Energieverbrauch sinkt erneut – Erneuerbare und Gas legen wieder zu

Kohle-Tagebau mit Windanlage

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Der Energieverbrauch in Deutschland wird nach den vorläufigen Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft (AG) Energiebilanzen in diesem Jahr voraussichtlich um gut zwei Prozent auf rund 12.810 Petajoule sinken. In den ersten neun Monaten 2019 um gut zwei Prozent auf gesunken. Dabei zeige sich ein stark veränderten Brennstoffmix, der nach Einschätzung der AG Energiebilanzen zu einem „merklichen Rückgang bei den CO2-Emissionen“ führen dürfte.

Konkrete Minderungszahlen nannte die AG Energiebilanzen zunächst nicht. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) erklärte ebenfalls am Dienstag, dass allein die Energiewirtschaft in den ersten neun Monaten die CO2-Emissionen um 40 Millionen Tonnen gegenüber dem Vorjahreszeitraum reduziert habe. Für die anderen Sektoren machte der Verband keine Angaben, forderte jedoch Wärme- und Verkehrssektor müssten nachziehen.

In den ersten neun Monaten sei der Energieverbrauch um 2,3 Prozent auf 9258 Petajoule gesunken. Dies sei auf Verbesserungen bei der Energieeffizienz, Substitutionen im Energiemix sowie dem konjunkturell gesunkenen Energieverbrauch in energieintensiven Branchen und dem fortschreitenden Strukturwandel geschuldet. Die verbrauchssteigendenden Effekte wie kühlere Witterung, Bevölkerungszunahme und leicht wachsende Wirtschaftsleistung hätten sich geringer ausgewirkt.

Der Anteil des Mineralölverbrauchs erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,9 Prozent. Mit 35,9 Prozent hat er weiterhin den höchsten Anteil am Primärenergieverbrauch. Dahinter folgt Erdgas mit 23,7 Prozent. Der Verbrauch erhöhte sich binnen Jahresfrist um 3,9 Prozent und damit fast so stark wie die Erneuerbaren. Sie legten um 4,0 Prozent zu, wie es weiter hieß. Die Windkraft habe ihren Beitrag um 17 Prozent und die Wasserkraft um 8 Prozent steigern können. Die Solarenergie verzeichnete mit etwa einem Prozent nur leichte Zuwächse, während die Biomasse auf dem Vorjahresniveau stagnierte. Der Anteil der erneuerbaren Energien am gesamten Primärenergieverbrauch erhöhte sich von 13,9 auf 14,8 Prozent. Auch die Kernenergie blieb stabil bei einem Anteil von 6,4 Prozent, angesichts des gesunkenen Energieverbrauchs ging die Erzeugung um gut drei Prozent zurück.

Kohle ist der große Verlierer

Dagegen ist der Beitrag der Kohlekraftwerke massiv rückläufig. Die Steinkohle habe einem Rückgang von mehr als 18 Prozent in den ersten neun Monaten verzeichnet. Bei der Braunkohle seien es sogar 21,7 Prozent gewesen, was die AG Energiebilanzen mit der Sicherheitsbereitschaft weiterer Kraftwerksblöcke, der Minderförderung im Tagebau Hambach, einer höheren Zahl an Revisionen sowie der gestiegenen Erzeugung aus Windkraft- und Photovoltaik-Anlagen begründet. Der Anteile der Braunkohle am Primärenergieverbrauch lag nach neun Monaten demnach bei noch 9,4 Prozent und der Steinkohle bei 9,0 Prozent. Im Vorjahreszeitraum kamen die Kohlekraftwerke insgesamt noch auf 22,5 Prozent der Anteile.