Romande Energie realisiert erste schwimmende Photovoltaik-Anlage in den Alpen

Teilen

Romande Energie wird demnächst die Installation einer 448 Kilowatt netzgekoppelten schwimmenden Photovoltaik-Anlage auf der Oberfläche des Lac des Toules, einem Stausee auf 1.810 Metern Höhe in den Schweizer Alpen, abschließen. „Alle schwimmenden Konstruktionen sind jetzt auf dem Wasser installiert, aber die letzten Elemente müssen vor der Inbetriebnahme noch installiert werden“, sagte eine Sprecherin des Schweizer Energieversorgers auf Anfrage von pv magazine.

Romande Energie fügte hinzu, dass das Pilotprojekt, das in Zusammenarbeit mit der lokalen Gemeinde Bourg-St-Pierre entwickelt wurde und Teil eines umfassenderen Plans zur Errichtung eines großen schwimmenden Solarparks auf dem Stausee bis Ende 2021 sei. Im Jahr 2013 begannen die beiden Partner, die Photovoltaik-Technologie in dieser Höhe mit einem kleinen Pilotprojekt am Seeufer zu testen. Dies erlaubte ihren, verschiedene Arten von Solarmodulen und Designs für das Projekt zu evaluieren.

Höhere Ausbeute

Das Unternehmen geht davon aus, dass die Anlage einen Energieertrag haben wird, der bis zu 50 Prozent höher sein könnte als der von Freiflächen-Photovoltaik-Anlagen, die auf ebenem Gelände installiert werden. Dies lässt sich durch die starke Reflexion des Lichts auf dem Schnee erklären, was die Effizienz von Solarmodulen erhöht, wie das Unternehmen erklärte. Es erwartet auch, dass die Anlage auch unter rauen Wetterbedingungen betrieben werden muss, da die Oberfläche des Sees in den Wintermonaten zufriert.

Das Projekt mit einem Volumen von 2,35 Millionen Schweizer Franken (2,15 Millionen Euro) ist im September 2017 vom Kanton Wallis genehmigt worden. Es hat Anspruch auf eine Einspeisevergütung im Zuge des schweizerischen Förderprogramms für erneuerbare Energien.

Die schwimmende Photovoltaik-Anlage besteht aus 1400 bifazialen Modulen eines nicht genannten Herstellers und 36 schwimmenden Konstruktionen aus Aluminium und hochdichtem Polyethylen, die im Boden des Stausees durch Gewichte verankert sind sowie je nach Wasserstand steigen und fallen können. Eine der schwimmenden Strukturen beherbergt den Zentralwechselrichter und den Transformator, während auf den restlichen 35 Plattformen jeweils 40 Solarmodule verbaut sind.

Alpines Patent

Romande Energie plant nun, die innovativen Lösungen, die sie nach eigenen Angaben für den Bau von schwimmenden Photovoltaik-Anlagen im alpinen Umfeld entwickelt hat, zum Patent anzumelden. „Wir arbeiten mit Unternehmen zusammen, die sich auf diese Themen spezialisiert haben“, erklärte das Unternehmen.

Eine aktuelle Studie des Schweizerischen Instituts für Schnee- und Lawinenforschung SLF und der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne hat das Potenzial von Photovoltaik-Anlagen in hochalpinen Regionen aufgezeigt. Sie behaupteten, dass durch solche Systeme die saisonale Abnahme der Stromerzeugung im Winter, die durch Nebel, Wolken und geringere Sonneneinstrahlung, reduzieren könnten. „Solche Anlagen in den Bergen benötigen deutlich weniger Fläche und in Kombination mit steileren Neigungswinkeln der Module können bis zu 50 Prozent des Winterdefizits in der Stromerzeugung überbrückt werden“, sagten die Forscher.