Naturstrom schließt sein bisher größtes Mieterstromprojekt ab

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Die Naturstrom AG hat in Tübingen das bislang größte Mieterstromprojekt des Unternehmens abgeschlossen. Dafür hat der Stromanbieter 13 Neubauten mit Photovoltaik-Anlagen ausgestattet, die mit 230 Kilowatt Leistung pro Jahr 210.000 Kilowattstunden Solarstrom erzeugen sollen. Das soll dem Unternehmen zufolge mehr als die Hälfte des gesamten Strombedarfs in den 156 Mietwohnungen decken. Ergänzt mit Ökostrom aus dem Netz bietet Naturstrom den Bewohnern diesen Strom zu einem Mieterstrom-Tarif an. „Der Preis des Mieterstroms liegt bei 25,15 Cent pro Kilowattstunde und einer Grundgebühr von 8,50 Euro“, teilte Naturstrom auf Anfrage von pv magazine mit. Etwa 70 Prozent der Mieter seien bereits in den Tarif gewechselt.

Für sein Mieterstromprojekt übernimmt Naturstrom auch den Messstellenbetrieb. Um die Verbrauchsdaten im Quartier einfach und stichtagsgenau erfassen zu können, sei ein sogenanntes LoRa-Funknetz installiert worden. Naturstrom zufolge können Zähler über solche Funknetze mit geringem Aufwand sowie hoher Zuverlässigkeit und Datensicherheit ausgelesen werden. Das soll die Kosten für Mieterstromprojekte senken und Potenziale zur Steigerung der Energieeffizienz sichtbar machen. Daher spiele die flexible Energiedatenerfassung für das Unternehmen eine immer wichtigere Rolle.

Dass Mieterstromprojekte trotz vieler Vorzüge in Quartieren noch sehr selten umgesetzt werden, liegt aus Sicht von Naturstrom vor allem an regulatorischen Hemmnissen. Wenn die Bundesregierung wie angekündigt an einigen Punkten nachschärfe, werde Mieterstrom für immer mehr Akteure interessant und endlich an Fahrt aufnehmen. Die inzwischen geltende Photovoltaik-Pflicht in Tübingen hat dem Unternehmen zufolge bei dem Mieterstromprojekt keine Rolle gespielt. Zum einen laufe die Planung für das Projekt schon länger, so Naturstrom auf Anfrage von pv magazine. Zum anderen baue der Projektpartner ohnehin immer nach KfW 40 und installiere dafür Photovoltaik-Anlagen.