anzahl von Volllaststunden gebunden ist, die wiederum vom Grad der Modernisierung abhängen. Die Zahl der Volllaststunden liegt bei KWK-Anlagen bei mehreren tausend pro Jahr, während die Photovoltaik auf nur rund 1000 Volllaststunden pro Jahr kommt. Der Verband bemängelt zudem, dass für Photovoltaik-Anlagen eine Begrenzung in den Ausschreibungen bei zehn Megawatt festgelegt ist, womit noch günstigere Kosten verhindert werden.

Auch wenn man die Gesamteinnahmen für die Betreiber von Photovoltaik-Anlagen, Windparks und KWK-Anlagen vergleicht, zeigt sich dann ein ähnliches Bild. Die Gesamteinnahmen im Jahr 2019 für eine Photovoltaik-Anlage – Summe aus Marktwert und gleitender Marktprämie – lag dem bne zufolge bei 4,92 Cent pro Kilowattstunde. Dies sei etwas oberhalb des anzulegenden Werts für das vergangene Jahr. Windkraft an Land kommt in dieser Rechnung an 100-Prozent-Referenzstandorten auf 6,11 Cent pro Kilowattstunde, was identisch mit dem anzulegenden Wert aus den Ausschreibungen ist, wie es weiter heißt. Für KWK-Anlagen ermittelte der bne Gesamteinnahmen von 9,01 respektive 14,14 Cent pro Kilowattstunde.