Ansturm auf Bayerns Photovoltaik-Speicherförderung – bisher fast 1800 Anträge

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Es erinnert ein bisschen an den Start der Photovoltaik-Speicherförderung in Baden-Württemberg, wenn der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger Mitte August erklärt: „Von Null auf Tausend in nicht einmal zwei Wochen. Das übertrifft meine optimistischen Erwartungen.“ In den ersten zwei Wochen nach dem Start des bayerischen 10.000-Dächer-Programms sind bereits mehr als 1000 Förderanträge gestellt worden. Stand heute sind es sogar schon knapp 1800, wie eine Sprecherin des Ministeriums auf Nachfrage von pv magazine bestätigt.

Bayern gewährt eine Förderung für Speichersysteme zwischen 3 und 30 Kilowattstunden Kapazität, die in Kombination mit einer neuen Photovoltaik-Anlage errichtet werden. Maximal wird ein Zuschuss von 500 bis maximal 3200 Euro gewährt. Zusätzlich gibt es für die Hausbesitzer nochmal 200 Euro, wenn sie auch eine private Ladesäule installieren.

Bei den ersten 1000 Anträgen habe sich gezeigt, dass die Anlagen deutlich größer dimensioniert werden. Die durchschnittliche Speichergröße liegt knapp unter 10 Kilowattstunden und die durchschnittliche Photovoltaik-Leistung liegt etwas über 10 Kilowattpeak, wie das Landeswirtschaftsministerium veröffentlichte. Insgesamt rechnet Aiwanger mit einer deutlich steigenden Nachfrage nach Speichersystemen und Photovoltaik-Komplettanlagen. Er verteidigte zugleich die relativ hohen Anforderungen für die Speicherförderung, auch wenn der 0,5C-Wert nachträglich wieder aus dem Programm gestrichen wurde. Bayern wolle mit dem Programm „innovative Technik voranbringen“. Zuletzt hatte das von der Landesregierung beauftragte Netzwerk Carmen die Liste mit förderfähigen Photovoltaik-Speichersystemen veröffentlicht. Diese soll fortlaufend aktualisiert werden.

Die Sprecherin bestätigte auch einen Beitrag des „Bayerischen Rundfunks“, wonach es voraussichtlich zu langen Wartezeiten bei der Bewilligung der Förderung kommen wird. Bereits beim Vorgängerprogramm hätten sich Antragsteller bis zu ein Jahr gedulden müssen, einige seien auch komplett leer ausgegangen. Auch beim neuen Programm sei das Personal knapp.

Offiziell läuft die Speicherförderung in Bayern bis 2022. Die Landesregierung hat ein Fördervolumen von 24 Millionen Euro freigegeben. Nach Expertenmeinung könnte das Budget aber bereits im Herbst aufgebraucht sein, wenn das derzeitige Ansturm anhält.